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"Du hast es versprochen" - keineswegs ein Kinderspiel.
"Du hast es versprochen" - keineswegs ein Kinderspiel.(Foto: Falcom Media)

"Du hast es versprochen": Horror made in Germany

Von Volker Probst

"Du hast es versprochen" liefert eine für einen deutschen Film ungewohnte Mixtur aus Horror und Psycho-Thriller. Und das mit Frauen-Power: Regisseurin Alexandra Schmidt gewann für ihr Kino-Debüt Altmeisterin Katharina Thalbach und die Durchstarterinnen Mina Tander und Laura de Boer.

Die nächste deutsche Komödie lässt nicht lange auf sich warten. Gerade läuft "Jesus liebt mich" in den Kinos an, eine Woche später die Blutsauger-Parodie "Die Vampirschwestern" und Anfang Januar folgt bereits Matthias Schweighöfers neuester Schenkelklopfer "Schlussmacher". Der deutsche Film, so scheint es, ist seit einigen Jahren geradezu auf Komödien abonniert. Schließlich erweisen die sich ja regelmäßig auch als Kassenschlager.

Umso mutiger ist es von der jungen Regisseurin Alexandra "Alex" Schmidt, sich ausgerechnet bei ihrem Kino-Debüt auf ein gänzlich anderes Terrain zu wagen. Eines, das seit Langem hierzulande ziemlich vernachlässigt wird. Lang, lang ist es her, dass Deutschland mal mit Filmen wie "Nosferatu", "Dr. Mabuse" oder "Das Cabinet des Dr. Caligari" die Heimstätte gruseliger, mystischer und fantastischer Stoffe war. Inzwischen hingegen bilden Streifen mit Gänsehaut-Faktor wie etwa "Anatomie" (2000), "Tattoo" (2002) oder gar die in Berlin spielende Zombie-Geschichte "Rammbock" (2010) die sehr seltene Ausnahme von der Regel.

Gespenstisch von Beginn an

Was passiert mit ihnen auf der Insel? Hanna (Mina Tander, l.) und Clarissa (Laura de Boer).
Was passiert mit ihnen auf der Insel? Hanna (Mina Tander, l.) und Clarissa (Laura de Boer).(Foto: Falcom Media)

Irgendwo zwischen Horror und Psycho-Thriller angesiedelt, reiht sich "Du hast es versprochen" in diese Riege der Sonderfälle ein. Daraus macht der Film schon in seiner Eröffnungssequenz keinen Hehl: Zwei Mädchen laufen in Zeitlupe durch einen gespenstisch-schneebedeckten Wald, im Hintergrund zählt eine flüsternde Kinderstimme von zehn rückwärts, ein verzerrtes Lachen ist zu hören. Als die beiden Mädchen ein unterirdisches Gewölbe entdecken, erzählt das eine von dem Fluch, das auf dem Gemäuer lastet. Der Fluch eines hier seit vielen Jahren eingesperrten Mädchens, das nur darauf wartet, den Platz in seinem ewigen Gefängnis mit jemand anderem zu tauschen.

Jahre später treffen die Ärztin Hanna (Mina Tander) und ihre Patientin Clarissa (Laura de Boer) im Krankenhaus aufeinander. Lange hatten sie sich aus den Augen verloren, doch nun stellen sie fest, dass sie als Kinder einst die besten Freundinnen waren. Mit Hannas Tochter Lea (Lina Köhlert) im Schlepptau brechen sie gemeinsam zu der Insel auf, auf der sie früher oft ihre Ferien verbracht hatten. Doch schon bald wird klar, dass hier nicht alles mit rechten Dingen zugeht. Und das nicht nur wegen des mysteriösen Verhaltens der Fischverkäuferin Gabriela (Katharina Thalbach). Als Hanna von dem Mädchen Maria erfährt, das als Kind aus dem Dorf verschwunden und nie wieder aufgetaucht ist, verdichten sich die Hinweise auf ein schreckliches Geheimnis, das auf der Insel lauert …

Altbewährt und überraschend

Mit Katharina Thalbach gehört zum Ensemble des Streifens eine gestandene Altmeisterin des deutschen Films. Allerdings "nur" in einer Nebenrolle. Im Zentrum des Geschehens stehen indes Mina Tander und Laura de Boer. Insbesondere Tander ist allerdings auch keine Newcomerin mehr. Seit mehr als 15 Jahren steht sie vor der Kamera. Ihr Gesicht dürfte vielen nicht nur aufgrund ihres jüngsten "Tatort"-Engagements, bei dem sie die eine Hälfte eines lesbischen Gaunerpärchens mimte, durchaus bekannt sein.

Darüber hinaus kann "Du hast es versprochen" mit seiner Geschichte punkten. Klar, viele Versatzstücke des Streifens sind nicht ganz neu und entstammen der altbewährten Horror-Kiste. Die Wendung, die das Geschehen zum Ende hin nimmt, vermag den Zuschauer dennoch zu überraschen. Ebenso klar ist natürlich, dass der nicht zuletzt mit Fördergeldern finanzierte Streifen in Sachen Produktion nicht mit entsprechenden Hollywood-Filmen mit Zig-Millionen-Budget mithalten kann. Aber letztlich kann das ein Schweighöfer-Film ja auch nicht. Und allein der Ansatz von "Du hast es versprochen", ein wenig furchterregend frischen Wind in Deutschlands komische Kinolandschaft zu blasen, ist aller Ehren wert.

"Du hast es versprochen" läuft ab  sofort in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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