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Königliche Prügelei: "King Arthur: Legend of the Sword"

Von Anna Meinecke

Es braucht das Schwert, das Schwert steckt im Stein - doch nicht für lang. Kaum einer, der die Sage von King Arthur nicht kennt. Guy Ritchie hat sie völlig umgemodelt und auf Action poliert. Ein großer Spaß.

Wenn irgendwo von Popcorn-Kino die Rede ist, ist das meist ein verlässliches Zeichen dafür, dass der betreffende Film wirklich nicht geguckt werden muss. Popcorn-Kino ist so ein Verlegenheitswort. Der Cast ist hochkarätig, die Produktion aufwendig, die Handlung irgendwie rasant - wird schon irgendwem Spaß machen. Und wenn es dann auch noch Popcorn gibt: umso besser. Filme wie Matt Damons Vollflopp "The Great Wall" werden Popcorn-Kino genannt, doch mit Würde tragen den Titel Filme wie "King Arthur: Legend of the Sword". Guy Ritchie bringt dem Sagenstoff auf die Leinwand und es gibt nicht die kleinste Kleinigkeit zu bemängeln.

Ja, ja, so richtig nah an der Legende hangelt sich der Film "King Arthur" nicht entlang. Arthur ist mehr Underdog als König, ein Held, der seinen Ruf verweigert, bis er sich bitten lässt. Gleich in der Eingangszene verfeuert Ritchie ein CGI-Feuerwerk, dass die klassische Geschichte um das Schwert im Stein beinahe vergessen lässt. Aber er schafft eben sein ganz eigenes Epos.

Ritchies Arthur ist Charlie Hunnam, Star der Biker-Serie "Sons of Anarchy" und erste Wahl für Sadomaso-Sexsymbol Christian Grey (er konnte dann doch nicht). Sein Haarschnitt ist eine einzige Katastrophe, sein Oberkörper gehört hingegen in Marmor verewigt und so schaut man ihm auch dann noch gerne zu, wenn er schreiend den Boxkampf mit dem Nichts sucht, weil - ja warum nochmal? Egal! Hunnams Arthur kann derbe prügeln und sorgt zugleich mit prollig-charmantem Witz für ehrliche Lacher. Er ist eine Art bulliger Pfau, ein Jungspund, der erst Mann werden muss, um im großen Kino-Finale dem Bösen entgegenzutreten.

Zeichen stehen auf Franchise

Charlie Hunnam ist Guy Ritchies King Arthur.
Charlie Hunnam ist Guy Ritchies King Arthur.(Foto: Warner Bros.)

Das Böse ist bei "King Arthur" Jude Law. Dessen Leinwandpräsenz ist so herrlich unangenehm wie seine Figur Vortigern furchtbar. Der ist der Bruder von Uther, Arthurs Vater, den er ermordete. Seitdem regiert er an dessen Stelle und ist entsprechend erpicht darauf, den rechtmäßigen Thronfolger von Selbigem fernzuhalten. Zu diesem Zwecke hat er sich mit abscheulichen Kreaturen eingelassen, die Abscheuliches von ihm fordern. Doch was bedeutet schon so ein Menschenopfer, wenn man dafür ein tentakeliges Tümpelmonster zu sehen bekommt, dem drei nackte Leiber entwachsen?

Wer die "Avengers" mag, wird an dem breitschultrigen Feuerungetüm in Loki-Optik Gefallen finden, "Game of Thrones"-Fans werden sich freuen, Aidan "Littlefinger" Gillen in der mittelalterlichen Kulisse auszumachen. Und wer mit Fantasy gar nicht so viel am Hut hat, dafür aber mit Fußball: David Beckham spielt auch mit. Wenn man "King Arthur" wirklich ganz dringend etwas vorwerfen müsste, dann, dass hier ganz offensichtlich alle Register gezogen wurden. Am Ende erinnert ein runder Tisch an die Ritter der Tafelrunde, deren Geschichte dem Kino-Spektakel zugrunde liegt. Wenn das mal nicht Franchise schreit. Ja mei, es funktioniert ja. Des passt scho.

"King Arthur: Legend of the Sword" startet am 11. Mai in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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