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Hab keine Angst vor "The Devil's Dolls" ...
Hab keine Angst vor "The Devil's Dolls" ...
Dienstag, 09. Mai 2017

Der Fluch des Henry Leonard Bale: Spiele nicht mit "The Devil's Dolls"!

Von Thomas Badtke

Henry Leonard Bale ist ein Serienkiller. Er mordet absolut brutal, völlig willkürlich und mit allem, was ihm in die Finger kommt. Jahrelang ist ihm die Polizei auf den Fersen. Doch selbst als sie Bale schnappt, gehen die Morde weiter. Was ist hier los?

Detective Matt Williams (Christopher Wiehl; "Playmakers") hat fast alles verloren: Seine Ehe ist kaputt. Seine Ex-Frau hat einen Neuen. Und seine Tochter Chloe (Kennedy Brice) darf er nur ab und an sehen. Aber er ist selbst schuld an dieser Situation, denn er verfolgt seit Jahren die blutige Spur eines Serienkillers. Henry Leonard Bale (Matty Ferraro; "Terminator Genisys") tötet nicht einfach so seine Opfer, er schlachtet sie ab – mit allem, was ihm in die Finger kommt. Er tötet grausam und völlig willkürlich.

Überwiegend blonde Frauen sterben in "The Devil's Dolls".
Überwiegend blonde Frauen sterben in "The Devil's Dolls".

Die junge Frau, die gefesselt und halbnackt einsam in einem Keller auf ihr Schicksal mit Namen Bale wartet, weiß, dass ihr Ende nah ist. Doch irgendwie schafft sie es, ihre Fesseln zu durchtrennen. Sie läuft aus dem Keller - und direkt in die Arme Bales. Die Kettensäge schwingend will dieser sich an sein blutiges Werk machen, doch erneut kann sich die Frau befreien und fliehen. Sie stürmt aus dem Haus, auf die Straße und fast direkt in einen Polizeiwagen. Doch ehe sie ihre Situation schildern kann, hat Bale den Polizisten hingemeuchelt. Was der verrückte Serienkiller da noch nicht weiß: Es trifft ihn bald selbst.

Mehrere Kugeln aus Matts Waffe strecken ihn nieder, als er die junge Frau von Neuem verfolgen will. Er fällt wie ein Baum und als Matt sich des Todes von Bale versichert, kommen nur noch ein paar unverständliche Wortfetzen aus seinem Mund, der voller Blut gelaufen ist. Dann ist Bale tot.

Das Morden geht weiter

Matts Tochter Chloe kommt in Kontakt mit "The Devil's Dolls".
Matts Tochter Chloe kommt in Kontakt mit "The Devil's Dolls".

Nun könnte für Matt ein neues Leben beginnen. Vielleicht die Versöhnung mit seiner Ex? Vielleicht sogar endlich eine richtige Vater-Tochter-Beziehung mit seiner über alles geliebten Chloe? Alles scheint auf einmal möglich. Aber Matt spürt, dass etwas nicht stimmt. Am Ende ging Bales Hinrichtung irgendwie zu einfach vonstatten. Genau erklären kann es Matt nicht, es ist nur so ein Gefühl.

Und dieses Gefühl trügt nicht: Bereits kurze Zeit nach Bales Ableben passieren erneut völlig willkürlich erscheinende, brutale Morde in der Stadt. Irgendwie tragen sie alle die Handschrift Bales. Aber Nachahmer können es eigentlich nicht sein, denn alles um den Fall Bale blieb geheim: Seine Zeichnungen am Tatort beispielsweise kannten nur die Ermittler. Also, was ist hier los?, fragt sich Matt.

Wenn aus Sorgen Mordlust wird

"The Devil's Dolls" ist bei WVG erschienen.
"The Devil's Dolls" ist bei WVG erschienen.

Er findet es sehr schnell heraus - und auf schmerzliche Weise: Bale war seit seiner Kindheit im Besitz einiger sogenannter Sorgenpuppen aus Guatemala. Denen vertraut man eigentlich seine Sorgen an und über Nacht verschwinden sie dann. So sagt es zumindest der Aberglaube. Nachdem sie aber über Jahre in Bales Besitz waren, haben sie eine ganz neue Wirkung auf ihre neuen Besitzer, die nun von purer Mordlust getrieben werden.

Zu den neuen Besitzern gehört auch Matts Tochter Chloe, die die Puppen in einer Schachtel im Polizeiwagen ihres Vaters gefunden und bei einem Flohmarkt verkauft hat. Als Matt das endlich herausfindet und auch, wie er seine Tochter retten kann, ist es schon fast zu spät. Aber Matt muss es versuchen. Er muss alles versuchen, es geht schließlich um das Leben seiner Tochter. Und mehr ist ihm in seinem Leben nicht mehr geblieben.

"Exorzist" trifft "Chainsaw Massacre"

"The Voodoo, that you do ..." haben The Prodigy einst gesungen. Und Voodoo umschreibt den Kern von "The Devil's Dolls" auch am besten. Der Film des Regisseurs Padraig Reynolds ("Rites of Spring"), der sich zuvor als Drehbuchautor (etwa "The Election") einen Namen gemacht hat, beginnt als klassischer Massenmörder-Splatter. Wenn Bale die Kettensäge schwingt, fließt jede Menge Blut und die Kamera hält direkt drauf.

Im weiteren Verlauf wandelt sich der Plot dann in Richtung Besessenheitsgrusel: verdrehte Augen, komische Geräusche fesseln nun den Zuschauer. Die Splatterszenen werden weniger in ihrer Zahl, bleiben aber durchaus hart und machen deutlich: die meisten "Unfälle" passieren eben doch im Haushalt.

Geistergrusel und Serienkiller-Slasher: Reynolds gelingt die perfekte Symbiose. Dadurch bleibt der Film im Gedächtnis und lässt den Zuschauer so schnell nicht mehr los. Fast so wie bei Bale und Matt.

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Quelle: n-tv.de