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Richtig sexy geht anders: Rihanna.
Richtig sexy geht anders: Rihanna.(Foto: dpa)

"Macht Krach!": Rihanna in Berlin

Von Sabine Oelmann

Krach - ja, gar kein schlechter Begriff für das, was Superstar Rihanna da bei ihrem Auftritt in der Berliner O2 World abgeliefert hat. Der Sound, die Dame selbst, die Arena - ein richtig gutes Konzert sieht anders aus.

"Berlin, are you there?"
"Berlin, are you there?"(Foto: dpa)

Erst am Schluss konnte man sich mit Rihanna wieder versöhnen - da gab es Musik zum Mitsingen, Mittanzen, Mitfühlen. Vorher? Fehlanzeige. Irgendwie sprang der Funke nicht über, selbst im Innenraum der mit 14.000 Menschen ausverkauften Arena kam es nicht zur großen Rihanna-Party. Der Sound schepperte, die Musiker waren zu laut, die Sängerin selbst eher schwächlich - so schwächlich, dass sie Unterstützung vom Band brauchte.

Mindestens drei Viertel des Konzerts lief de facto die Mini-Playback-Show. Durch ständiges "Berlin!! Berlin, are you there??"-Gerufe in die Menge versuchte die Sängerin zu übertuschen, dass sie kaum live zu hören war. Sie forderte ihre Fans auf, zu singen und zu tanzen. Nur wozu? Anfangs war das doch ein ziemlicher Einheitsbrei. Dann schwenkte sie zum Glück auf Reggae-Klänge um, schon besser fürs Sommerfeeling.

Die Show an sich war nicht schlecht: viel Feuer, viel Wumms, die Dame selbst alle 10 Minuten in einem neuen Fummel, viel In-den-Schritt-Gefasse, aber so richtig sexy geht anders.

"Thank you for buying tickets"

Eine verwöhnte Konzertbesucherin erwartet mehr von einem Superstar, das steht fest. Wenn man weiß, wie Barbra Streisand noch mit über 70 singt und ackert, wenn man einen italienischen Musiker wie Jovanotti im Stadio Olimpico in Rom vor 60.000 Leuten gesehen hat, wenn man weiß, wie viel Herzblut junge Künstler in kleinen Clubs in ihre Auftritte legen, dann ist das schon eine ziemliche Frechheit, so viel Kohle für eine Karte haben zu wollen wie Rihanna. Immerhin hat sie sich zum Schluss bei ihrem Publikum dafür bedankt ("Without you that all would not have been possible, thank you for buying tickets blablabla ...").

Vielleicht sollte die verwöhnte Konzertbesucherin nächstes Mal auch lieber ihre Tochter ins Rihanna-Konzert gehen lassen. Aber die Vorstellung, dass junge Dinger so viel Geld für so ein Konzert hinlegen, ist schon absurd. Der Nachwuchs sollte wissen, dass es da diese Konzerte gibt, zu denen man unbedingt nochmal gehen wollen würde - zum Beispiel zu Frank Sinatra, zu Elvis, zu Johnny Cash, doch das geht ja nun nicht mehr.

Dann bleiben vielleicht David Bowie und Charles Aznavour und Depeche Mode und George Michael und und und ... es geht um diese Augenblicke in Konzerten, von denen man sich etwas verspricht, die man im Gedächtnis behält, die Gefühle transportieren. Was Rihanna da macht, ist irgendwie perfekt, aber sie ist wie eine Barbie, selbst ihre Haut sieht auf dem großen Bildschirm aus wie Plastik. Und ja, man kann irgendwann mitsingen. Aber das Gefühl, das lässt sich nicht herbeisingen ....

Rihanna ist auf Liebesentzug. Um endlich von Chris Brown loszukommen, will sie sogar in eine Klinik gehen. Vielleicht hat man ihr diese Lieblosigkeit, dieses "ohne Liebe sein" in Berlin einfach angemerkt. Bestimmt wird irgendwann wieder alles gut. Ohne Chris, aber mit mehr Gefühl.

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Quelle: n-tv.de

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