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Ich umarm' dich - soll das heißen.
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Beziehungsstatus: kompliziert: Celeste & Jesse, perfekt getrennt

Von Sabine Oelmann

So ist es doch jedem schon einmal gegangen: Man verlässt einen Menschen, weil dieser einem nicht mehr interessant, begehrenswert oder witzig genug vorkommt. Kaum hat man sich umgedreht, beginnt dieser Mensch zu dem interessantesten, begehrenswertesten und witzigsten Menschen zu mutieren, den man sich nur denken kann.

Es könnte alles so schön sein, zu viert.
Es könnte alles so schön sein, zu viert.

Celeste und Jesse sind schon ein merkwürdiges Paar: Sie sitzen mit ihren besten Freunden im Restaurant, ein harmonischer Pärchen-Abend könnte das sein. Aber hinter den Kulissen brodelt es. Jedenfalls bei Beth und Tucker, die ihre baldige Hochzeit planen. Blöderweise sind ihre besten Freunde Celeste und Jesse bereits getrennt - verhalten sich aber wie die albernsten Teenager, "Best Friends Forever". Man fragt sich wirklich, warum haben die beiden es nicht geschafft, dann zusammenzubleiben? 

Irgendwann platzt es aus den Freunden heraus: Sie finden es geradezu unerträglich, dass die beiden Getrennten sich immer noch so gut verstehen, das passt einfach nicht ins Weltbild. Und wie soll man sich denn verhalten gegenüber Menschen, die auch nicht erwachsen werden wollen?

Kann es denn klappen, dass man mal ein Liebespaar war und dann "nur" noch beste Freunde ist? Wahrscheinlich geht das, aber meist leidet einer eben ein bisschen mehr. In diesem Fall ist es Jesse (Andy Samberg), der noch nicht so ganz von seiner großen Liebe Celeste (Rashida Jones) losgekommen ist. Wie auch? Sie ist süß und witzig, erfolgreich und selbstbewusst. Er ist auch süß und witzig, aber so gar nicht erfolgreich. Mit ein Grund, warum die beiden sich getrennt haben. Noch immer jedoch sind sie Nachbarn und bestens informiert über das Leben des anderen. Sie verbringen fast jede freie Minute miteinander. Doch so kann es nicht weitergehen: Deshalb bittet Celeste den mal wieder arbeitslosen und wenig zielstrebigen Jesse um die Scheidung, um einen endgültigen Schlussstrich zu ziehen. Nicht nur ihre beste Freundin rät ihr dazu, auch ihr bester schwuler Freund (Elijah Wood) findet, dass es an der Zeit ist, neue Leute zu daten. Doch Jesse, der Celeste immer noch liebt, akzeptiert das Ende nicht.

Well it's too late, Baby, now it's too late ...

Umso ungewöhnlicher und befremdlicher wird der Zustand vor allem für Celeste, als Jesse sich dann doch in eine andere Frau verliebt. Mit Folgen. Spät bemerkt sie, dass sie ihren Ex-Mann, Teilzeit-Lover und besten Freund nicht einfach so ziehen lassen will.

Ob es mit einem Neuen klappen kann?
Ob es mit einem Neuen klappen kann?

Dieser Film ist rasant, witzig, wahr, und an vielen Stellen sogar so anrührend, dass man nicht weiß, ob man Tränen lacht oder weint. Jeder kennt ja  den schmerzhaften Prozess des Loslassens, und wenn man Glück hat, dann hat man ein paar von den witzigen Momenten, die Celeste und Jesse teilen. Wenn man Pech hat, hat man nur den Schmerz. Regisseur Lee Toland Krieger ("The Vicious Kind") hat seine Truppe mit viel Humor und Einfühlungsvermögen inszeniert. Rashida Jones ("Trauzeuge gesucht", "The Office") verkörpert gemeinsam mit Andy Samberg ("Der Chaos-Dad", "Saturday Night Live") das Ex-Ehepaar mit viel Witz und Charme. An ihrer Seite vervollständigen Elijah Wood ("Der Herr der Ringe") sowie Hollywoods Nachwuchstalent Emma Roberts ("Valentinstag") den herrlichen Cast.

Das Drehbuch zum Film hat Hauptdarstellerin Jones übrigens gemeinsam mit ihrem Ex-Freund Will Mc Cormack verfasst, der im Film in einer Nebenrolle (Skillz) zu sehen ist. Wer also noch an die eine große Liebe glaubt - süß. Weiter so.

Die US-amerikanische Wahrheit sieht laut Trendforschung allerdings so aus: Wissenschaftler der Rutgers University (New Jersey) haben festgestellt, dass US-Bürger heute länger in wilder Ehe leben, erst später heiraten und sich dennoch schneller wieder scheiden lassen als früher. Das heißt dann also: Wir überlegen immer länger, um am Ende immer früher zu merken, dass wir die falsche Entscheidung getroffen haben. Die US-Zukunftsforscherin Sandy Burchsted sagt gar voraus, dass wir künftig mindestens viermal heiraten werden, und verleiht den einzelnen Versuchen Namen wie "Eisbrecher-Ehe" oder "Selbstfindungs-Ehe". Insofern ist es eigentlich kein Wunder, dass auch immer mehr Paare gleich ganz ohne Heirat auskommen, aber dennoch ein Leben lang zusammenbleiben. Vielleicht das zeitgemäßere Modell?

Für alle anderen heißt es weiterhin "Beziehungsstatus: kompliziert". "Celeste & Jesse" startet am 14. Februar 2013 in den deutschen Kinos.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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