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Irgendwann entgleiten ihm die Dinge, dabei will Norman Oppenheimer immer nur helfen.
Irgendwann entgleiten ihm die Dinge, dabei will Norman Oppenheimer immer nur helfen.(Foto: dpa)
Freitag, 22. September 2017

Absturz in die Geltungslosigkeit: Richard Gere ist "Norman"

Norman Oppenheimer ist ein einsamer Mann, der unermüdlich versucht, sich mit jemandem anzufreunden, indem er zum Beispiel "seine Beziehungen spielen lässt". Dabei geht er oft zu weit und schadet sich meist selbst. Richard Gere ist großartig in der Rolle.

Sind wir nicht alle ein bisschen "Norman"? Oder kennen einen? Den Angeber aus der Schule? Den sympathischen Loser im Freundeskreis? Den Großkotz im Büro? Der bei näherer Betrachtung total nett, aber auch total einsam ist? Geben hier an, lassen da etwas durchsickern, nehmen Einfluss - oder wollen es zumindest oder bieten es an, übertreiben hier und da ein wenig mit unseren Kontakten und stehen am Schluss dann mit leeren Händen und großen Enttäuschungen da?

Michael Sheen, Lior Ashkenazi und Richard Gere in einem guten Moment.
Michael Sheen, Lior Ashkenazi und Richard Gere in einem guten Moment.(Foto: dpa)

Richard Gere spielt genau so einen Typen, den New Yorker Geschäftsmann Norman Oppenheimer, der nach Partnern für seine diversen Unternehmungen sucht. Seine unermüdlichen Versuche, sich mit jedermann anzufreunden, waren jedoch bislang erfolglos. Bis er eines Tages dem jungen israelischen Politiker Micha Eshel ein Paar teure Schuhe schenkt, um diesem aus einem Stimmungstief zu helfen. Drei Jahre später wird Eshel zum israelischen Premierminister gewählt und erinnert sich an Normans großzügige Geste. Doch als Norman Eshels Namen nutzt, um einen komplizierten Deal zwischen mehreren Parteien in die Wege zu leiten, gleiten ihm die Fäden schnell aus den Händen und er schafft damit die Grundlage für eine mögliche internationale Krise.

Witzig und mitfühlend

Richard Gere mal in einer ganz anderen Rolle.
Richard Gere mal in einer ganz anderen Rolle.(Foto: imago/ZUMA Press)

Am Rande der von Macht und Geld geprägten Welt New York Citys erträumt der einsame Möchtegern-Geschäftsmann Norman die ganz großen Finanzpläne - bislang allerdings völlig erfolglos. Mit leeren Händen dastehend, keine Freunde habend, keine Familie - dem Anschein nach auch keine Wohnung, denn wir sehen ihn immer nur unterwegs - versucht Norman alles, um ins Gespräch zu kommen, doch auch dieses unaufhörliche Kontakteknüpfen bringt ihn letztlich nicht weiter.

Norman ist diese Mischung aus Stalker und Fan, aus Freund und Vertrautem, doch er übertreibt seine Rollen. Kurzfristig bekommt er zwar genau das, wovon er immer geträumt hat: Respekt. Aber ob der von bleibender Dauer ist?

Der neue Film des Oscar-nominierten Regisseurs Joseph Cedar ist ein gleichermaßen witziges wie mitfühlendes Drama - die Geschichte eines kleinen Mannes, dessen Absturz einer menschlichen Schwäche entspringt, die man nur allzu leicht verzeiht: Geltungsbedürfnis. In weiteren Rollen sind Charlotte Gainsbourg und Hank Azaria zu sehen.

"Norman " startet am 21. September in den deutschen Kinos.

Quelle: n-tv.de

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