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Achtung, Horror-Clown: Bill Skarsgård als Pennywise in "Es".
Achtung, Horror-Clown: Bill Skarsgård als Pennywise in "Es".(Foto: Brooke Palmer / Warner Bros. Pictures)
Mittwoch, 27. September 2017

Echt Horror: "Es" ist zurück - und "Es" ist böse

Von Volker Probst

Für viele Stephen-King-Leser ist es das vielleicht wichtigste Buch des Autors überhaupt: "Es". 1990 erstmals fürs Fernsehen verfilmt, kommt nun die Neuauflage in die Kinos. Und die ist Horror - im positiven wie im negativen Sinne.

Mit Stephen-King-Verfilmungen ist das so eine Sache. Einige, wie etwa "Carrie" von 1976, "Misery" von 1990 oder "Die Verurteilten" von 1994, gelten als Meisterwerke. Andere hingegen werden als misslungener Schund gebrandmarkt. Als vor Kurzem etwa "Der Dunkle Turm" ins Kino kam, überschlugen sich die Kritiker geradezu mit vernichtenden Urteilen. Umso gespannter wurde nun die Neuverfilmung von "Es" erwartet. Auch deshalb, weil Kings Roman um den perfiden Horrorclown Pennywise für manche Fans des Autors dessen Husarenstück darstellt.

1990 wurde "Es" das erste Mal adaptiert. Nicht fürs Kino, sondern fürs Fernsehen und - damals noch - die VHS-Cassette. Doch obwohl das ganz große Kino-Budget fehlte, kam der Streifen gar nicht schlecht an, nicht zuletzt beim Autor selbst. Er sei von der Qualität des Zweiteilers wirklich überrascht gewesen, offenbarte King vor zwei Jahren in einem Interview. Er hätte nicht gedacht, dass man sein über 1000 Seiten umfassendes Werk auf vier Filmstunden angemessen zusammenpressen könne. Als besonderer Clou galt damals die Verpflichtung von Tim Curry als Pennywise - dem Frank-N-Furter aus der "Rocky Horror Picture Show".

Hier zu wenig, da zu viel

Doch es gab und gibt auch kritische Meinungen zur Erstverfilmung. Einigen war sie noch zu zahm, trotz der dicken Buchvorlage zu langatmig und vor allem im Finale zu mau. Wie das Ende bei der jetzigen Kinoversion aussehen wird, ist noch unklar. Auch sie ist ein Zweiteiler. Die Fortsetzung wird nicht vor Herbst 2019 auf die Leinwand kommen. Allerdings könnte es auch diesmal beim Showdown schwierig werden. Denn so fantastisch die literarische Vorlage ansonsten auch ist - das Finale ist bereits im Roman die größte Schwachstelle.

Können sie es mit "Es" aufnehmen?
Können sie es mit "Es" aufnehmen?(Foto: Warner Bros. Pictures)

Aber zumindest für den ersten Teil der Neuauflage lässt sich schon mal sagen: Zahm und langatmig sieht anders aus. "Es" 2017 ist echt Horror. Allerdings ist das nicht in jeder Hinsicht positiv. Regisseur Andrés Muschietti greift in wirklich jede altbekannte Grusel-Trickkiste, von Musik und Geräuschen angefangen über Szenen, die unter spannungsgeladener Suspense ächzen, bis hin zu Schockeffekten und monströsen Maskeraden. Leider gerät die schaurige Poesie, die "Es" als Roman auszeichnet, dabei zu oft ins Hintertreffen. Wo der Fernsehfilm hier und da zu wenig wollte, will die Neuverfilmung hier und dort zu viel.

Rekordstart in den USA

Dem Erfolg des Streifens tat das allerdings bislang keinen Abbruch. In den USA, wo er bereits vor drei Wochen in die Kinos kam, legte er für einen Film ohne Jugendfreigabe einen Rekordstart hin. Und auch hierzulande werden sich bestimmt in den kommenden Wochen zahlreiche Menschen über Kings Geschichte gruseln wollen: Über der Kleinstadt Derry in Maine lastet ein Fluch. Alle 27 Jahre geschehen dort grausige Dinge. Als der kleine Georgie (Jackson Robert Scott) verschwindet, geht es wieder los. Immer mehr Kinder im Ort tauchen nicht mehr auf. Auch Georgies Bruder Bill (Jaeden Lieberher) und seine Freunde Stanley (Wyatt Oleff), Eddie (Jack Grazer), Richie (Finn Wolfhard), Mike (Chosen Jacobs), Ben (Jeremy Ray Taylor) und Beverly (Sophia Lillis) geraten ins Visier des Bösen. Sie beschließen, "Es" zu jagen.

"Es" kann dabei die unterschiedlichsten Formen annehmen. Es kann in die Gestalt von Verwandten oder Freunden schlüpfen oder in die der größten Ängste seiner Opfer. Vor allem aber zeigt es sich als Pennywise, der Clown (Bill Skarsgård). Luftballons sind seine ständigen Begleiter. Und er prophezeit den Kindern: "Hier unten können wir alle fliegen" ...

Es soll Menschen geben, die seit sie "Es" gelesen oder seinerzeit den Fernsehfilm gesehen haben, bei Luftballons zusammenzucken oder Clowns nur noch mit Skepsis begegnen. Sollten Sie also künftig noch entspannt in den Zirkus gehen und Kindergeburtstage feiern wollen, überlegen Sie sich das mit dem Kinobesuch gut.

"Es" läuft ab dem 28. September in den deutschen Kinos

Quelle: n-tv.de

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