Unterhaltung
Was lauert da bloß?
Was lauert da bloß?(Foto: Tiberius)
Dienstag, 12. Juli 2016

"Another Deadly Weekend": Playboy-Bunnies bluten in Redneck-Splatter

Von Thomas Badtke

Eine Gruppe Jugendlicher rettet sich aus einem Sumpf. Es gibt Verletzte. Ein verlassenes Haus im angrenzenden Wald sieht nach Rettung aus. Doch es ist erst der Anfang einer blutigen Odyssee, deren Ende nicht abzusehen ist.

Horrorfilme mit Zeitbezug im Titel sind bei Regisseuren beliebt: "Freitag, der 13.", "28 Days later", "28 Weeks later", "The Day" oder auch "Deadly Weekend". Mit "Another Deadly Weekend" kommt nun ein weiterer hinzu, der allerdings im Original "Muck" heißt und deshalb nichts mit "Deadly Weekend" zu tun hat. Auch wenn der Titel etwas anderes suggeriert, vielleicht sogar gewollt.

Splatter und Playboy-Bunnys: eine gute Kombi!
Splatter und Playboy-Bunnys: eine gute Kombi!(Foto: Tiberius)

Gruselschocker mit Zeitbezug haben meist eine Gemeinsamkeit: Sie sind gut. Verdammt gut. Und da ist "Another Deadly Weekend" keine Ausnahme von der Regel, auch wenn einige Horrorfans jetzt "Einspruch!" rufen werden. Aber "ADW" hat das Zeug, zum Kult zu avancieren - und das hat mehrere Gründe.

Einfach nur geil!

Der Film von Regisseur Steve Wolsh kommt als blutig-spaßiger Subgenremix daher: Er ist Gore, Splatter, Hinterwäldler-Redneck-Horror und Komödie in einem. Er ist ein als B-Movie getarnter Slasher mit Hochglanz-Charme und Highschool-Ästhetik. Playboy-Bunnys und Missen geben sich die blutige Klinke in die Hand.

"Another Deadly Weekend" ist bei Tiberius erschienen.
"Another Deadly Weekend" ist bei Tiberius erschienen.(Foto: Tiberius)

Die Dialoge sind knackig, auf den Punkt und gehen teilweise und gewollt unter die Gürtellinie - einfach nur geil. Beispiele gefällig? "Hast du gehört, wie die Mistgabel eingedrungen ist?", "Sei keine Pussy!", "Verfickte Killer, ihr könnt Mädchen vergewaltigen, aber mich kriegt ihr nicht so einfach!" Aus dem Zusammenhang gerissen, mag das komisch klingen, aber im filmischen Kontext betrachtet, kann der Zuschauer einfach nicht anders, als zu schmunzeln oder gar laut loszulachen. Und das Allerbeste: Die Story ist eigentlich keine und neben einem mysteriösen Anfang hat "Another Deadly Weekend" ein offenes Ende.

"ADW" beginnt irgendwo nachts in den Sümpfen um Cape Cod. Eine Gruppe Jugendlicher wird in Szene gesetzt, irgendetwas hat sie gejagt, oder angegriffen. Man weiß es nicht genau. Aber der Schock bei ihnen sitzt tief. Einer ist verletzt, eine total unterkühlt und alle haben Todesangst. Nur raus aus den Sümpfen, heißt die Devise. Ein einsam in den angrenzenden Wäldern stehendes Haus kommt da gerade recht.

Möge der Bodycount beginnen ...

Ein einsames Haus am Waldesrand in der Nähe eines Sumpfes? Da ist reingehen keine gute Idee ...
Ein einsames Haus am Waldesrand in der Nähe eines Sumpfes? Da ist reingehen keine gute Idee ...(Foto: Tiberius)

Ein abgelegenes, verlassenes Haus? Da sollten doch die Alarmglocken schrillen? Tun sie auch, bei Billy (Grabt Allan Ouzts) zumindest. Der Verletzte kann nicht mehr allein laufen. Sein Bein ist hin. Wie das geschehen ist? Bleibt im Dunkeln. Wie Noah (Bryce Draper), der sich als Einziger aufmacht, Hilfe zu suchen. Allein, wohlgemerkt. Der Rest der illustren Gesellschaft verschanzt sich im Haus, geht entweder duschen oder in den Keller (!!!) oder besäuft sich mit billigem Bourbon (Billy).

Der Zuschauer ahnt bereits hier: Der Bodycount wird sich sehen lassen können. Und richtig, am Ende des Films ist keiner dieser Gruppe mehr am Leben. Und nein, das ist kein Spoiler, das ist gesunder Horrorfan-Verstand.

Wer zuerst zwinkert, stirbt!
Wer zuerst zwinkert, stirbt!(Foto: Tiberius)

Noah schafft es in die angrenze Kleinstadt und in eine Bar. Er kriegt es auch hin, sich ein Handy zu schnorren. Aber statt der Polizei ruft er seinen Cousin Troit (Lachlan Buchanan) an, der gerade dabei ist, einen Dreier klarzumachen. Aber: Blut ist bekanntlich dicker als Wasser - und so machen sich Troit und seine zwei Gespielinnen auf, Noah zu helfen. Aber noch bevor sie ihn aufspüren, ist aus dem Trio schon ein Duo geworden, eines mit Migrationshintergrund.

Chandi (Puja Mohindra) und Troit hätten allein das Zeug dazu, ein eigenes Sequel oder Prequel zu erhalten. Aber stattdessen bekommen sie es, wie auch Noahs Gruppe, mit kahlgeschorenen "Eingeborenen" zu tun, klassischen Rednecks, dem Aussehen nach zu schlussfolgern.

Da muss noch was kommen ...

Und der Bodycount geht weiter. Zur Abwechslung mal auf beiden Seiten. Zur Krönung des Ganzen geht es zudem wieder back to the roots und damit in die Sümpfe. Ein letzter Kampf steht an. Nur einer wird diese Nacht überleben …

Ehe sich der Zuschauer versieht, ist "Another Deadly Weekend" zu Ende. Knapp 100 Minuten grandiose Unterhaltung! Und dem Genrefan an sich fällt sofort auf, dass nicht nur Horrorfilme mit Zeitbezug in der Regel Kracher sind, sondern auch Streifen, in denen Sümpfe eine wichtige Rolle spielen: Da wäre etwa die Victor-Crowley-“Hatchet“-Reihe von Regisseur Adam Green ("How to catch a Monster") oder der Klassiker "Das Ding aus den Sümpfen" oder auch "Venom". Nicht zu vergessen, der "ADW" vielleicht nachfolgende "Another Fucking Deadly Weekend".

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Quelle: n-tv.de