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Dienstag, 25. Juli 2017

"Achtung, das ist keine Übung!": "Viral" - die Wurmgrippe tötet schnell

Von Thomas Badtke

Blutspuckende Menschen, rasend vor Wut, Massensterben - und das Ganze passiert weltweit und zur gleichen Zeit: Ein Schelm, wer Böses dabei denkt. Emma hat für Verschwörungstheorien keine Zeit. Ihre Schwester ist infiziert.

" ... vor 24 Stunden wurden die letzten Nicht-Infizierten evakuiert und vor wenigen Augenblicken hat die chinesische Luftwaffe einen Angriff gestartet, der ..." "Achtung, dies ist keine Übung! Dies ist eine Notfallnachricht vom Zentrum zur Kontrolle für Seuchen im Auftrag des Gesundheitsministeriums. Der Präsident der Vereinigten Staaten hat den Ausnahmezustand erklärt. Alle Vollzugsbehörden sowie Einsatzkräfte sind direkt der Regierung unterstellt ..."

"Viral" ist bei Capelight erschienen.
"Viral" ist bei Capelight erschienen.

 Emma (Sofia Black-D'Elia; "The Mick") und Stacey (Analeigh Tipton; "Crazy, Stupid, Love", "Warm Bodies") wissen nicht, was sie von dieser ganzen Situation halten sollen. Die beiden Schülerinnen sind allein zu Hause. Der Strom ist noch da, das WLAN funktioniert nicht mehr. Seltsame Dinge geschehen. Straßensperren haben dafür gesorgt, dass ihr Vater (Michael Kelly; "House of Cards) unterwegs festsitzt, der Mutter ergeht es genauso. Emma und Stacey sind auf sich allein gestellt.

Ach, diese Jugend ...

Den Rat des Vaters, im Haus zu bleiben, Türen und Fenster zu verriegeln und zu verrammeln, beherzigen sie vorerst nicht. Emma ist die jüngere der beiden Schwestern, die vernünftigere. Sie hält sich zumindest an die erste Forderung des Vaters. Stacey zieht es stattdessen auf eine Party.

Ein tödlicher Fehler. Unter der tanzwütigen Meute von Highschool-Schülern, die es sich mit Alkohol gut gehen lässt, ist auch ein "Infizierter". Er hat die "Wurmgrippe", so nennt man die plötzlich weltweit auftretende Krankheit. Sie wird durch Kontakt mit menschlicher Flüssigkeit - Speichel, Blut - übertragen. Danach geht alles ganz schnell. Ebenso entsprechend rasant entpuppt sich der Infizierte in der Dunkelheit als Partycrasher.

Nun ist auch Stacey so weit, die Forderungen ihres Vaters ernst zu nehmen. Ein neuer Zug an ihr, denn seit er fremdgevögelt hat, steht sie auf Kriegsfuß mit ihm, die Familie droht auseinanderzubrechen. Doch nun muss sie zusammenhalten, um zu überleben.

Schnelles Erwachsenwerden

Als das Internet noch funktionierte, gab es jede Menge Halbwahrheiten und Verschwörungstheorien zur Wurmgrippe. Warum brach die Krankheit weltweit gleichzeitig aus? Wieso hat es den Anschein, als ob die Parasiten miteinander kommunizierten? Gibt es eine Möglichkeit, der Krankheit Herr zu werden?

Mundschutz hilft ... eine Zeit lang zumindest.
Mundschutz hilft ... eine Zeit lang zumindest.

Es ist an Emma, Letzteres herauszufinden. Ihr Vater lehrte an der Uni, nun an Emmas und Staceys Highschool. Er ist Biologe, sein Spezialgebiet Parasiten. Emma erinnert sich an ein eindringliches Video, das er ihnen in der Schule gezeigt hat: dem Parasiten die Luft rauben und wenn er zurück an die gewissermaßen menschliche Oberfläche zurückkehrt, beherzt zupacken und rausreißen. Ob das auch bei dem Wurmgrippe-Parasiten funktioniert?

Für Tests bleibt keine Zeit. Stacey ist infiziert - und Emma muss den Test am lebenden Objekt durchführen. Auf den ersten Blick funktioniert er. Auf den zweiten Blick offenbart sich ein ganz anderes Problem ...

Ein Wurm, sie zu knechten ...

"Achtung, dies ist keine Übung!" Spätestens wenn der Zuschauer von "Viral" diese Worte hört, weiß er, dass die simple Highschool-Schmonzette, als die der Streifen beginnt, vorbei ist. Ab jetzt heißt es: viel Blut, Ekel und Tod. Na also!

Die Idee der Wurmgrippe funktioniert gut. Auch gerade deshalb, weil ihr Ursprung völlig ungeklärt ist und auch - Achtung, Spoileralarm! - bis zum Ende des Films ungeklärt bleibt. Ob das von den Regisseuren Henry Joost und Ariel Schulman ("Nerve", "Paranormal Activity 3") gewollt ist? Zumindest lässt es weitere Filme zu. Vor allem das Ende spricht dafür, dass aus "Viral" eine Horrorsaga werden könnte.

... sie ewig zu binden

Schlecht wäre das nicht, "Viral" ist durchaus sehenswert. Die Effekte sind klasse (wenn man viel Blut mag) und vor allem Sofia Black-D'Elia überzeugt schauspielerisch und macht Lust auf mehr. Michael Kelly spielt gewohnt souverän, allerdings kommt er nur im ersten Filmdrittel vor. Danach fokussiert sich "Viral" auf die beiden Schwestern.

Vieles ist also noch möglich, "Viral" könnte nur ein Aufgalopp sein. Ein guter immerhin. Und wenn das alles in China seinen Anfang nahm ... " ... vor 24 Stunden wurden die letzten Nicht-Infizierten evakuiert und vor wenigen Augenblicken hat die chinesische Luftwaffe einen Angriff gestartet, der ..."

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Quelle: n-tv.de