Unterhaltung
David und Claire: Wo die Liebe hinfällt ...
David und Claire: Wo die Liebe hinfällt ...

Der ganz große Psychothrill: "Come and find me" - wenn du kannst

Von Thomas Badtke

Stell dir vor, du findest die Frau fürs Leben. Alles läuft prima. Und dann ist sie verschwunden, wie vom Erdboden verschluckt. Du beginnst, sie zu suchen, nachzuforschen. Doch was du findest, macht alles nur schlimmer - und lebensgefährlich.

Es ist Nacht. An einer Haltestelle steigen ein Mann und eine junge Frau aus. Sie gehen getrennte Wege. So scheint es. Doch kurz darauf, in einer Gasse, dreht sich die Frau um: "Hey, verfolgst du mich?", fragt sie den wenige Meter hinter ihr stehengebliebenen Mann aus dem Bus. "Ähm, nein", antwortet dieser - und beide setzen ihren Weg fort. Wieder kurz darauf stoppt die Frau erneut. Diesmal fragt der Mann: "Ähm, was hast du vor?" "Ich wohne hier!", antwortet die Frau. "Nein, ich wohne hier", entgegnet der Mann. "Nein, 3715", sagt die Frau. Der Mann geht an ihr vorbei - und schließt die Tür auf: "Siehst du?!" Die Frau geht in die Wohnung. "Was soll das", entfährt es dem verdutzten Mann. Ein kurzes Gespräch später landen die beiden in der Kiste. Und nach einigen Wochen ist sich der Mann sicher, die Frau fürs Leben gefunden zu haben.

"Come and find me" liefert Hochspannung pur.
"Come and find me" liefert Hochspannung pur.

Klingt nach einer Liebesschnulze á la Sonntagabend im ZDF? Nur auf den ersten Blick. Denn als sich die beiden immer besser kennen und lieben lernen, passiert etwas völlig Überraschendes: Claire (Annabelle Wallis; "Annabelle", "Der Mann, der niemals lebte") ist plötzlich verschwunden. Ohne Vorwarnung. Nicht etwa Zigaretten holen. David (Aaron Paul; "Breaking Bad") ist völlig perplex. Was ist hier los? Was ist passiert? Bin ich im falschen Film? Wo ist die Kamera versteckt?

Doch Claire taucht nicht wieder auf. Tage vergehen, Wochen. Dann rafft sich David auf. Er will dem Verschwinden von Claire auf den Grund gehen. Er hat sie schließlich geliebt. Falsch, er liebt sie immer noch. Aber richtig gekannt hat er sie nicht. Das findet David recht schnell heraus.

"Come and find me" ist bei Splendud erschienen.
"Come and find me" ist bei Splendud erschienen.

Akribisch forscht er Claire nach. Versucht, ihre Vergangenheit zu durchleuchten, so Licht ins Dunkel um ihr Verschwinden zu bringen. Nach und nach gelingt ihm das auch. Ein Hinweis führt zum nächsten, beide ergeben eine Spur und die bringt David in Lebensgefahr, denn Claire war nicht die Frau, für die sich ausgegeben hat. Aber sie ist auch die Einzige, die das Rätsel um sie selbst lösen kann.

Ein Film, der auch beim zweiten Mal spannend ist

Klingt nach einem waschechten Psychothriller? Ja, der zweite Blick lohnt sich bei "Come and find me". Regisseur Zack Whedon ("Catch Fire", Southland") hat da keinen einfachen 0815-Thrill auf die Beine gestellt, für den Streifen muss man als Zuschauer auch ab und an seine grauen Zellen bemühen. Zwar denkt man sehr früh, zu wissen, wo der Hase, also Claire langläuft. Aber bis zur endgültigen Gewissheit dauert es dann doch. Und als das Geheimnis gelüftet ist, kommt noch ein schicker Nachklapp.

Dass sich "Come and find me" sehen lassen kann, liegt auch an der Optik des Films, der ungewollt den einen oder anderen an Film Noire erinnern dürfte. Gute alte Detektivstreifen kommen einen in den Sinn, Agententhriller ebenso. Aber "Come and find me" steht für sich selbst, was auch an den beiden Hauptdarstellern Annabelle Wallis und Aaron Paul liegt, die mehr als überzeugende Leistungen abliefern.

Wenn jetzt Ihr Freund oder Mann, Ihre Frau oder Freundin plötzlich verschwinden sollte und keiner eine Ahnung hat, wieso überhaupt und wo der- oder diejenige sein könnte: "Come and find out" liefert einen Lösungsansatz. Es ist Nacht ...

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Quelle: n-tv.de