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Edgar Ramirez - wir kennen ihn aus "Joy" und "Carlos".
Edgar Ramirez - wir kennen ihn aus "Joy" und "Carlos".(Foto: dpa)

"Gefährliche Brandung" war gestern: "Point Break" ist heute

Von Sabine Oelmann

"Robin Hood" meets "Batman" meets "Wolf of Wallstreet" meets "Greenpeace" - wer mal ein bisschen Zeit mit wenig Text und viel Extremsport - theoretisch - braucht, ist in dem Film genau richtig. "Point Break" will die Welt retten, schafft aber nur einen Abend.

Wenn Sie mal wieder Lust haben, einen Film zu sehen, der vor Action nur so knallt, kracht, krawummst, dann sehen Sie sich "Point Break" an. Sie können auf jeden Fall ganz in Ruhe je einen Rieseneimer Popcorn, süß und salzig, verdrücken, und anschließend Nachos mit Soße, denn niemand wird sich von ihrem Geraschel und Geschmatze bedrängt fühlen. Es ist laut im Kino - Bruce-Willis-Filme, Last-Äktschn-Heroes und andere Rambos sind lauwarmer Milchbrei dagegen. Und "Gefährliche Brandung" - auf dem der Klassiker mit Patrick Swayze und Keanu Reeves von 1991 basiert der Film - war eben gestern. "Point Break" ist heute.

Wenn Sie allerdings eine richtige Story wollen, dann gehen Sie in die Videothek und kramen nochmal im hinteren Regal - denn Regisseurin Kathryn Bigelow hatte sich damals wirklich liebevoll und vehement hinter die Story geklemmt, die von vier mehr oder weniger nachvollziehbaren Gangster in der Zeit nach Ronald Reagan erzählt, versteckt unter Halloween-Gummi-Masken mit Präsidentengesichtern, und die Banken ausrauben. Der damalige FBI-Agent Johnny Utah (Reeves) geriet mehr und mehr in den Bann des damaligen Anführers und Surfer-Gotts Bodhi (Swayze) - doch wer ist damals nicht in Patrick Swayzes Bann geraten? Es war, in den Augen vieler, seine coolste Rolle. Seinen Part spielt nun Edgar Ramirez. Und der ist auch ein cooler Bodhi, aber sein Ziel - kurz gefasst: durch spirituell erleuchtetes, extrem sportives Handeln die Armut dieser Welt abschaffen - klingt zwar großartig und hehr und gutmenschig - ist aber eher hohl. Also von der Story. Von den Bildern ist dieser Ritt auf Messers Schneide allerdings eine Art Monsterwelle.

Schick bei der Premiere in Los Angeles im Kreise der Kollegen, unter ihnen auch Nikolas Kinski (l).
Schick bei der Premiere in Los Angeles im Kreise der Kollegen, unter ihnen auch Nikolas Kinski (l).(Foto: REUTERS)

Und darum geht's im Groben: FBI-Agent Johnny Utah (Luke Bracey) infiltriert ein Team von Extremsportlern unter der Führung von Bodhi (Edgar Ramirez), das unter Verdacht steht, eine Reihe von beispiellosen und sehr ausgeklügelten Angriffen auf Unternehmen begangen zu haben. Bodhi und seine Gang wollen sowas wie die Welt retten, ihre Mittel sind jedoch - wie vor 25 Jahren - fragwürdig. Auf seiner gefährlichen Undercover-Mission kämpft Utah nicht nur um sein Leben, sondern versucht auch, das Extremsportler-Team als die Architekten der wahnwitzigen Verbrechen zu überführen, die das Bestehen der weltweiten Finanzmärkte bedrohen.

Dabei bedienen sich die Sport-Wahnsinnigen, unter ihnen auch der Deutsche Clemens Schick, den man vor allem als Bond-Gegenspieler in "Casino Royal" vor Augen hat, aller Extrem-Sportarten, die in der letzten Zeit für Furore gesorgt haben. Schick, der auch privat ein bekennender Adrenalin-Junkie ist, war auch gerade in "Vier Könige" zu sehen. Dort spielte er einen Psychologen, hier nun den tätowierten Extremsportler "Roach" mit Hang zum Kriminellen. Wer vor 25 Jahren den wellenreitenden Patrick Swayze schon spektakulär fand, wird nun leider an Schnappatmung versterben, wenn er sieht - und das auch noch in 3D - was sich die modernen Helden alles trauen. Daher hier ein kleiner Überblick darüber, was Sie in "Point Break" erwartet.

Batman in echt

Der japanische Wingsuit-Pilot Shinichi Ito hält gleich mehrere "Flügelanzug"-Weltrekorde. 2011 erreichte er mit 363 km/h beispielsweise die höchste bislang gemessene Wingsuit-Fluggeschwindigkeit. Im darauffolgenden Jahr holte er sich zudem den Rekord für die weiteste zurückgelegte Strecke (28,7 Kilometer). Wer einmal mit Ito "mitfliegen" möchte, kann sich dieses Video ansehen:

Salto mortale x4

Vor wenigen Monaten schaffte der neuseeländische BMX-Profi Jed Mildon mit seinem Rad zum allerersten Mal etwas, das vor ihm noch niemand bewerkstelligt hatte: Er vollführte (und landete) einen vierfachen "Backflip" auf einem BMX-Bike und fügte damit seinem eigenen Rekord von 2011 (dem ersten "BMX-Triple-Backflip") eine weitere Rückwärtsdrehung hinzu. Was sich schon in der Theorie unglaublich anhört, sieht im Video noch viel unglaublicher aus:

Sturz ins kalte Wasser

Auf 123 km/h hatte der freie Fall aus 58,80 Metern Höhe ihn beschleunigt, als Laso Schaller nach dreieinhalb Sekunden ins Wasser eintauchte und damit einen neuen Rekord im Klippenspringen aufstellte. Zugetragen hatte sich das Ganze im Mai 2015 am Fluss Maggia in der Schweiz, der an dieser Stelle in einem Bassin einen kleinen See bildet, welcher bei Cliff-Divern sehr populär ist. Aus beinahe 60 Metern hatte es vor Schaller jedoch noch niemand gewagt, sich in die Tiefe zu stürzen.

Schwebend durch die Wüste

Ebenfalls im Mai stellte der deutsche Slackliner Alex Schulz einen neuen Weltrekord in der Disziplin "Longline" auf, bei der es darum geht, die längste Distanz auf dem schmalen Band zurückzulegen: 610 Meter lang war die Rekord-Slackline, welche sein Team in der mongolischen Wüste aufgespannt hatte, und die Schulz in Teilen ohne Sicherung entlangbalancierte.

Inoffizielle Monsterwelle

Wie hoch die größte jemals surfend bezwungene Welle tatsächlich war, ist nicht zweifelsfrei geklärt. Inoffiziell gelang es 2013 wohl mehreren Surfern, darunter auch der US-Amerikaner Garrett McNamara, auf einer über 30 Meter hohen "Nazaré"-Welle in Portugal zu reiten. Doch offiziell bleibt die magische "100 Foot"-Grenze mangels ausreichender Dokumentation nach wie vor unerreicht. Somit hält McNamara auch weiterhin den noch aus dem Jahr 2011 stammenden amtlichen Guinness-Buch-Rekord mit einer Wellenhöhe von 23 Metern.

Ohne Hilfsmittel nach oben

Um ihr großes Ziel zu erreichen, mussten sich die US-Amerikaner Tommy Caldwell und Kevin Jorgeson fünf Jahre vorbereiten. Im Januar 2015 gelang ihnen dann das nahezu Unmögliche: Sie meisterten die Kletterroute des kalifornischen Felsens El Capitan, der als eine der schwierigsten zu erklimmenden Kletterherausforderungen der Welt gilt. Um den Gipfel, der über 2300 Meter über dem Meeresspiegel liegt, zu erreichen, hatten sie nicht einmal technische Hilfsmittel. Für ihren Rekord brauchten die Freeclimber 27 Tage.

Bilderserie

Quelle: n-tv.de

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