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"11-11-11": Es hapert bei der Umsetzung der Story.
"11-11-11": Es hapert bei der Umsetzung der Story.(Foto: Ascot Elite)

Die okkulte Macht der Zahlen: "11-11-11" öffnet das Tor zur Hölle

von Thomas Badtke

Die Zahl 13 steht für Unglück, die 666 für den Teufel. Aber was hat es mit der 11 auf sich? Joseph Crone muss der Sache auf den Grund gehen, denn seine Mutter, seine Frau und sein Sohn sind jeweils an einem 11.11. ums Leben gekommen. Er selbst überlebt einen Autounfall nur knapp. Seine Suche führt in nach Spanien, zurück zu seinem Bruder - und zum Tor der Hölle.

Okkult, mystisch, aber nicht wirklich gruselig: "11-11-11".
Okkult, mystisch, aber nicht wirklich gruselig: "11-11-11".(Foto: Ascot Elite)

Mystische Zahlen gibt es viele. Aber manche haben von Natur aus etwas Böses an sich. Die 666 zum Beispiel. Eigentlich eine biblische Zahl - bekannt aus der Offenbarung des Johannes - gilt sie auch als "Zahl des Tieres" oder "Zahl des Antichristen". Einen zentralen Stellenwert besitzt sie in der Lehre des englischen Okkultisten und Satanisten Aleister Crowley. Er signierte Briefe an seine Anhänger mit 666 und bezeichnete sich selbst als das "Das Große Tier".

Ebenfalls negativ besetzt ist die 13. Sie gilt in einigen Kulturen als Unglückszahl. Besonders fest verwurzelt ist der Aberglaube, dass es sich bei Freitag, dem 13. um einen Unglückstag handelt. Die Furcht vor der 13 geht teilweise so weit, dass viele Krankenhäuser und Hotels auf ein Zimmer Nr. 13 verzichten. Der "Dreizehnte" ist auch ein Synonym für den Teufel, eine Gruppe aus dreizehn Menschen wird auch als "Teufelsdutzend" bezeichnet.

Aber die 11? Hat die etwas Böses an sich? Für die Karnevalshasser in Deutschland vielleicht. Denn hierzulande ist die 11 vor allem als Zahl der Narren bekannt. Seit dem 19. Jahrhundert spielt sie eine wichtige Rolle im rheinischen Karneval: Den Prunksitzungen der Narrenvereine sitzt etwa ein Elferrat vor. Der Karneval beginnt traditionell am 11.11. um 11.11 Uhr. Und die 11 ist auch die kleinste Schnapszahl. Aber das nur am Rande zur Einstimmung. Eine Unglückszahl ist die 11 im Allgemeinen dagegen nicht. Joseph Crone (Timothy Gibbs; "The Kings of Brooklyn") sieht das anders. Er hat auch allen Grund dazu.

Die Macht der Zahl

Joseph muss nach seinem schweren Autounfall in die Röhre. Danach nimmt er immer öfter die Zahl 11 wahr.
Joseph muss nach seinem schweren Autounfall in die Röhre. Danach nimmt er immer öfter die Zahl 11 wahr.(Foto: Ascot Elite)

An einem 11.11. verliert der Familienvater bei einem Brand seine Frau und seinen Sohn. Ebenfalls an einem 11.11. ist seine Mutter gestorben. Und er selbst wird an einem 11.11. in einen schweren Autounfall verwickelt, den er nur mit viel Glück überlebt. Selbst ein fantasievoller Bestseller-Autor wie er kommt da ins Grübeln und als ihn sein Bruder Samuel (Michael Landes; "Burlesque") unmittelbar vor dem 11.11.11 anruft und ihm mitteilt, dass sein Vater im Sterben liegt, bekommt Joseph diese Zahlenkombination nicht mehr aus dem Kopf. Er sieht sie überall, völlig zusammenhanglos scheinbar, aber irgendetwas muss dahinterstecken. Joseph will der Sache auf den Grund gehen.

Er fliegt nach Spanien, obwohl er nicht will, denn Joseph hat bereits vor Jahren mit seinem Vater und seinem Bruder gebrochen, genauso wie mit ihrer Kirche und mit Gott, der ihm alles nahm, was ihm in seinem Leben wichtig war. Aber wer weiß, vielleicht liegt in Barcelona, bei seiner Familie, der Schlüssel zu allem, was ihm bisher widerfahren ist.

Okkultismus und Zahlenmystik

"11-11-11" ist bei Ascot Elite erschienen.
"11-11-11" ist bei Ascot Elite erschienen.(Foto: Ascot Elite)

Joseph fängt an nachzuforschen, sucht Antiquariate in den verwinkelten Gässchen von Barcelonas Altstadt auf und findet heraus, dass es sich bei der Zahlenkombination 11-11-11 um eine Warnung aus dem Jenseits handelt. Der 11. November 2011 scheint der Anfang vom Ende der Welt zu sein, das Tor zur Hölle wird sich öffnen und der Antichrist auf die Erde kommen.

Da passt der letzte Wunsch seines todkranken Vaters perfekt ins Bild: Joseph soll auf seinen Bruder Samuel achtgeben: "Er ist etwas Besonderes!" Und wie es scheint, stimmt das auch, denn Joseph sieht schon länger unheimliche Schatten, die des Nachts vor der Kirche seines Bruders lauern, und diesem anscheinend nach dem Leben trachten.

Am 11.11.11 ist es dann soweit: Josephs Vater stirbt und wie Joseph es vorhergesehen hat, kommt es zum Kampf Gut gegen Böse. Joseph rettet Samuel das Leben, ohne auch nur im Entferntesten zu ahnen, was er damit in Wirklichkeit heraufbeschworen hat …

Kommt nicht auf Touren

Die Story von "11-11-11" klingt für Mystery-Thriller-Fans wie Musik in den Ohren. Auch die Besetzung weiß an manchen Stellen zu überzeugen. Dennoch mag bei dem Werk des Regisseurs Darren Lynn Bousman keine richtige Gruselstimmung aufkommen - zu durchsichtig ist der Plot und das Ende des Films. Außer der mystisch anmutenden Altstadt Barcelonas, die Okkultismus-Fans in Schwärmen bringen dürfte, hat das Ambiente des Films wenig Schauriges zu bieten. Leider.

Dass es Bousman besser kann, hat er vor allem mit "Saw II" bewiesen. Mit dem Nachfolger des absoluten Überraschungserfolgs "Saw" führte er den Gegenbeweis zur gern benutzten These an, dass der zweite Film einer Reihe immer schlechter ist als der Erste. Bei "Saw III" und "Saw IV", bei denen Bousman ebenfalls Regie führte, stimmte zumindest die Kasse: zwischen 140 Millionen und knapp 170 Millionen Dollar spielten sie jeweils ein.

Alle "Saw"-Filme Bousmans erreichten zudem die Spitze der US-Kinocharts, kein Wunder, dass noch drei weitere Streifen rund um den "Jigsaw-Killer" folgten. Von beidem kann "11-11-11" nur träumen.

Eines hat "11-11-11" Bousmans "Saw"-Teilen aber voraus: Er kommt fast ohne Blutvergießen aus und ist damit für Horrorfans interessant, die Slasher-Filmen nichts abgewinnen können. Dass der 11.11.11 Geschichte und die Welt nicht untergegangen ist (noch nicht, wer weiß das schon so genau …): geschenkt! Wer sich "11-11-11" anschauen will, kann getrost das Licht dabei auslassen. Ernst wird es erst, wenn man im Alltag plötzlich wie aus heiterem Himmel immer wieder eine Zahl wahrnimmt: die 11, oder die 13 oder gar die 666. Buh!

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Quelle: n-tv.de

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