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Wo "Rusty Nail" mit seinem Truck auftaucht, kracht es gewaltig.
Wo "Rusty Nail" mit seinem Truck auftaucht, kracht es gewaltig.(Foto: 20th Century Fox)
Freitag, 18. Juli 2014

Auf dem Highway des Todes: C'mon, you fool, join the "Joyride 3"

Von Thomas Badtke

2003 startet Paul Walker zu einer "Spritztour". Sie endet in einem Blutbad. Nicht ganz unschuldig daran ist ein humorloser Trucker. Zehn Jahre später treibt "Rusty Nail" noch immer sein Unwesen. Er macht Jagd auf eine Gruppe Jugendliche, die sich einen Spaß mit ihm erlaubt haben.

Explosives Gemisch: Suspense trifft Torture: "Joyride 3".
Explosives Gemisch: Suspense trifft Torture: "Joyride 3".(Foto: 20th Century Fox)

Ferienzeit ist Reisezeit. Das gilt nicht nur hierzulande, sondern auch in den USA. Dann machen sich Millionen Menschen auf, über die schier unendlichen Highways zu düsen, von A nach B. Oder sie machen kurzerhand Spritztouren - die unzähligen Asphaltschlangen laden dazu ein. Nur einen Weg sollte man dabei tunlichst meiden, wenn einem das eigene Leben und das der Mitfahrer lieb ist: Highway 17, im Volksmund besser bekannt als die "Straße des Todes".

Immer wieder werden dort nicht mehr identifizierbare Leichenteile von Menschen gefunden. Grauenvoll zugerichtet. Wie sie dahingekommen sind, wo sie herkamen oder wer für die Schweinereien verantwortlich ist, darüber rätselt die Polizei schon seit Jahren. Fakt ist, der Highway 17 wird wegen seiner Abgeschiedenheit und der damit verbundenen Leere gern von Truckern benutzt, Trucker wie "Rusty Nail".

Am Anfang war Paul Walker

"Joyride" ist bei 20th Century Fox erschienen.
"Joyride" ist bei 20th Century Fox erschienen.(Foto: 20th Century Fox)

"Rusty Nail" treibt bereits seit mehr als zehn Jahren sein Unwesen in der Gegend. 2003 trifft er auf die Brüder Lews (Paul Walker; "Fast & Furious"-Reihe, "Hours") und Fuller (Steve Zahn; "Dallas Buyers Club", "Sahara"). Letzterer erlaubt sich einen Spaß mit "Rusty Nail", gibt sich als liebeshungrige Frau aus und lotst ihn so in ein Motel. Doch der Trucker versteht bei diesem Scherz keinen Spaß - und verfolgt die beiden Brüder nun in seinem schwarzen Truck, solange bis Blut fließt. Sinnigerweise heißt der Film, denn darum geht es hier, "Joyride".

Da der bei 20th Century Fox erschienene Film des Regisseurs John Dahl ein Erfolg ist, folgt ein paar Jahre später "Joyride 2". Statt Suspense wartet dieser mit Torture-Horror auf, ist aber auch erfolgreich. Da ist es dann kein Wunder, dass nun mit "Joyride 3" ein weiterer Streifen rund um den humorlosen sadistischen Trucker "Rusty Nail" erscheint. Regisseur Declan O'Brien ("Wrong Turn 3-5") gelingt dabei ein durchaus ansehnlicher Mix aus den ersten beiden Filmen.

Rennbolide gegen Monstertruck

Diesmal trifft "Rusty Nail" auf eine Gruppe Rennfahrer, die mit ihrem Boliden im Schlepptau zu einem Rennen fahren. Der Highway 17 ist dabei eine willkommene Abkürzung. Die Warnungen eines durchgeknallten Lkw-Fahrers in einem Diner vor der "Straße des Todes" schlägt die Gruppe lachend in den Wind, schließlich lässt sich auf dem wenig befahrenen Highway ihr Bolide mal richtig ausfahren und auf Herz und Nieren testen. Dumm nur, dass "Rusty Nail" gerade auch dort unterwegs ist.

Ein riskantes Überhol- und Ausbremsmanöver ist es dann, das das Schicksal der Gruppe besiegelt. "Rusty Nail" nimmt mit seinem Truck Fahrt auf und so dauert es nicht lange, bis die ersten Tränen fließen und Köpfe rollen. Einer nach dem anderen fällt dem sadistischen Trucker zum Opfer. Immer wieder gelingt es "Rusty Nail", sich ein Mitglied der kleiner werden Gruppe zu schnappen. Am Ende läuft das Ganze auf einen blutigen Showdown hinaus, dessen passendes Ambiente ein heruntergekommener Schrottplatz liefert.

"Rusty Nail" - und kein Ende

"Joyride 3" ist bei 20th Century Fox auf Blu-ray und DVD erschienen.
"Joyride 3" ist bei 20th Century Fox auf Blu-ray und DVD erschienen.(Foto: 20th Century Fox)

Es ist kein Spoiler-Alarm, wenn man sagt, dass "Joyirde 3" ein offenes Ende hat. So viel sollte dem Zuschauer schon vor dem Film klar sein. Er muss die ersten beiden Streifen der Reihe auch nicht gesehen haben, um den dritten zu verstehen. Es geht eigentlich nur darum, dass sich ein auf den Schlips getretener Trucker blutig rächt. Seine Person bleibt dabei im Dunkeln, man sieht ihn nie völlig komplett - schon gar nicht sein Gesicht. "Rusty Nail" (Ken Kirzinger; "Watchmen") könnte jeder sein. Und genau darin liegt auch der Reiz! Wer hat nicht schon einmal auf der Autobahn gedrängelt oder überflüssige Lichthupen gegeben? Kein Problem, solange der "andere" Fahrer nicht "Rusty Nail" ist.

Die Reihe um den sadistischen Trucker lässt sich unendlich fortsetzen, ähnlich wie "Final Destination", "Saw" oder auch "Wrong Turn". Die Gefahr dabei ist allerdings, dass der Bogen irgendwann überspannt wird - neue Regisseure sollen das verhindern. O'Brien ist das gelungen. Klar kommt "Joyride 3" nicht an den ersten Film heran, dafür sind allein die Hauptdarsteller viel zu unbekannt und mit Paul Walker kann sich keiner von ihnen messen, auch in Jahren noch nicht.

Dennoch findet "Joyride 3" seinen eigenen Weg, und sei es nur damit, dass er das Beste der ersten beiden Filme vereint: Suspense und Torture. Letzterer ist zugegebenermaßen nichts für schwache Nerven, weshalb auch die FSK-18-Einstufung vollkommen gerechtfertigt ist. Schwarzer Humor, rasante Verfolgungsjagden und sich sehen lassen könnende Explosionen runden das Ganze ab. Wer Bock auf eine unheimliche Spritztour hat, ist bei "Joyride 3" genau richtig.

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Quelle: n-tv.de