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In "Fast & Furious 8" ist es um die Familie von Dominic Toretto (Vin Diesel) schlecht bestellt.
In "Fast & Furious 8" ist es um die Familie von Dominic Toretto (Vin Diesel) schlecht bestellt.(Foto: Universal Pictures)

Der Verrat zündet: "Fast & Furious 8": Atomare Bedrohung

Von Anna Meinecke

Nicht viel trennt die Guten von den Bösen. Im neusten Teil von "Fast & Furious" werden die Karten neu gemischt. Zwischen Explosionen und Blechschäden droht die Familie um Dominic Toretto zu zerbrechen.

Es geht um Loyalität. Und es knallt. Gewaltig. So langsam wissen Fans von "Fast & Furious", was sie von dem Franchise erwarten können. Zum achten Mal brettern Vin Diesels Dominic "Dom" Toretto und seine Crew nun auf dem schmalen Grad zwischen Street-Credibility und Weltrettung. Regisseur F. Gary Gray verpflanzt die Auto-Action vor eine Kulisse von Cyberkriminalität und atomarer Bedrohung -  abgeschmeckt mit einer Prise Familiendrama und knackigen Faustkämpfen. Von allem zu viel ist bei "Fast & Furious 8" gerade richtig.

Zur Sache geht es bei "Fast & Furious 8" in kubanischen Straßenschluchten, entlang des New Yorker Times Squares und im russischen Eis. Ja, ja, die Autos der Helden sind irgendwie ganz schön kugelsicher und sowie vor allen Widrigkeiten gefeit. Das muss aber so, lehrt Regisseur Gray auch die miesepetrigsten Zuschauer. Seine Action-Szenen zehren weniger von elegant-rasanten Fahrmanövern, sondern von der rein psychischen Präsenz der Autos. Soll heißen: Dieser Film scheut keinen Blechschaden. Es regnet Zombie-Autos, und dann ist da auch noch die Sache mit der "heat seeking missile".

Flirt mit dem Bösen

"Fast & Furious 8" kann mit stolzem Fuhrpark aufwarten, mit einem Flugzeug, das einer Raumstation gleicht, und mit einem U-Boot. Seinen Trumpf spielt der Film allerdings mit (Semi-)Neuzugängen aus Fleisch und Blut aus. Insbesondere Jason Statham bereichert den Film um eine Figur, die nicht bloß Abziehbild x-beliebiger Popcorn-Streifen ist. Er ist zurück als Deckard Shaw und er gehört nun zum Ensemble. Auf welcher Seite er steht, muss sich noch zeigen. Doch als er Dwayne "The Rock" Johnsons Luke Hobbs das erste Mal an den aufgepumpten Oberarmen vorbei anfunkelt, da zündelt er bereits an etwas herum, was - Verzeihung, Dom - die ganz große Bromance der Filmreihe entfachen könnte.

Jason Statham und Dwayne "The Rock" Johnson sind eins der absoluten Highlights von "Fast & Furious 8".
Jason Statham und Dwayne "The Rock" Johnson sind eins der absoluten Highlights von "Fast & Furious 8".(Foto: Universal Pictures)

Hellen Mirren spielt Stathams On-Screen-Mutter. Mit schwerem Goldbehang und aufgemaltem Schönheitsfleck hinterlässt sie als Matriarchin des Shaw-Clans ihren Fußabdruck im "Fast & Furious"-Universum. Mehr noch beinahe als Charlize Theron. Ausgestattet mit langen blonden Dreadlocks wird sie zur Hacker-Königin Cypher, die Dom auf seine bislang schmerzhafteste Probe stellen wird. Theron ist eine herrliche Schurkin. Aus ihren kalten Augen blickt ein kaltes Herz. Dennoch gelingt es ihr, mit Krawall-Diesel so etwas wie Chemie aufzubauen (keine Selbstverständlichkeit, mit Michelle Rodriguez will Vergleichbares schließlich auch nach all den gemeinsamen Rennen nicht so recht klappen). Bloß mitspielen darf sie eben nur in Maßen. Weiß ja jeder, das IT-Nerds nicht unbedingt da sind, wo voller Körpereinsatz gefordert ist.

Gibt es guten Terrorismus?

Pathos hebt sich "Fast & Furious 8" für die finalen fünf Minuten auf und das ist auch gut so. Es mag sein, dass Regisseur Gray das Konzept der selbst gewählten Familie um Torero etwas aus den Augen verliert. Damit erspart er seinen Figuren die unfreiwillige Komik. "Fast & Furious 8" beginnt und endet wie ein Werbespot für ein kühles Alkoholmischgetränk. Dazwischen gelingt es dem Film aber, eine tatsächlich relevante Frage aufzuwerfen: Kann es so etwas wie guten Terrorismus geben? Mehr als einmal treffen Charaktere als Gegenspieler aufeinander - jeder in der Auffassung, auf der richtigen Seite der Geschichte zu stehen.

Über den Erfolg eines "Fast & Furious"-Films entscheidet am Ende selbstverständlich nicht moralische Überlegenheit. Damit die Guten einen dritten Weltkrieg verhindern können, müssen unzählige vermeintlich Böse ohne Namen und oft ohne Gesicht ihr Leben lassen. Darum geht es nicht. Gegen Ende ihrer achten Reise müssen sich die Helden für einen Plan entscheiden: ein Weg ist zu verrückt, einer ist zu gefährlich. Sie werden beide gehen - das ist, was die Zuschauer wollten, das ist, was sie bekommen, das ist, weshalb das Franchise ein weiteres Mal funktioniert.

"Fast & Furious 8" startet am 12. April in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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