Auch was für MännerHarmonie am Mittagstisch
"Schatz, hol mir mal bitte die Gräten aus dem Fisch, sonst kannst du ihn alleine essen!". Wer kennt den Satz nicht? Doch es gibt einen Ausweg.
Fisch gehört unbestritten zu den gesündesten Nahrungsmitteln. Die Flossentiere liefern Eiweiß und sind fettarm (Es gibt natürlich auch fettreiche Fischsorten. Aber wie alles im Leben ist das relativ ? außerdem ist sogar das Fischfett gesund), bekömmlich, haben Vitamine und Mineralstoffe. Warum bloß kommen sie dann recht selten auf den deutschen Tisch? Und wenn, dann meistens als Standardgericht deutscher Hausfrauen: Fischfilet, paniert, mit Salzkartoffeln oder Kartoffelsalat.
Zugegeben: Fertig panierter, tiefgefrorener Fisch brät sich sehr schnell; viele Fischrezepte sind aufwändiger. Aber es lohnt sich, am Wochenende dafür mal etwas mehr Zeit zu opfern.
Ein anderer Grund, warum viele Menschen - vornehmlich männliche - Fisch verschmähen, sind die Gräten. Da bricht der Hypochonder durch: Gräten sind ja so irre gefährlich! Die machen ja nicht mal vor gekrönten Häuptern halt! Irgendwann kommt immer der Satz: "Ich bin mal als Kind fast an einer Gräte erstickt." Das Gepule mit den Dingern ist auch nicht jedermanns Sache.
Bei Kindern sollte man wirklich aufpassen, da stellt sich so eine Gräte schnell mal quer und bleibt im Hals stecken. Mütter, die ihren Kindern derartige Erlebnisse ersparen, ersparen späteren Schwiegertöchtern den Satz: "Schatz, hol mir bitte mal die Gräten aus dem Bückling, sonst kannst du ihn alleine essen!". Diese "Drohungen" hält frau nicht lange aus - und so gibt es eben gar keinen Fisch mehr.
Außer den Fischen mit - zugegebenermaßen - sehr vielen und feinen Gräten wie Karpfen, Blei, Schlei, Plötze und auch Hering gibt es ja noch Hecht, Zander und Aal und andere Fische mit weniger und gröberen Gräten bzw. nur mit einer Mittelgräte. Auch die Forelle zählt zu den grätenärmeren Arten.
Für alle, die gern Fisch essen und deren Partner wegen der Gräten mosern, deshalb heute "Renates Fischauflauf". Ich habe das Rezept von meiner Freundin Renate, und es ist so edel, dass es ein kleines Festmahl ist. Und niemand am Tisch muss pulen!!!
Zutaten
1 kg weißfleischiger, küchenfertiger Fisch (z. B. Hecht oder Zander)
300 g geriebener Schnittkäse (z.B. Emmentaler)
3 Eier
weißer Pfeffer,
2 Lorbeerblätter
5 Körner Piment
Butter, Milch, Mehl
Zubereitung
Den Fisch mit Lorbeerblättern und Piment in Salzwasser kurz auf schwacher Hitze kochen. Das Fischfleisch auslösen und zerpflücken. Mit 150 g geriebenem Käse, 3 Eigelb, reichlich Pfeffer und etwas Butter vermengen.
Eine Soße aus 65 g Butter, 1 ½ Tassen Milch und einem gehäuften EL Mehl kochen und unter das Fischfleisch mengen. Die 3 Eiweiß zu Eischnee schlagen und unterheben.
Eine Auflaufform gut fetten, den Auflauf darin verteilen, und mit den restlichen 150 g geriebenen Käse bestreuen. Eine halbe Stunde bei 200 Grad überbacken.
Passt als Zwischengericht in ein Mehr-Gänge-Menü. Ist aber auch eine vollständige Mahlzeit, dann Reis oder frisches Weißbrot dazu reichen.
Viel Spaß und guten Appetit wünscht Heidi Driesner