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Haie mögen keine Menschen.
Haie mögen keine Menschen.(Foto: Ascot Elite)

Mediengemachte Bestien: Haie – Fürsten der Meere

Von Jana Zeh

Sie gelten als blutrünstig und furchteinflößend. Doch tatsächlich sind Haie intelligente und vorsichtige Tiere. Für das ökologische Gleichgewicht spielen sie eine wichtige Rolle. Eine sehenswerte Doku rückt die Räuber nun in ein ganz neues Licht.

Erich Ritter bezeichnet Haie auch als Augentiere.
Erich Ritter bezeichnet Haie auch als Augentiere.(Foto: Ascot Elite)

Sie bringen den Tod aus der Tiefe und werden von Menschen gefürchtet: Zahlreiche Filme, allen voran der Klassiker "Der weiße Hai", und unzählige Nachrichten von Haiangriffen sorgen dafür, dass der schlechte Ruf der Tiere erhalten bleibt. Haie sind Knochenfische und leben seit mehr als 400 Millionen Jahren in den Ozeanen. Die perfekt an das Leben als Räuber angepassten Meeresbewohner sind jedoch ganz anders, als man denkt.

Welche Freude es machen kann, die Lebensweise der Tiere zu studieren, das zeigt der Film von Timo Johannes Mayer. Mit "Haie – Fürsten der Meere" präsentiert der Regisseur die Raubtiere in einem völlig neuen Licht. Mit neuester Kameratechnik und einzigartigen Unterwasseraufnahmen werden Raubtiere beobachtet, die sich behutsam ihrer vermeintlichen Beute nähern und erst zuschnappen, wenn sie sich sicher sind, dass es die richtige Nahrung für sie ist. Doch wie kommt es trotzdem immer wieder zu blutigen Zwischenfällen mit Haien?

Ein Hai-Kenner klärt auf

Der Hai-Experte Erich Ritter erklärt, in welchen Situationen Haie auch für Menschen gefährlich werden können, obwohl Haie Menschen als Beute gar nicht mögen. Es geht einzig und allein darum, wie sich Menschen im Wasser verhalten. "Es gibt keine gefährlichen Haie, sondern nur gefährliche Situationen", erklärt der Experte und gibt auch gleich noch ein paar klare Tipps, was man tun oder besser lassen sollte, falls man unerwartet einem Hai begegnet. Der Schwachpunkt der Haie sind nämlich die Kiemen. Werden diese berührt, dann nehmen die Räuber Reißaus.

"Haie 3D - Fürsten der Meere" ist bei Ascot Elite auf DVD und Blu-ray erschienen.
"Haie 3D - Fürsten der Meere" ist bei Ascot Elite auf DVD und Blu-ray erschienen.(Foto: Ascot Elite)

Der Wechsel der Unterwasseraufnahmen mit den Interview-Sequenzen macht die Dokumentation zu einem interessanten Film. Durch die Aussagen des Verhaltensbiologen Erich Ritter, der seit 20 Jahren das Leben der Tiere erforscht, bekommt die Dokumentation einerseits einen wissenschaftlich fundierten Hintergrund und andererseits das Gesicht eines authentischen und leidenschaftlichen Forschers, der sich mit ganzem Herzen und voller Überzeugung für die Tiere einsetzt. Es macht Spaß, dem Schweizer bei Sätzen wie "Haie sind die harmlosesten Großraubtiere auf unserem Planeten" zuzuhören.

Haie sind schutzlos

Der Zuschauer erfährt im Film, dass Haie scheue Tiere sind. Es gibt sie in allen Meeren der Welt. Sie werden nur nicht überall gesichtet, weil sich die Tiere für gewöhnlich von Menschen fernhalten. Ob Taucher, Schwimmer oder Surfer: Menschen sind für Haie etwas Unbekanntes, potenziell Gefährliches. Insgesamt gibt es 500 verschiedene Arten von Haien, mit einem sehr geringen Bruchteil von ihnen ist es in der Vergangenheit zu Unfällen gekommen. Ein friedlicher Umgang mit ihnen kann jedoch erlernt werden. Dafür ist ein Umdenken nötig, denn die Angst, die man vor den Tieren hat, ist eine erlernte Angst mit evolutionären Wurzeln.

Diese Angst vor den Fischen und das schlechte Image haben dazu geführt, dass die "Räuber der Meere" heute völlig schutzlos sind. Mehr als 70 Arten sind bereits bedroht. Jährlich werden rund 150 Millionen Tiere gefangen und getötet. Die meisten davon sind ungewollter Beifang. Doch Haie halten als natürliche Kontrolleure der Meere das Ökosystem in der Balance. Das allmähliche Verschwinden der Tiere würde zu einem drastischen Ungleichgewicht in der Hierarchie der Meere und schließlich zum Artensterben führen, erklärt Ritter im Film das Szenario. Aus diesem Grund müssten die Tiere so schnell wie möglich rehabilitiert werden. "Haie – Fürsten der Meere" liefert einen wesentlich Beitrag dafür. Er räumt mit dem Mythos auf, dass Menschenblut Haie anlockt, und kritisiert die Praxis zur Gewinnung von Haifischflossen als Delikatesse.

Der Film, der passenderweise in 3D-Technik aufgenommen worden ist, lässt den Funken der Begeisterung für die "Fürsten der Meere" auf den Zuschauer überspringen. Er räumt auf mit den falschen Vorstellungen über Haie, baut Ängste ab und macht neugierig. Etwas unpassend erscheint allerdings die dramatische Hintergrundmusik. Offen bleibt auch die Frage, welche Fische zu sehen sind, die stets dicht an der Haut der Haie schwimmen. Neugier auf mehr ist also garantiert.

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Quelle: n-tv.de

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