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Charlie Hunnam (l.) hat sich für die Rolle des King Arthur quasi aufgedrängt. Regisseur  Guy Ritchie fand's gut.
Charlie Hunnam (l.) hat sich für die Rolle des King Arthur quasi aufgedrängt. Regisseur Guy Ritchie fand's gut.(Foto: Joel Ryan/Invision/AP)
Sonntag, 14. Mai 2017

Guy Ritchie über "King Arthur": Keine Angst vor dicken Budgets

Seit 20 Jahren dreht Guy Ritchie Filme. So ein dickes Budget wie für "King Arthur" hatte er noch nie. 175 Millionen US-Dollar hat der Streifen gekostet. n-tv.de erzählt der Regisseur, wieso man sich von so viel Geld besser nicht einschüchtern lassen sollte, und er verrät, welche verborgenen Fähigkeiten sein Hauptdarsteller Charlie Hunnam hat.

Ihren ersten Film "Bube, Dame, König, grAS" aus dem Jahr 1998 haben sie mit einem Budget von 1,35 Millionen US-Dollar (1,23 Millionen Euro) gedreht, bei "King Arthur" waren es 175 Millionen US-Dollar (160 Millionen Euro). Wenn Sie sich jetzt nochmal in den 29-jährigen Guy Ritchie hineinversetzen würden: Wäre er überrascht oder wusste er damals schon, dass er solche Filme drehen würde?

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Ich habe das durchaus geplant. Ich wollte schon immer größere Filme drehen - nichts gegen die kleinen. Die Filmindustrie hat sich verändert. Es ist seltsam. Erfolgreich an den Kinokassen sind fast ausschließlich große Produktionen - und auch nur dann, wenn man einen passenden Starttermin findet (Der von "King Arthur" wurde mehrfach verschoben; Anm. d. Red.). Das Fernsehen ist der Ort für kleinere Projekte geworden. Im Kino werden die spektakulären Filme gezeigt.

Sie meinen, die Filme mit aufwendigen Effekten?

Ja, neue Technologien bestimmen mittlerweile die Entwicklung der Filmbranche.

Macht es Ihnen mehr Spaß, solche Blockbuster zu drehen?

Ich genieße die Arbeit heute genauso wie früher. Ein cleverer alter Sack hat mir mal gesagt: Nullen sind Nullen, weil sie schlussendlich Null ausmachen. Man darf sich von der Höhe des Budgets nicht einschüchtern lassen. Sonst kommt nichts Gutes dabei raus. Als Regisseur muss ich die Rolle des Kreativen übernehmen.

Bei "King Arthur" sind Sie ja aber auch Produzent und der schaut aufs Geld …

Man muss das voneinander trennen. Nur so kann man beiden Positionen gerecht werden.

Die Geschichte "King Arthur" ist Jahrhunderte alt. Seitdem wird sie wieder und wieder neu erzählt. Was hat Sie an dem Stoff gereizt?

Die Legende von King Arthur begleitet mich seit Kindertagen. Was mich als Filmemacher ungemein interessiert hat, ist der symbolische Kern der Geschichte. Selbstverständlich sieht es schick aus, wenn Arthur das Schwert aus dem Stein zieht. Wichtig ist mir aber, wofür dieser Moment steht: Der Mensch kann sein Schicksal in die Hand nehmen. Exkalibur ist mehr als eine Waffe. Arthur kann damit nicht nur die Dämonen bekämpfen, die ihn von außen befallen, sondern auch seine inneren.

Als Charlie Hunnam gehört hat, dass Sie die Geschichte von King Arthur verfilmen, hat er sich Ihnen für die Hauptrolle richtiggehend aufgedrängt. Er hat sich in den Flieger gesetzt und hat dann einfach bei Ihnen geklingelt. Womit hat er Sie von sich überzeugt?

Charlie war ein Fan von mir (grinst). Wenn jemandem gefällt, was man tut, sind die Chancen gut, dass einem auch gefällt, was der andere tut. Wir sind auf einer Wellenlänge. Noch dazu ist er ein sehr talentierter und erfahrener Schauspieler.

Und was beeindruckt Sie heute am meisten an ihm?

Charlie ist sehr belesen. Dabei würde man das vielleicht erstmal gar nicht denken. Ich will ihn nicht in ein Klischee zwängen. Es kommt jedoch nicht oft vor, dass jemand, der so gut aussieht wie er, geistig so bewandert ist. Man könnte denken, dass man mit so einem Aussehen nicht so sehr auf Bücher angewiesen ist. Ich halte es für wichtig, die Fähigkeiten von Leuten zu entdecken. Selbst der dümmste Mensch ist zu Dingen imstande, die einem anderen unmöglich gewesen wären.

Mit Guy Ritchie sprach Anna Meinecke.

"King Arthur" läuft in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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