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Achtbeiner gegen Zweibeiner: Wer wird da wohl gewinnen?
Achtbeiner gegen Zweibeiner: Wer wird da wohl gewinnen?(Foto: Tiberius)

"Lavalantula: Angriff der Feuerspinnen": Die Police-Academy rettet den Tag!

Von Thomas Badtke

Los Angeles lebt gefährlich. Unter der Erde brodelt es. Erdbeben, Vulkanausbrüche - alles ist möglich. Aber als wäre das nicht schon schlimm genug, greifen auch noch achtbeinige Monster-Arachniden an. Auftritt: Steve Guttenberg.

Manchmal schaut man einfach so fern. Zappt herum. Landet dann plötzlich bei einem Film und fühlt sich sofort in seine Kindheit oder Jugend zurückversetzt: die "Winnetou"-Reihe mit Pierre Brice, die verbalen und handfesten Auseinandersetzungen zwischen Terence Hill und Bud Spencer, das Action-Battle zwischen "Terminator" Arnold Schwarzenegger und "Rambo" Sylvester Stallone. Da wäre aber eben auch die "Police Academy"-Filme.

"Hooks" giekst auch in "Lavalantula".
"Hooks" giekst auch in "Lavalantula".(Foto: Tiberius)

1984 kommt der erste in die Kinos, es folgen sechs weitere bis Mitte der 1990er. Der wortgewandt-witzige Mahoney, die menschliche Flüstertüte Jones, Piepsstimme Hooks oder: "der weiblichste rote Trainingsanzug, den die Männerwelt je gesehen hat" Callahan - wer erinnert sich nicht an diese schrägen, aber liebenswerten Gestalten? Aber was machen deren Schauspieler Steve Guttenberg, Michael Winslow, Denise Pidgeon und Leslie Easterbrook heute? Sie gehen auf Spinnenjagd - und zwar in Los Angeles. Gezwungenermaßen, versteht sich.

Das Alter ist so eine Sache

Steve Guttenberg: Er ist es wirklich.
Steve Guttenberg: Er ist es wirklich.(Foto: Tiberius)

Guttenberg ist dabei rein äußerlich kaum wiederzuerkennen. Irgendwie aufgedunsen wirken Gesicht und Körper. Man kann aber auch sagen: Er ist schlichtweg in die Jahre gekommen - wie die Rolle, die er in "Lavalantula" verkörpert. Guttenberg spielt den abgehalfterten Actionfilmstar Colton West. Dessen Glanzzeiten liegen zwar schon gefühlt Jahrzehnte zurück, auf den Straßen Hollywoods wird er dennoch weiterhin erkannt. Schnappschüsse mit Fans inklusive.

Allerdings ist West deshalb der Meinung, dass sein Name im Filmbusiness weiterhin zieht. Doch das tut er nicht. Beim Dreh eines neuen Films - zugegebenermaßen ein B-Movie der übelsten Sorte - fliegt er hochkant raus, der Starallüren wegen. Also macht er sich auf den Heimweg zu Frau und Sohn. Doch da passiert es.

Arachno-Apokalypse

Die Erde bebt. Nichts Ungewöhnliches in der Region. Selbst Feuer und Geröllwolken spuckende Vulkane holen keinen hinter dem Ofen vor, schon gar nicht Colton West. Als aber dann plötzlich riesige Spinnen wie aus dem Nichts auftauchen und auch noch mit Feuerbällen auf Menschenjagd gehen, weiß der frühere Actionheld: Die Kacke ist gar mächtig am dampfen. Und was macht der Familienvater da? Na klar: Frau und Sohn in Sicherheit bringen.

Gut, die CGI-Effekte sind grottig. Aber "Lavalantula" macht Spaß!
Gut, die CGI-Effekte sind grottig. Aber "Lavalantula" macht Spaß!(Foto: Tiberius)

Doch das ist schon allein deswegen nicht ganz einfach, weil sein Sohn mit ein paar Kumpels losgezogen ist, anstatt auf seinen Vater zu warten. Und so macht sich West auf die Suche. Erst in seinem Auto, dann in einem Touristenbus, den er kurzerhand kapert, ein treuer Fan weicht ihm dabei nicht von der Seite. Nach und nach finden West und sein kleiner Trupp heraus, was hinter diesen achtbeinigen Lava-Monstern steckt. Wenn West sie nicht stoppen kann, kann es keiner und Los Angeles und dann die ganze Menschheit ist verloren!

Nee, oder? Lavaspucker auf acht Beinen!

Hanebüchener Mist, sagen die einen. Geiler Trash, die anderen. Die Wahrheit liegt wie immer irgendwie dazwischen. "Lavalantula" hat gar nicht den Anspruch, bierernst genommen zu werden. Der Film des Regisseurs Mike Mendez will nur eines: unterhalten - und das schafft er mit Bravour.

"Lavalantula" ist bei Tiberius erschienen.
"Lavalantula" ist bei Tiberius erschienen.(Foto: Tiberius)

Mendez ist bei aggressiven Arachniden kein Unbekannter. Mit "Big Ass Spiders" ließ er schon einmal achtbeinige Killerbiester auf die Menschheit los, ebenfalls unterhaltend und mit einem Augenzwinkern. Letzteres ist bei "Lavalantula" noch größer ausgefallen. So manchem Zuschauer dürfte bei der "Wiedervereinigung" der "Police Academy"-Crew ein dickes Grinsen nicht mehr aus dem Gesicht weichen. Es macht aber auch Spaß, zu sehen, wie sich die in die Jahre gekommenen ehemaligen Polizeikadetten die Gags nur so zuwerfen.

Da kann man als Zuschauer schon einmal über die miesen CGI-Effekte und plumpen Actionsequenzen hinwegsehen. Wenn man weiß, dass die Macher der "Sharknado"-Reihe hinter "Lavalantula" stehen, wird einem eh so einiges klar. Auch warum der "Beverly Hills, 90210"-Star Ian Ziering plötzlich einen Cameo-Auftritt hat. Er ist übrigens nicht der Einzige, der plötzlich überraschend direkt in die Zuschaueraugen blickt.

Und genau das ist es eben auch, was "Lavalantula" ausmacht: Der Film ist eine Reise in die TV-Vergangenheit, in die der eigenen Jugend oder Kindheit. Und wer erinnert sich daran nicht gern? "Lavalantula" soll zudem einen Nachfolger bekommen. "Police Academy" lässt deshalb gleich doppelt grüßen.   

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Quelle: n-tv.de