Unterhaltung
Donnerstag, 14. Juli 2005

Schlemmen mit Ernesto: Trinken natürlich auch

Ernest Hemingway (1899 bis 1961) kannte das Leben. Und er kannte alles am Leben: Liebe und Verrat, Kreativität und Schreibblockaden, Hunger und Völlerei. Ungewöhnliche Raritäten gehörten ebenso zu seinem kulinarischen Erfahrungsschatz wie ein überaus klare Gedanken dank eines leeren Magens: "Ich habe chinesische Seegurken gegessen, Bisamratten, Stachelschweine ...". Und an anderer Stelle: "Wenn ich hungrig war, lernte ich Cezanne erst richtig verstehen und wahrhaft sehen, wie er seine Landschaften machte."

Der Nobelpreisträger für Literatur (und schillernden Lebenswandel) wollte immer alle Facetten des menschlichen Daseins hautnah miterleben. So sind auch Essen, Trinken und Genießen feste Bestandteile seines literarischen und journalistischen Schaffens. Darüber gibt es ein wunderbares Buch des gebürtigen Niederländers Piet Kistemaker. Ernest Hemingways "Wilde gastronomische Abenteuer" waren bei dem Literaturwissenschaftler und Hobbykoch in den richtigen Händen und es entstand eine kulinarische Biographie mit Anleitungen zum Nachkochen und Nachmixen.

Schon als 24-Jähriger hatte Hemingway entdeckt: "... ich bin dahinter gekommen, dass Essen seinen Zauber bewahrte, während alles andere ihn verloren hat. Und solange meine Verdauung mitmacht, werde ich mich diesem Zauber hingeben."

Besser bekannt als Hemingways Beziehung zum Essen ist die zu alkoholischen Genüssen. Mojito soll sein Lieblingsgetränk gewesen sein und er soll ihn auch erfunden haben. Er süffelte ihn am liebsten in der "Bodeguita del Medio" in Havanna. Wenn "Papa" (so sein Spitzname) Hemingway aber Lust auf Daiquiri hatte, machte er sich auf den Weg zur Bar "Floridita". In der "Bodeguita Del Medio" Bar hängt noch heute ein Bild mit einem handgeschriebenem Bekenntnis von ihm: "My mojito in La Bodeguita My daiquiri in El Floridita". Das versteht man auch ohne Spanisch-Kenntnisse.

Ernestos Mojito

Zutaten pro Glas

2 Stängel frische Pfefferminze
3 cl Limettensaft
1cl Zuckersirup
1 El crushed ice
6 cl weißer Kuba-Rum
etwas Soda

Zubereitung

Die Blätter des einen Minze-Stängels in ein Cocktail-Glas geben und mit einem Stößel ein wenig zerreiben, damit das Aroma frei wird. Darauf Limettensaft, Zuckersirup, Rum und das Eis geben und alles verrühren. Den zweiten Minze-Stängel als Dekoration ins Glas stecken.

Ernestos Daiquiri

Zutaten pro Glas

5 cl weißer Kuba-Rum
3 cl Limettensaft
2 cl Zuckersirup
1 El crushed ice
einige Eiswürfel

Zubereitung

Rum, Limettensaft, Zuckersirup mit einigen Eiswürfeln im Shaker kräftig schütteln. In ein gut gekühltes flaches Glas (z.B. eine Sektschale) das crushed ice geben und den Daiquiri (ohne die Eiswürfel) aus dem Shaker darüber gießen. UND DANN SCHLÜRFEN!

Für Ernesto Normalverbraucher ist das Essen auf Kuba wohl etwas einfacher als es der Gourmet Hemingway genoss. Bei aller wirtschaftlichen Entwicklung - vielen Menschen geht es immer noch nicht sehr gut. Reis und schwarze Bohnen, Hähnchen, Schweinefleisch, Kochbananen und Malanga (eine Süßkartoffel) sind die Grundbestandteile der kubanischen Küche. Und so gibt es dann eben kubanisch-kreolische Gerichte wie Moros y Christianos (Reis mit Bohnen), Platanos (gebratene Bananen) und Pollo Asado (gegrilltes Hähnchen). Moros y Christianos (Mauren und Christen) gilt als das Nationalgericht Kubas.

Zutaten

700 g Reis
200 g kleine schwarze Bohnen
60 g Speck
100 g Zwiebeln
1 bis 2 Paprikaschoten
2 Tomaten
100 g Öl
Salz, Oregano, Knoblauch, Kreuzkümmel, Lorbeer

Zubereitung

Die gewaschenen Bohnen in reichlich Salzwasser nicht ganz gar kochen. Zwiebeln, Knoblauch, Paprika fein schneiden, Speck würfeln. Öl in einem tiefen Topf erhitzen und darin den Speck anbraten. Die geschnittenen Paprika, Zwiebeln, Oregano, Kümmel, Tomaten und Knoblauch glasig andünsten. Den gewaschenen Reis und die Bohnen dazu geben und kurz mit braten. Lorbeerblatt dazu. Mit der restlichen Kochflüssigkeit auffüllen und noch etwa 20 min köcheln.

Guten Appetit und viel Spaß beim Mixen wünscht Heidi Driesner

Quelle: n-tv.de

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