Unterhaltung
Bob Dylan steht auch mit 70 Jahren noch auf der Bühne.
Bob Dylan steht auch mit 70 Jahren noch auf der Bühne.(Foto: REUTERS)
Samstag, 29. Oktober 2011

Unbekanntes Neues: "Pure" von Bob Dylan

von Manfred Bleskin

Woher kommt Bob Dylan, und was hat er uns bislang vorenthalten? Drei neue Editionen geben Antwort - sie werfen einen neuen, frischen Blick auf das Werk des immer noch geschäftigen Musikers.

Natürlich kann der große, immer älter werdende Mann, nicht alle Nase lang ein neues Album aufnehmen wie er es dereinst tat. Aber er kann in seinen Archiven herumkramen und uns immer wieder alte Songs als neu präsentieren. So auch die neue CD "Pure", die schon beim bloßen Anblick wegen ihrer Gestaltung in Sepia neu-alt – oder meinethalben auch umgekehrt – wirkt.

"Pure - An Intimate Look At Bon Dylan" kostet 19,99 Euro.
"Pure - An Intimate Look At Bon Dylan" kostet 19,99 Euro.

Was da auf "Pure - An Intimate Look At Bon Dylan" zu auf einer 78-Minuten-Digipak-CD zu hören ist, war bis dato auf keinem der vielen "Best-of"-Alben des Mannes aus Duluth im US-Bundesstaat Minnesota vertreten. Doch sie gehören zu seinem Besten. Und Seltenen. "Trouble In Mind" aus 1979 hat einen Mark Knopfler an der Gitarre: nie zuvor veröffentlicht! Dann ist da eine alternative Einspielung von "She Belongs To Me" mit den hinterfragenswürdigen Textzeilen "sie stolpert nie, weil sie keinen Platz hat, um hinzufallen".

Spurensuche

Das Album zeigt die Bedeutung dieses musikalischen Wunders. 17-mal. Doch Master Dylan kam ja nicht aus dem Nichts. Er hatte Vorbilder, die ihn inspirierten, dort weiterzumachen, wo andere aufgehört hatten. Oder aufhören mussten. Das Album "Bob Dylan’s Woody Guthrie Selection" führt uns zurück zu jenem genialen Folksänger, ohne den es weder Dylan noch Byrds oder Peter, Paul & Mary gegeben hätte. Die Sammlung birgt auf zwei Scheiben viele jener Songs, die Dylan auf seinen Tingeltouren "from coast to coast" live dargeboten hat. Kaum ein Lied davon erschien je auf einem der Studioalben von Dylan. Es gehört zu den widersprüchlisten Phänomenen der U.S. of A., dass ihre Folktradition durch einen Kommunisten aufrechterhalten wurde, an den ein Dylan kongenial anknüpfte.

Als sich Dylan Anfang der 60er in New Yorks Viertel Greenwich Village herumtrieb, hörte und spielte er nicht nur Woody nach, er hörte auch die Musik eines Pete Seeger - einem bis auf den Tag kommunistischen Folksänger, der in der Lage ist, aus seiner Liebe zu N.Y. einen wahrhaftigen Rock and Roll zu machen, der obendrein mit einem Banjo gespielt wird. Die Schwarzen Sonny Terry und Brownie McGhee sowie John Lee Hooker tauchen da ebenso auf wie das weiße Kingston Trio. Oder Tom Paxton. Oder erwähnte Peter, Paul & Mary, die sich damals ihre ersten Sporen verdienten. Kurzum: Dylan wäre nicht Dylan ohne seine "inspirateurs". Und ohne Dylan hätten wir sie – vielleicht- vergessen.

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Quelle: n-tv.de

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