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Bei Kindbett und KaterKohl gibt Kraft

21.04.2005, 02:00 Uhr

Kohl ist gesund. Das wussten schon die alten Griechen und Römer und setzten ihn nahezu als Universalmittel ein. Den Wöchnerinnen soll er Kraft gegeben haben und ihren angetüterten Ehemännern wieder einen klaren Kopf.

Kohl ist gesund - das wussten schon die Alten. Die Griechen verordneten Kohl den Frauen nach dem Kindbett als Stärkungsmittel. Hatte jemand Wadenkrämpfe gab's die Blätter in diesem Falle als Beinumschläge. Auch gegen Hundebisse soll das geholfen haben.

Der Römer Cato d. Ä. setzte Kohl als Universalmittel gegen nahezu alle Gebrechen ein. Irgendjemand hat auch mal gesagt, die Römer seien sechs Jahrhunderte ohne Ärzte ausgekommen, weil sie soviel Kohl aßen. Vor ihren berühmt-berüchtigten Trinkgelagen kauten sie einige Kohlblätter und zwischen die zahllosen Gänge der mehrtägigen Festmahle schoben immer mal einen Gang Kohl ein. Auch uns ist ja die Verwendung von Sauerkohlsaft gegen den Kater nicht ganz unbekannt ...

Landschaftlich unterschiedlich heißt der Kohl auch mal Kraut. Deshalb heißt das heutige Kohl-Gericht "Thüringer Rotkrautwickel":

Zutaten

500 g gekochtes Rindfleisch

200 g frische Pilze

1 Ei

8 Rotkohlblätter

1 Zwiebel

¼ l Fleischbrühe

1 altbackenes Brötchen oder Semmelbrösel

2 EL Buttermilch oder saure Sahne

Salz, Pfeffer, Zucker, Essig, Nelken

etwas Rotwein, Butter und Öl

Zubereitung

Schöne große Rotkrautblätter vom Kopf lösen und in Wasser, das mit Essig, Salz, Zucker, 2 Nelken kräftig abgeschmeckt wird, 5 bis 7 Minuten kochen.

Die gehackte Zwiebel und die gesäuberten und geschnittenen Pilze in etwas heißer Butter anschmoren. Das gekochte Rindfleisch (gut auch als Resteverwertung!) in Stücke teilen. Die Fleischwürfel und die Pilzmasse durch einen Fleischwolf drehen oder in der Küchenmaschine zerkleinern (aber bitte nicht zu Brei hacken).

Die Fleisch-Pilz-Masse mit dem Ei, ca. 2 EL Buttermilch oder saurer Sahne, dem eingeweichten und gut ausgedrückten Brötchen (etwas zerpflücken) bzw. den Semmelbröseln vermengen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken. Die Masse gleichmäßig auf die Rotkrautblätter verteilen (für jede Roulade immer 2 Blätter nehmen) und diese zu Rouladen aufrollen. Mit Küchenzwirn umwickeln.

In einer Kasserolle etwas Öl erhitzen, die Wickel nebeneinander hineinsetzen. Mit der Brühe auffüllen und etwa 45 Minuten behutsam gar dünsten. Zum Schluss die Soße mit Mehlschwitze binden und mit Salz, Pfeffer, einer Prise Zucker und Rotwein abschmecken.

Der Thüringer isst natürlich Klöße dazu!

Variante: Die Rotkrautwickel werden immer mehr mit frischem Rinderhack zubereitet - wer hat schon soviel gekochtes Rindfleisch übrig. Dann aber nur die Pilze per Fleischwolf bzw. Küchenmaschine zerkleinern.

Guten Appetit wünscht Heidi Driesner