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Peyton gerät als Unbeteiligte zwischen die Fronten.
Peyton gerät als Unbeteiligte zwischen die Fronten.
Dienstag, 08. August 2017

Ein Prank zu viel: "Don't hang up" - or you will die!

Von Thomas Badtke

Scherzanrufe sind seit Bart Simpson ein Knaller - zumindest für Außenstehende. Aber erst mit den Smartphones boomen die "Pranks" so richtig. Brady und Sam sind Könner ihres Fachs - bis sie selbst zu Opfern werden. Ein tödliches Spiel beginnt.

Mit einem Smartphone in der Hand und einem ansehnlichen Datenvolumen sind Livestreams überhaupt kein Problem mehr. Jeder kann ein Youtube-Star werden, jeder Depp mit Pranks zu Followern kommen. Die Grenzen des guten Geschmacks werden dabei oft überschritten. Brady (Garrett Clayton) und Sam (Gregg Sulkin) sind aufsteigende Stars in der Prank-Szene. Langeweile? Lass'n Prank machen!

"Don't hang up" ist bei Splendid erschienen.
"Don't hang up" ist bei Splendid erschienen.

Ihr neuester Hit: Mitten in der Nacht rufen die beiden bei einer schlafenden jungen Frau an, melden sich als Polizei, die vor ihrem Haus steht und jetzt reinkommt, weil sich ein Gewaltverbrecher in ihrem Zuhause verschanzt hat. Die Frau ist sofort hellwach, Puls 220, denn ihr Kind schläft in einem anderen Raum. Die "Polizei" rät ihr, das Zimmer nicht zu verlassen. Sie hört ein Geräusch, es sei der Gangster, der auf dem Weg nach oben zu ihr sei ... Die Frau stirbt tausend Tode. Dann plötzlich lautes Gelächter in der Leitung. Der Prank hat gesessen! Brady ist zufrieden.

Sam dagegen hat genug von diesem Mist. Für ihn wurde eine Grenze überschritten. Aber als Brady wenig später bei ihm zu Hause aufschlägt, geht es zuerst um Sams Ex-Freundin Peyton (Bella Dayne) - und dann wieder um Pranks. Zum Zeitvertreib den Nachbarn verarschen.

Ein Prank zwischendurch

Brady ruft einen Pizzadienst an und bestellt auf des Nachbars Rechnung eine große Pizza. Als die dann geliefert wird, klingelt er beim Nachbarn durch und steckt ihm, dass er von einem örtlichen Sicherheitsdienst sei und ihn warnen wolle, weil sich vermehrt Kriminelle in der Nachbarschaft herumtreiben, die sich als Pizzabote ausgeben, um so in die Häuser und an das Ersparte zu gelangen.

Sam und Brady: "Prankster".
Sam und Brady: "Prankster".

Der Pizzabote klingelt, der Nachbar greift zum Baseballschläger und rennt zur Tür. Brady und Sam stehen am Fenster und lugen hinter der Gardine vor, verfolgen das von ihnen angezettelte Schauspiel, den Bauch haltend vor Lachen. Der Pizzabote kann fliehen. Es stellt sich heraus, dass es Sams und Bradys Freund Jeff Mosley ist. Der weiß sofort, wie der Hase läuft und macht kurz darauf seinem Ärger an Sams Haustür Luft. Dann verschwindet er.

Ein Prank zu viel

Dafür klingelt jetzt Bradys Handy. Er geht ran. Jemand kennt seinen Namen, seine Adresse, seine Handynummer. Damit hat er Bradys Aufmerksamkeit. Der Anrufer, er nennt sich Mr. Lee, sagt ihm, dass er einen Streich zu viel gespielt hat, dass er jetzt der sei, der hochgenommen werde - und es sei besser, wenn Brady nicht auflege. Brady legt auf.

Daraufhin klingelt Sams Festnetz. Der Anrufer meldet sich wieder. Diesmal droht er ihnen direkt, nebenbei flattern auf Bradys Handy Bilder rein: seine Eltern, gefesselt, im heimischen Wohnzimmer. Was soll das alles? Dann droht der Anrufer auch Sams Ex Peyton.

Das Ende von "Don'r hang up" hält mehrere Überraschungen bereit.
Das Ende von "Don'r hang up" hält mehrere Überraschungen bereit.

Jetzt bekommen es die beiden Prank-Brüder mit der Angst zu tun. Sie rufen die Polizei an. Aber der ominöse Anrufer ist dran. Egal, ob via Festnetz oder Handy. Dann ist der Strom weg. Ein klopfendes Geräusch ertönt. Irgendwo oben scheint es - oder draußen?

Jetzt wäre eigentlich der Zeitpunkt, den Prank aufzulösen. Hat sich Mosley einfach nur gerächt? Oder ist es der Nachbar, der plötzlich über technische Fähigkeiten verfügt, wie das Knacken von Mobiltelefonen? Nein, das wäre zu einfach oder zu weit hergeholt. Jetzt geht "Don't hang up" erst richtig los!

Der letzte Prank

Als Zuschauer ist man nach den gezeigten Scherzanrufen der beiden Jungs fast so weit, zu sagen: Das ist die gerechte Strafe! Aber eigentlich ist es ja nur Brady, der freidreht; Sam scheint plötzlich erwachsen geworden zu sein. Dennoch: Leute verarschen und so auf deren Kosten reich und berühmt zu werden? In dieser Welt muss etwas ganz schön schiefgelaufen sein.

Für den Film an sich gilt das nicht. "Don't hang up" kommt hochwertig daher. Das dürfte etwa daran liegen, dass mit Alexis Wajsbrot einer der beiden Regisseure im Visual-Effects-Team von "Iron Man 3" und "Gravity" gearbeitet hat, während der andere, Damien Mace, Selbiges bei "Harry Potter" und "Avatar" getan hat. Dass die Bilder da schnieke ausfallen und sich die Effekte sehen lassen können, erklärt sich von selbst.

Überhaupt: "Don't hang up" erinnert an mehrere Filme der letzten Zeit, die sich visuell vom Einheitsbrei abhoben: "Bedeviled" beispielsweise oder auch und vor allem "Nerve". Dazu bietet der Prank-Horror jede Menge Lacher zu Beginn, die am Ende des Films dem Zuschauer aber im Hals stecken bleiben. Der Anrufer, der Brady und Sam drankriegen will, hat dafür einen triftigen Grund und der kommt jetzt ... Hah, you are pranked!

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Quelle: n-tv.de