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In Japan muss Wolverine gegen Samurais und Ninja-Krieger kämpfen.
In Japan muss Wolverine gegen Samurais und Ninja-Krieger kämpfen.(Foto: AP)
Donnerstag, 25. Juli 2013

"Wolverine - Weg des Kriegers": Kein Ende in Sicht

Von Heike Müller

So schön Filmfortsetzungen auch sind, bei manchen fragt man sich: Wann ist endlich Schluss? Schon während des Trailers zum neuen Wolverine-Film keimt bei vielen die Hoffnung nach einem fulminanten Endspurt der Comic-Reihe auf. Doch wie der Titel schon sagt, der Mutant befindet sich immer noch auf dem Weg.

Bereits zum sechsten Mal verkörpert Hugh Jackman seine Lieblingsfigur. Auch im neuen Film "Wolverine - Weg des Kriegers" gibt es reichlich Szenen mit dem nackten Muskelpaket. Also nichts, was man nicht schon gesehen hätte. Dafür bleibt vieles ungesehen, ungehört und ungesagt. Danach will man den Filmemachern eigentlich nur eins zurufen: Jetzt lasst den armen Kerl doch in Ruhe!

Mutant im Ruhestand

Zum sechsten Mal verkörpert Hugh Jackman den Mutanten.
Zum sechsten Mal verkörpert Hugh Jackman den Mutanten.(Foto: dpa)

Zu Beginn des Films lebt Logan alias Wolverine zurückgezogen und beinahe verwahrlost in den Bergen Kanadas. Nach dem Tod von Jean Grey hatte er sich geschworen, nicht mehr als Krieger zu kämpfen. Aber das fällt ihm selbst in der Einöde schwerer als gedacht. Doch dann erhält er die Nachricht, dass sich sein todkranker Bekannter Yashida verabschieden möchte. Ihm hatte Logan im Zweiten Weltkrieg beim Atomangriff auf Nagasaki das Leben gerettet.

Widerwillig reist er nach Tokio, wo Yashida ihm ein verlockendes Angebot macht. Doch bevor Logan sich entscheiden kann, stirbt der alte Mann. Von nun an muss sich Logan nicht nur damit auseinandersetzen, dass seine Selbstheilungskräfte nicht mehr richtig funktionieren. Zusätzlich muss er auch noch Yashidas schöne Enkelin Mariko beschützen, die von schwer bewaffneten Samurai- und Yakuza-Kämpfern bedroht wird.

Weniger Action als vorher

Schon in der ersten Viertelstunde merkt der Zuschauer, dass die Macher des Films den Action-Anteil drastisch zurückgefahren haben. Zwar tut der Ortswechsel in die fernöstliche, traditionelle Kultur Japans dem Film gut, die Schönheit des Landes beschert dem Streifen obendrein sogar ein paar tolle Bilder. Und dennoch werden handfeste Kampfszenen schmerzlich vermisst. Denn nur sanfte, schöne Bilder reichen bei einem Mutanten-Film eben nicht aus. Da muss Action her. Davon sieht man im 129-minütigen Film allerdings zu wenig.

Was will die Schlangendame "Viper" von Wolverine?
Was will die Schlangendame "Viper" von Wolverine?(Foto: AP)

Zwar schärft Wolverine als nackter Muskelberg immer wieder seine diamantharten Krallen, dennoch gehen die meisten Kämpfe eher müde zu Ende. Nur die Actionszenen auf einem 300 Kilometer je Stunde schnellen Zugdach halten unvorhergesehene und originelle Bilder bereit. So bleiben beim Zuschauer nicht nur der Wunsch nach mehr Action, sondern auch noch einige Fragen offen.

Wo bleibt der richtige Wolverine?

Während man noch zu verstehen versucht, wer überhaupt der richtige Bösewicht unter den vielen Kleinschurken ist, was die Schlangenlady "Viper" eigentlich genau möchte oder weshalb Marikos Kinderfreund am Ende doch noch die Seiten wechselt, stellt sich besonders eine Frage: Wann sehen wir endlich den richtigen Wolverine? Den hatten die Filmemacher schließlich vorab versprochen.

Sicher, der Film will den Charakter Wolverines und seine mögliche Sterblichkeit deutlicher hervorheben. Aber auch das schafft er nicht so ganz. Die innere Zerrissenheit zwischen einem selbstmordgefährdeten Ruheständler und einem schnell aggressiven, sich selten unter Kontrolle habenden Mutanten ist für X-Man-Fans nichts Neues.

Doch anstatt diese Schwäche herauszuarbeiten, schleicht sich der Film, teilweise sehr träge, durch die Gehirnwindungen Wolverines. Nicht nur die zwischenzeitlichen Erinnerungen an Jean Grey werden nicht genauer beleuchtet, auch die klägliche Liebschaft zwischen Logan und Mariko bleibt weitgehend unverständlich.

Ende nicht in Sicht

Somit bleibt "Wolverine - Weg des Kriegers" eine nett gemachte Action-Unterhaltung, von der man allerdings nicht allzu viel erwarten darf. Erneut reicht es nicht für einen fulminantes Ende. Deshalb bleibt die Vermutung, dass sich Wolverine wohl noch mindestens ein weiteres Mal durch einen Film quälen wird.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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