Unterhaltung
Haruka ist gefangen in der Angst vor dem Unsichtbaren.
Haruka ist gefangen in der Angst vor dem Unsichtbaren.

Poltergeist mit Wackel-Kamera: "Paranormal Activity - Tokyo Night"

von Thomas Badtke

"Poltergeist" sorgt 1982 bei so manchem Kinogänger für schlaflose Nächte. Fast 30 Jahre später kehrt der Schrecken mit "Paranormal Activity" zurück. Er spielt rund das 13.000-fache seiner Produktionskosten ein. Mit "Paranormal Activity - Tokyo Night" wird der Horror nun japanisch.

Tobe Hoopers "Poltergeist", produziert von Steven Spielberg, schlägt 1982 ein wie eine Bombe. Der Horrorstreifen, der die Ängste der Menschen vor dem unsichtbaren Grauen anspricht, ist Vorreiter eines ganzen Genres. Dennoch dauert es fast 30 Jahre, bis das Thema wieder "up to date" ist. Geschafft hat das "Paranormal Activity". Er soll gerade einmal rund 15.000 Dollar gekostet haben. Das Einspielergebnis ist dann rund 13.000-fach höher: 193 Millionen Dollar. So etwas nennt man einen "dämonischen" Überraschungserfolg.

Geklappt hat das schon einmal mit "Blair Witch Project": Wackel-Kamera, low budget und geschickte Werbung etwa durch Mundpropaganda und Hörensagen machen den Horrorfilm zum Kassenschlager. Die Fortsetzung lässt nicht lange auf sich warten.

Adaption mal umgekehrt

Effektvoll und solide gemachter Gruselhorror: "Paranormal Activity - Tokyo Night".
Effektvoll und solide gemachter Gruselhorror: "Paranormal Activity - Tokyo Night".

Bei "Paranormal Activity" ist das genauso: Wackel-Kamera, low budget, geschickte Vermarktung, Kassenschlager, Fortsetzung. Aber wie bei vielen Kinohits reicht der zweite Teil nicht mehr an den ersten heran (wie auch schon bei "Poltergeist"). Der Erfolg ist aber noch so groß, dass man in Japan auf die "PA"-Reihe aufmerksam wird. Die Japaner müssen sich sogar von eingefleischten Horrorfans die Frage gefallen lassen, wieso "Paranormal Activity" nicht aus ihrem Land stammt. Mit "The Grudge - Der Fluch", "Dark Water" und vor allem der "Ring"-Reihe haben sie bewiesen, dass ein gutgemachter Horrorfilm nicht teuer und schon gar nicht aus Hollywood stammen muss - und dass er ohne großes Blutvergießen auskommt.

Alle genannten Filme waren in Japan so erfolgreich, dass sich Hollywood des Stoffs noch einmal annahm, mit bekannten Schauspielern wie Sarah Michelle Gellar in "The Grudge" oder Jennifer Connelly in "Dark Water - Dunkle Wasser". Die Hollywood-Adaptionen waren nicht schlecht, an die Originale kamen sie aber nicht heran.

Das unsichtbare Böse

Bange Blicke bei Haruka und ihrem Bruder Koichi
Bange Blicke bei Haruka und ihrem Bruder Koichi

Und da wären wir wieder bei "Paranormal Activity - Tokyo Night". Darin kommt die junge Haruka aus ihrem Amerikaurlaub zurück. Nicht ganz unversehrt, sie hat zwei gebrochene Beine. Deshalb landet sie in der Obhut ihres Bruders Koichi. Richtig viel kann sie mit ihrem Handicap nicht unternehmen. Langeweile kommt auf - bis sich plötzlich "seltsame Vorkommnisse" ereignen. So wacht sie beispielsweise an einem Morgen auf und muss feststellen, dass sich ihr Rollstuhl - spooky, spooky - an einem anderen Platz befindet. Zuerst hat sie ihren Bruder unter Verdacht, der ihr vielleicht einen Streich spielen will. Koichi verneint und als sich die Vorkommnisse häufen, will er der Sache auf den Grund gehen.

Im technikverliebten Japan ist die Videokamera schnell zur Hand.
Im technikverliebten Japan ist die Videokamera schnell zur Hand.

Er stellt eine Videokamera in Harukas Schlafzimmer auf und streut einen Salzhaufen vor ihre Tür. Als dieser sich dann plötzlich wie von Geisterhand zu bewegen beginnt, ahnen Haruka und Koichi, dass es einen "Dritten" in ihrer Mitte geben muss, eine unsichtbare, nicht greifbare Macht. Haruka kann sie spüren, vor allem wenn sie nachts allein und bewegungsunfähig in ihrem Bett liegt ...

Gut kopiert

"Paranormal Activity - Tokyo Night" ist als DVD und Blue-ray bei Senator erschienen.
"Paranormal Activity - Tokyo Night" ist als DVD und Blue-ray bei Senator erschienen.

Das zeitnahe, japanische Remake greift auf die Erfolgsrezepte von "Paranormal Activity" zurück: Story und Perspektive bleiben gleich - und damit gibt es auch nur wenig Platz für Überraschungen, für Neues. Aber genau deshalb ist es ja auch ein Remake, solide und durchaus mit effektvollen Schreckmomenten.

Wer "Paranormal Activity" mochte, wird auch "Paranormal Activity - Tokyo Night" gut finden. Er sollte aber nicht zu große Erwartungen hegen. Und unter uns: An "Poltergeist" kommen beide Filme nicht heran.

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Quelle: n-tv.de

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