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Nur für ErwachseneSo ein Früchtchen!

15.09.2005, 02:00 Uhr

Eher unscheinbar sind sie, doch man kann eine ganze Menge mit ihnen anfangen. Um 1900 sang man in Berlin: "An dem Baume, da hängt ne Pflaume…"

Der Anbau von Pflaumen geht auf die Genussfreude der Römer (klar doch!) zurück. Sie haben die bis heute beliebte Frucht aus Kleinasien und dem Kaukasus nach Italien gebracht und später auch nördlich der Alpen verbreitet. In der ungarischen Stadt Szarvas wird sogar Mitte September immer der "Tag der Pflaume" gefeiert.

Heute werden Pflaumen in fast allen gemäßigten Klimazonen der Erde in zahlreichen Variationen angebaut. Weltweit sind immerhin mehr als 2.000 Sorten bekannt, wobei sie nicht allzu scharf voneinander abgegrenzt sind. Pflaumen weisen eine erstaunliche Bandbreite bei Farben und Formen auf: Sie sind grün, gelb, rot, blau, dunkelblau oder violett. Und außerdem sind sie noch rund, eiförmig oder länglich, groß oder klein.

Pflaumen sind nicht nur lecker, sondern auch gesund. Die Schale von Pflaumen enthält Anthocyane (natürliche Pflanzenfarbstoffe), die freie Radikale einfangen und vor Krebs und Herzinfarkt schützen sollen. Pflaumen bestehen zu 85 Prozent aus Wasser, haben einen niedrigen Energiegehalt und enthalten reichlich Vitamine und Mineralstoffe. Sie helfen gut gegen Verdauungsprobleme: Durch ihre leicht abführende Wirkung können sie selbst bei Verstopfungen helfen. Als besonders "wirksam" haben sich da Trockenpflaumen (Backpflaumen) oder Pflaumensaft erwiesen ...

So vielseitig wie Farben und Formen sind auch die Verwendungsmöglichkeiten dieser vielseitigen Frucht. Besonders lecker ist natürlich der allen bekannte Hefe-Pflaumenkuchen oder das Pflaumenmus. Auch Schlesisches Himmelreich oder Pflaumenschnaps sind bekannt. Weniger bekannt - aber absolut lecker - sind "Weinbrandpflaumen":

Zutaten:

525 g Zucker

2 Nelken

1 Stück Zimtrinde

750 g reife, aber feste Pflaumen

3/16 Wasser (ca. 200 ml)

Weinbrand (38 Vol.%)

Zubereitung

Beim Kaufen (oder Ernten) der Pflaumen bitte darauf achten: Die Früchte sollten makellos und reif, aber keinesfalls weich sein. Sie werden sonst bei der Zubereitung zu "wabbelig".

Die Pflaumen waschen, entsteinen und halbieren. Das Wasser mit dem Zucker und den Gewürzen aufkochen. Den dabei entstehenden Schaum abschöpfen. Die Pflaumen in der Zuckerlösung einmal aufwallen lassen (wirklich nur EINMAL). Zugedeckt 2 Tage stehen lassen.

Dann den Saft abgießen und sirupähnlich auf kleiner Flamme einkochen. Den Sirup abkühlen lassen. Danach mit der gleichen Menge Weinbrand vermengen. Die Pflaumen in Gläser schichten und den Weinbrand-Sirup darüber gießen. Die Gläser fest verschließen und dunkel stellen.

Weinbrandpflaumen halten sich eine ganze Weile (oder auch nicht, kommt auf Ihren Appetit an). Sie schmecken aber schon nach einer Woche Ruhezeit. Lecker zu Vanille- oder Sahneeis bzw. -pudding. Natürlich auch solo.

Viel Freude beim Naschen wünscht Heidi Driesner