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Mit der Zeit werden Dinge besser - nicht nur der Wein: Szene aus "Der Wein und der Wind".
Mit der Zeit werden Dinge besser - nicht nur der Wein: Szene aus "Der Wein und der Wind".(Foto: Studiocanal)
Mittwoch, 09. August 2017

"Der Wein und der Wind": Ein Film, in Ruhe gereift

Mithilfe von Audrey Tautou und einer mit dem Streifen "L'auberge espagnole" angestoßenen Filmtrilogie brachte es Cédric Klapisch bereits zu Achtungserfolgen. Nun präsentiert der Franzose mit "Der Wein und der Wind" sein neuestes Werk im Kino. Ein guter Tropfen?

Cédric Klapisch ist ein französischer Erfolgsregisseur des Jahrgangs 1961, der seine Filme vorzugsweise in Großstädten ansiedelt. So etwa die romantische Studentenkomödie "L'auberge espagnole" in Barcelona sowie deren beiden Nachfolger "Wiedersehen in St. Petersburg" und "Beziehungsweise New York". Unterstützt wurde er dabei in allen drei Filmen von Audrey Tautou, die seit ihrem Auftritt in "Die fabelhafte Welt der Amélie" zu Frankreichs Vorzeige-Schauspielerinnen gehört.

Nun allerdings hat es den Pariser Klapisch hinaus aufs Land gezogen - ins agrarisch geprägte, für seine Spitzenweine weltberühmte Burgund (Bourgogne) im Herzen Frankreichs. Dort geht es ihm abermals, wenn auch im Ton gesetzter, um junge Leute, die ihren Weg in die Zukunft finden müssen. Dem Regisseur, der das Drehbuch für "Der Wein und der Wind" mit seinem Jugendfreund Santiago Amigorena verfasst hat, gelingt allerdings die Schilderung von Natur und Weinbau im Verlauf eines Erntejahres beeindruckender als das Beziehungs- und Entwicklungsgeflecht der Geschwister Jean, Juliette und Jérémie.

Nach Jahren der Abwesenheit kehrt in dem Film der ältere Jean auf das einst von ihm fluchtartig verlassene Weingut der Familie zurück, auf dem der Vater im Sterben liegt. Neben der Klärung mancher alter Probleme sowie ihrer jeweiligen Selbstfindung müssen die drei Hauptpersonen schließlich entscheiden, wer das Traditionsgut weiterführen wird. Juliette, die noch keine Gelegenheit hatte, sich in der von Männern dominierten Branche zu behaupten? Der jüngere Jérémie, der mit der Tochter schick-mondäner Winzernachbarn liiert ist, die ihn nach ihren Vorstellungen ummodeln wollen? Jean, der in Australien mit einer Weinbäuerin Vater eines kleines Sohns ist? Oder etwa alle drei Geschwister zusammen?

Weinfreaks kommen auf ihre Kosten

Klepisch lässt sich bei der Darstellung seiner Themen spürbar Zeit. So als wolle er zeigen, dass echte Entwicklung ihre Zeit brauche. "Der Film schrie direkt danach zu zeigen, dass Dinge mit der Zeit besser werden. Das ist beim Wein so und bewahrheitet sich auch in der Freundschaft", erklärt der Filmemacher.

Die Filmarbeiten fanden in malerischer Kulisse statt.
Die Filmarbeiten fanden in malerischer Kulisse statt.(Foto: Studiocanal)

Die eher konventionellen Persönlichkeitsbilder der drei Helden geben jedoch so viel Sorgsamkeit nicht her - am Ende entkommt Klepisch trotz sympathischer Akteure nicht der Klischeefalle. Aus langer Weile wird da leicht mal Langeweile für die Zuschauer. Weinfreaks dürften aber ihre Freude daran haben, zu sehen, wie man in der Unesco-Weltkulturerberegion Burgund noch immer roten und weißen Rebensaft produziert: auf kleinen Parzellen, mit mühevoller Hand- (und Fuß-)arbeit sowie viel altem Wissen.

Gedreht wurde auf dem Gut des Schauspielers Jean-Marc Roulot, der im Film den langjährigen Mitarbeiter Marcel verkörpert. Dessen malerische Domaine bewirtschaftet die Familie seit 1830. Und Klapisch ist nicht nur sein Regisseur und Freund - sondern eigenen Angaben zufolge auch seit 1991 sein Kunde.

"Der Wein und der Wind" läuft ab 10. August in den deutschen Kinos

Quelle: n-tv.de

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