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Starten in den deutschen Charts durch: Linkin Park.
Starten in den deutschen Charts durch: Linkin Park.(Foto: Warner Music)

"Living Things" holt Gold: Steilpass für Linkin Park

Von Volker Probst

An ihrem zur EM-Hymne auserkorenen Song "Burn It Down" kam in den vergangenen Wochen praktisch keiner vorbei. Doch auch mit ihrem Album "Living Things" starten Linkin Park schwer durch. Das geht weg wie warme Semmeln. Und das nicht zu Unrecht - jedenfalls nicht ganz.

Na also, geht doch: Die Jungs von Linkin Park entern mit ihrem mittlerweile fünften Studioalbum "Living Things" auf Anhieb die Spitze der deutschen Album-Charts, die offiziell am 6. Juli veröffentlicht werden. Damit gelingt ihnen gleich in doppelter Hinsicht ein Husarenstück. Zum einen, weil dies bereits ihr viertes Studioalbum in Folge ist, das in Deutschland die Top-Platzierung ergattern kann. Zum anderen, weil es "Living Things" bereits in der ersten Woche nach Veröffentlichung zum Gold-Status gebracht hat.

Das aktuelle Album von Linkin Park heißt "Living Things".
Das aktuelle Album von Linkin Park heißt "Living Things".(Foto: Warner Music)

Ja, geholfen haben dürfte Linkin Park nicht zuletzt ihre Single "Burn It Down". Schließlich diente die in den vergangenen Wochen während der Fußball-Europameisterschaft zur Dauerbeschallung der Fernsehbilder. Doch das Album allein auf diesen einen Song zu reduzieren, würde zu kurz greifen. Denn tatsächlich haben Linkin Park mit "Living Things" wieder zu alter Qualität, Stärke und Aggressivität zurückgefunden. Zumindest ein Stück weit.

Die Zeiten des Vorgängers "A Thousand Suns" gehören also der Vergangenheit an. Zum Glück! Denn bei allem Verständnis für die Weiterentwicklung und das Bedürfnis einer Band, auch mal fernab der ausgetretenen Pfade zu experimentieren, ging das Album 2010 doch ziemlich in die Hose. Nicht nur die nervtötenden Soundfetzen zwischen den Songs verleideten es einem, auch die Lieder wurden entweder von elektronischen Spielereien erdrückt oder plätscherten für die Band ungewohnt belanglos vor sich hin.

Gut kopiert statt schlecht erfunden

Mit "Living Things" ist der Wumms bei Linkin Park zurückgekehrt. An Produzenten-Ikone Rick Rubin kann es eigentlich nicht liegen, der hatte schließlich unter anderem auch schon bei "A Thousand Suns" am Mischpult gesessen. Lieder wie der Album-Opener "Lost In The Echo" oder "Victimized", in dem sich Sänger Chester Bennington in bester Shouter-Manier die Seele aus dem Leib schreit, dürften vom Vorgängeralbum geschockte Fans wieder etwas versöhnen. Und auch ruhigere Songs wie "Castle Of Glass" und "Roads Untraveled" wissen den Gehörgängen wieder mehr zu schmeicheln. Das vielleicht schwächste Stück des Albums ist indes "Until It Breaks", das nur schnödes Hip-Hop-Einerlei zu bieten hat.

Klar, neu ist das alles nicht. Und so finden sich selbstredend auch Kritiker, die Linkin Park vorhalten, sich mit dem fünften Album zum x-ten Mal zu wiederholen. Doch wie immer gilt auch hier: Besser gut kopiert als schlecht erfunden. Und so kann man eigentlich nur hoffen, dass die Band ihren Weg weiter konsequent zurück in die Zukunft geht. "Living Things" ist ein erster Schritt hierzu. Und, dies zeigen die Verkaufszahlen, das wird durchaus honoriert.

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Quelle: n-tv.de

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