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Der moderne Paris verteilt wohl keine Äpfelchen ("Das Urteil des Paris", wie der Künstlers Matthias Koeppel es sieht.)
Der moderne Paris verteilt wohl keine Äpfelchen ("Das Urteil des Paris", wie der Künstlers Matthias Koeppel es sieht.)(Foto: picture alliance / dpa)

Bonus für Malus: Nur für Erwachsene

Von Heidi Driesner

Das ganze menschliche Dilemma beginnt im Paradies. Und für die ganz Guten unter uns soll es ja auch da enden. Was aber wirklich am "Baum der Erkenntnis" hängt, kann keiner berichten, denn der Weg ins Paradies ist eine Einbahnstraße.

Er gilt als das Sinnbild der Verführung, der Apfel, als Verursacher der Erbsünde. Und doch ist er vermutlich völlig schuldlos an der Vertreibung von Adam und Eva aus dem Paradies, weil niemand weiß, ob Äpfel oder Feigen oder ganz andere Genüsse den beiden zu gewissen Erkenntnissen verhalfen, die im Sündenfall gipfelten.

Dieser Baum der Erkenntnis steht in Südtirol.
Dieser Baum der Erkenntnis steht in Südtirol.(Foto: H. B._pixelio.de)

"Malus" heißt die Pflanzengattung der Äpfel auf Latein - "das Böse" - auf dass wir stets an unsere Sünden erinnert werden. Zum Glück für die Äpfel, für unseren Genuss und unsere Gesundheit sind diejenigen, die beim Biss in einen saftigen Apfel Böses denken, garantiert in verschwindender Minderheit vorhanden. In Deutschland steht der Apfel in der Obst-Beliebtheitsskala an erster Stelle: Jeder Deutsche verputzt statistisch gesehen fast 20 Kilogramm Äpfel pro Jahr. Damit nehmen wir im Apfelverbrauch die erste Stelle in Europa ein, wobei nur die Hälfte aller Äpfel hierzulande wächst, die andere Hälfte wird importiert. Weltweit werden jährlich über 60 Millionen Tonnen des Kernobstes geerntet - das macht rund 8,5 Kilogramm pro Kopf der Weltbevölkerung.

Mit Apfel in die Hochzeitsnacht

Auf jeden Fall hat der Apfel in Liebesdingen weltweit einen gewissen Ruf. Hexensäfte und Liebestränke wurden aus ihm gebraut; alkoholische Getränke aus Äpfeln wie Calvados gelten als anregend. Man schreibt ihnen sogar verjüngende Kräfte zu. Wollte sich im antiken Griechenland ein Mann verloben, warf er der Frau seiner Träume einen Apfel zu. Wenn die Angebetete ihn auffing, kam das einem "Ja" gleich. Auch in der Hochzeitsnacht sollte sich das Brautpaar einen Apfel teilen.

Äpfel machen auch geistig fit. Das Bundeskabinett bekommt jedes Jahr eine Lieferung aus deutschen Anbaugebieten.
Äpfel machen auch geistig fit. Das Bundeskabinett bekommt jedes Jahr eine Lieferung aus deutschen Anbaugebieten.(Foto: picture alliance / dpa)

Mehrfach wurde bereits nachgewiesen, dass Äpfel gesund sind - Malus hat durchaus Boni verdient. Der Apfel weist mehr als 30 verschiedene Mineralstoffe und Spurenelemente sowie viele wichtige Vitamine auf. Fruchtsäuren machen die Zähne sauber, Farb- und Gerbstoffe schützen Herz und Kreislauf, stärken das Immunsystem. Dabei besteht ein Apfel zu 85 Prozent aus Wasser und hat nur rund 60 Kilokalorien - der perfekte Schlankmacher! Das Pektin im Apfel regt zudem die Verdauung an und sorgt durch sein Quellverhalten für Sättigung. US-Wissenschaftler haben nun herausgefunden, dass getrocknete Äpfel noch mehr können: Sie sollen das Körpergewicht und den Cholesterinspiegel senken. Probandinnen verloren allein durch den Verzehr von täglich 75 Gramm getrockneten Äpfeln innerhalb eines Jahres eineinhalb Kilogramm Körpergewicht; der Wert des "schlechten" Cholesterins (LDL-Cholesterin) war ein halbes Jahr nach dem Start des Tests um 23 Prozent gesunken.

Die Verführungskunst des Apfels wirkt ganz gut auch außerhalb des Paradieses. Wer kann schon einem Apfelkuchen widerstehen? Meine Kollegen können es nicht, im Handumdrehen war sie verschwunden - meine mitgebrachte 

Schwedische Apfeltorte für Erwachsene

Zubereitung:

Einen Biskuitboden selbst backen oder einen fertig gekauften verwenden. Den Boden auf eine Tortenplatte legen und rings um den Boden einen Tortenring befestigen.

Zutaten:

1 Biskuitboden
4 - 5 Äpfel
3/8 l Apfelsaft
8 cl Calvados
80 g Butter
400 - 500 g Schlagsahne
Zitronensaft
1 Pä Puddingpulver Vanille
1 Pä Soßenpulver Vanille
2 Pä Vanillezucker
2 Pä Sahnesteif
Schokostreusel oder Schokoglasur

Die Äpfel schälen und in kleine Stückchen schneiden. Die Apfelstückchen mit 1 Päckchen Vanillezucker in reichlich 3/8 Liter Apfelsaft aufkochen und 5 Minuten leicht köcheln lassen.

Pudding- und Soßenpulver (beides zum Kochen) in 5 Esslöffel Apfelsaft und dem Saft einer halben Zitrone glattrühren und in das köchelnde Gemisch einrühren. Aufkochen lassen und vom Feuer nehmen. 80 Gramm Butter und 4 cl Calvados in der heißen Masse verrühren. Die Masse auf dem Tortenboden verteilen und im Kühlschrank fest werden lassen.

2 Päckchen Sahnesteif mit 1 Päckchen Vanillezucker mischen. Die Schlagsahne leicht anschlagen, dabei 4 cl Calvados zufügen. Unter weiterem Schlagen nach und nach die Sahnesteif-Vanillezucker-Mischung einstreuen, bis eine feste Sahne entstanden ist. Diese auf den vollständig erkalteten Kuchen streichen. Zum Schluss die Oberfläche mit Schokostreusel verzieren oder dünne Schokoglasur-Linien auftragen.

Falls Sie Ihre Kinder am paradiesischen Geschmack teilhaben lassen wollen, verzichten Sie auf den Calvados. Das Paradies fällt dann etwas kleiner aus …

Viel Erfolg wünscht Ihnen Heidi Driesner.

Quelle: n-tv.de

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