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Voll fett: "The Greasy Strangler".
Voll fett: "The Greasy Strangler".

Menage à trois mit Bratfett: "The Greasy Strangler": Mach's mir ranzig!

Von Thomas Badtke

Man nehme eine schräge Vater-Sohn-Beziehung. Stecke eine dralle Frau dazu und einen Serienkiller, der sich mit Bratfett einreibt - und heraus kommt eine der schmierigsten und abstoßendsten Horrorkomödien der letzten Jahre. Voll fett!

Aufblende: Zwei Männer diskutieren: "Ich liebe die Welligen!" "Ja, aber woraus machen sie die Chips überhaupt?" "Aus Krutoffen!" "Tschuldigung, woraus?" "Aus Krutoffen!" "Können Sie das nochmal sagen?" "Aus Krutoffen!" "Ja, aber ich meine: Woraus werden die Chips gemacht?" "Aus Krutoffen!" "Noch einmal, woraus?" "Aus Krutoffen!" "Nein, so verstehe ich es nicht. Können Sie es deutlicher sagen?" "Aus Krutoffen!" "Bitte, sagen Sie es noch einmal!" "Aus Krutoffen!" "Okay, das ist mir peinlich. Aber können Sie es vielleicht nicht so schnell sagen?" "Aus Krutoffen!" "Es tut mir wirklich sehr, sehr leid. Aber ich möchte erfahren, woraus die Chips gemacht werden." "Aus Krutoffen!" "Bitte ein letztes Mal ...". "Aus Krutoffen!" Ein Dritter schaltet sich ein: "Ich denke, er versucht, Kartoffeln zu sagen!" Der "Krufoffen"-Mensch pflichtet ihm bei: "Oh ja, Kartoffeln. Kartoffel-Chips!" Er beginnt zu lachen und die anderen beiden stimmen lauthals ein. Abblende.

"The Greasy Strangler" ist bei Tiberius erschienen.
"The Greasy Strangler" ist bei Tiberius erschienen.

Wenn sie sich jetzt fragen: "Wo bin ich hier hineingeraten?", kann die logische Antwort nur lauten: in "The Greasy Strangler", den wohl schrägsten Film der letzten Jahre. Trotz allen Blödels und Klamauks ist der Streifen des Regisseurs Jim Hosking (G in "ABCs of Death") ein Horrorfilm - und das liegt nicht allein am Aussehen der beiden Hauptcharaktere Brayden (Sky Elobar) und Ronnie (Michael St. Michaels; "Zombie: Bloody Demons"), ihres Zeichens Sohn und Vater.

Jeder kriegt sein Fett weg

Brayden hat einen Bauch und eine Stirnglatze. Dazu trägt er eine John-Lennon-Gedächtnisbrille und scheint nicht die hellste Kerze am Leuchter zu sein. Sein Vater, Spitzname "Big Ronnie", ist der Typ Florida-Rentner: weißes Haar und Lederhaut am ganzen Körper. Sein Lieblingsessen sieht man ihm allerdings nicht an: Fett. Ranziger Speck in Bratfett ertränkt: So sieht das Frühstück aus, das Brayden seinem Dad zaubert. Und der fährt voll drauf ab.

Wäre das nicht schon schräg genug, verdienen die beiden auch nur gemeinsam als Touristenführer in Los Angeles ihr Geld. Aber nicht in Hollywood, sondern eher in den verranzten Randbezirken und mit Highlights wie einem Mietshaus, wo Earth und Wind und auch noch Fire gewohnt haben. Der Wahnsinn in Krutoffen-Chips-Tüten!

Brayden und Janet: Irgendwie muss es Liebe sein ...
Brayden und Janet: Irgendwie muss es Liebe sein ...

Aber es kommt noch besser: Brayden verliebt sich in die dralle Janet (Elisabeth De Razzo). Ronnie fühlt sich zurückgesetzt und da er mehr "Erfahrung mit dem weiblichen Geschlecht" hat, macht auch er sich an Janet ran. Das sorgt für Missstimmung unter den beiden Anti-Vorzeigemännern.

Und ganz nebenbei tötet sich der Serienkiller "fettiger Würger" noch durch die düsteren Nebengassen der Brennpunktbezirke in der Stadt der Schönen und Reichen. Sein Markenzeichen: Bratfett. Wie das alles zusammenpasst? Ganz ehrlich: gar nicht.

Sinnlos, aber nicht fettfrei!

Wenn man "The Greasy Strangler" sieht, muss man aus reinem Selbsterhaltungszweck sein Gehirn vorher ausschalten. Bleibende Schäden können andernfalls nicht ausgeschlossen werden. Die durchgeknallten Charaktere, die noch schrägeren Dialoge ohne Sinn und Zusammenhang, dazu eine Art Kindermusik aus den 1980ern: Das muss die Frage erlaubt sein, was und in welcher Menge Regisseur Hosking da wohl geraucht haben mag.

Klar, irgendwie macht "The Greasy Strangler" Spaß. Aber man weiß eigentlich nicht, wieso. Das kommt öfter vor. Hat mal mehr Niveau ("Bunny und sein Killerding"), mal weniger oder gar keins ("Dirty Movie"). Bei Letzteren reiht sich "The Grasy Strangler" ein und passt damit perfekt in unsere Zeit. Glauben Sie nicht? Nach oben scrollen und den ersten Absatz noch einmal lesen.

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Quelle: n-tv.de