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Die Schöne und die Biester ...
Die Schöne und die Biester ...(Foto: imago/UPI Photo)
Donnerstag, 09. März 2017

Der Riesenaffe ist wieder da: Entdecker-Schnösel stören King Kong

Von Sabine Oelmann

Es ist mal wieder so weit: Zeit, eine Neuverfilmung des Klassikers "King Kong" zu wagen. Mit Tom Hiddleston, bis vor Kurzem noch heißester Bond-Anwärter, und der schönen Brie Larson. Und Samuel L. Jackson als nimmermüdem Krieger in "Kong - Scull Island".

Die Geschichte von dem Riesen-Affen und der weißen Frau - wer kennt sie nicht? Vom Klassiker aus dem Jahre 1933 ausgehend, wurde die Geschichte dieses Monsters, das eigens für den Film erfunden wurde und nicht aus der Literatur stammt, schon diverse Male neu verfilmt. Die bekanntesten Adaptionen dürften die mit Jessica Lange (1976) und die aus dem Jahr 2005 von Peter Jackson, mit Naomi Watts als "Weiße Frau", sein. Und nun also noch einmal. Der Einfachheit halber wird der von Regisseur Jordan Vogt-Roberts gezeigte Riese inzwischen nur noch "Kong" genannt (so wie im Original) - dafür ist er inzwischen mindestens drei Mal so groß.

Samuel L. Jackson - der letzte Ritter der Kokosnuss.
Samuel L. Jackson - der letzte Ritter der Kokosnuss.(Foto: AP)

Doch diese Story spielt in einer anderen Zeit als das Original: Ein sehr vielfältiges Team aus Wissenschaftlern, Soldaten und Abenteurern wagt sich auf eine unerforschte Pazifikinsel, um dort nach unerklärlichen Phänomenen zu forschen. Wir schreiben das Jahr 1953, Präsident Richard Nixon zieht seine Truppen aus Vietnam zurück. Alle freuen sich darauf, endlich nach Hause zu können, nur einer nicht: Lieutenant Colonel Packard (Samuel L. Jackson) - dem Ruhestand sieht er mit Skepsis, fast schon Angst, entgegen.

Als ihm und seinen Männern der Befehl gegeben wird, bei einer Erkundungsmission für Sicherheit zu sorgen, kann der Soldat sein Glück kaum fassen. Und so zieht er denn mit einer Truppe in einen Kampf, den die meisten von ihnen - völlig überflüssig nach Kriegsende - dann doch noch verlieren werden.

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Dabei geht der Film mit einem atemberaubenden Tempo vor, die erste halbe Stunde ist der reinste Schweinegalopp. Doch bald fängt man an zu zweifeln: Was machen die da eigentlich? Muss das sein?

Durch eine "Wolke" fliegt eine Armada von Helikoptern zu der geheimnisvollen Insel, nicht wirklich wissend, was sie dahinter erwartet. Und schnell wird klar: Diese Insel birgt nicht nur atemberaubende Naturschönheiten in Form von Fauna und Flora, sondern auch große Gefahren. Die Entdecker können ja nicht ahnen, dass sie in das Revier des gewaltigen "Kong" eindringen. Der hat entschieden was dagegen, dass seine herrliche kleine Insel voller urzeitlicher Tiere und Völker von Entdecker-Schnöseln auseinandergenommen wird.

Einen nach dem andern pflückt er die Helikopter vom Himmel - man fragt sich, wie blöd die Piloten sein müssen, rasen sie ihm doch immer weiter in die Riesenpranken.

Was haben die dort zu suchen?

Uga-uga!!!!!!!!!!!!!!!!!!
Uga-uga!!!!!!!!!!!!!!!!!!(Foto: AP)

Nun gut, einige überleben natürlich, darunter die bereits Erwähnten wie Mason Weaver (Brie Larson), immer am Drücker, und James Conrad (Tom Hiddlestone) - ebenfalls immer am Drücker, aber er hat keinen Fotoapparat in der Hand, sondern die eine oder andere Knarre.

Weitab jeglicher Zivilisation kommt es nun zur ultimativen Konfrontation zwischen Mensch und Natur - und Biest! Die Forschungsreise entwickelt sich zum Überlebenskampf, in dem es nur noch darum geht, dem urweltlichen "Garten Eden" zu entkommen.

Denn eines ist klar: Menschen haben dort nichts verloren. Und so gewinnt der riesige Affe mit den durchaus menschlichen Zügen - er brüllt, er hat Speichelfäden im gewaltigen Maul, er hat einen zärtlichen Blick für das hübsche Ding - und langsam, aber sicher die Sympathie des Zuschauers, der sich fragt, fragen muss: Was haben die dort zu suchen?

Spaß bei der Arbeit: Tom Hiddlestone und Brie Larson.
Spaß bei der Arbeit: Tom Hiddlestone und Brie Larson.(Foto: REUTERS)

Sicher, so ein Film, der nah an "Apocalypse Now" dran ist, der einen schrulligen Überlebenden des Zweiten Weltkriegs aus dem Ärmel zaubert (John C. Reilly, leider etwas zu kitschig geraten), der die klassische Love-Interest-Szenerie bietet (drei Mal dürfen Sie raten, richtig, Brie und Tom), der ein paar Gute draufgehen und einige andere überleben lässt, ein Film, in dem die Flucht in einem Gefährt gelingt, das nicht einmal bei Mad Max durchgehalten hätte, der droht an der einen oder anderen Stelle vorhersehbar zu sein. Das macht aber nichts.

"Kong" ist ein großer, unterhaltsamer Spaß. Mit "Kong: Skull Island" ist dem Regisseur und dem Verleih tatsächlich gelungen, das Original-King-Kong-Abenteuer, das den Ursprüngen eines der mitreißendsten Monstermythen überhaupt nachspürt, zu einem wirklich unterhaltsamen Popcorn-Kino-Ritt zu machen.

"Kong: Skull Island" läuft ab dem 9. März in den deutschen Kinos

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Quelle: n-tv.de

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