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Horror der Extraklasse: "The Walking Dead".
Horror der Extraklasse: "The Walking Dead".(Foto: WVG Medien/Entertainment One UK)

Der Tod ist erst der Anfang: "The Walking Dead" setzt Maßstäbe

von Thomas Badtke

Die Apokalypse ist da. Die Welt, wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Nur wenige Menschen leben noch. Sie versuchen, ihrem Dasein einen Sinn zu geben. Sie versuchen, ihre Menschlichkeit zu bewahren. Sie versuchen zu überleben. Das ist nicht einfach, denn ihre Gegner sind bereits tot.

Alle paar Jahre schafft es die US-Filmindustrie, die Zuschauer weltweit mit etwas vollkommen Neuem zu überraschen. Mit einer Serie, die dann einschlägt wie eine Bombe. "Die Simpsons" und "Lost" sind nur zwei Beispiele. 2010 schafft sie es erneut. Auf Anhieb bricht die neue Serie Rekorde. Sie wird sofort für einen "Golden Globe" nominiert und mit jeder ausgestrahlten Episode wächst die Fan-Schar. Es geht um "The Walking Dead".

Da passt du einmal nicht auf …

Rick Grimes (Andrew Lincoln), Kleinstadt-Sheriff im King County, Georgia, wird auf einer Patrouille angeschossen. Er landet im Krankenhaus. Irgendwann - die Blumen auf seinem Nachttisch sind längst verwelkt - erwacht er aus seinem Koma. Er ruft nach einem Arzt, doch nichts passiert. Er müht sich aus dem Bett, der Verband um seine Hüfte ist blutdurchtränkt. Er schaut in den Flur. Keine Menschenseele weit und breit. Dafür Einschusslöcher in den Wänden, Stromkabelfetzen baumeln von der Decke. Zerstörung, wohin das Auge blickt.

In den USA befindet sich die Serie auf Erfolgskurs.
In den USA befindet sich die Serie auf Erfolgskurs.(Foto: WVG/eOne)

Was ist passiert? Er wankt durch die Flure, erreicht eine mit einer Kette verschlossene Tür: "DON’T OPEN - DEAD INSIDE". Dahinter ertönen seltsame Geräusche. Ein Kratzen und Stöhnen. Was hat das alles zu bedeuten? Grimes kann sich keinen Reim darauf machen, aber er weiß, er muss nach Hause, zu seiner Familie, zu seiner Frau und seinem Sohn. Er wankt aus dem Krankenhaus und sieht noch mehr Zerstörung, aber wieder keine Menschenseele weit und breit. Er sucht sein Auto und erblickt ein kleines Mädchen, das ein Plüschtier aufhebt. Er ruft sie, sieht sie nur von hinten. Er geht auf sie zu. Da dreht sie sich um …

… und schon geht die Welt den Bach runter

Sie ahnen es bereits? Richtig, in "The Walking Dead" geht es um Zombies. "Menschen", die tot waren und plötzlich wieder "leben" und sich fortbewegen. Etwas langsamer zwar und mit unheimlich grunzenden und stöhnenden Geräuschen einhergehend, aber sie "leben" und haben Hunger. Und das macht sie gefährlich - auch das kleine Mädchen, ihr Mund ist blutverschmiert, als sie sich zu Grimes umdreht. Der Schock ist ihm anzusehen. Nun heißt es: die Kleine oder ich. Grimes zieht seinen Revolver und drückt ab. Doch das ist erst der Anfang.

Sagt den Zombies den Kampf an: Sheriff Rick Grimes alias Andrew Lincoln.
Sagt den Zombies den Kampf an: Sheriff Rick Grimes alias Andrew Lincoln.(Foto: WVG Medien/Entertainment One UK)

Nun beginnt Grimes Odyssee. Er begibt sich auf die Suche nach seiner Familie durch ein zerstörtes, entvölkertes und lebensgefährliches Land, was früher einmal seine Heimat gewesen ist. Er trifft auf Morgan Jones (Lennie James) und dessen Sohn. Sie helfen ihm, klären ihn über die Lage der Dinge auf. Grimes fährt weiter, hofft auf Hilfe in der ehemaligen Millionenmetropole Atlanta. Doch auch dort wartet der Tod. Geflüchtet und eingeschlossen in einem Panzer erhält er unerwartet Hilfe von Glenn (Steven Yeun). Der führt ihn zu einer kleinen Gruppe Überlebender, die in Atlanta nach Essbarem sucht und die ihn wiederum zu einer anderen Gruppe in der Nähe der Stadt führt.

Grandiose Serie

"The Walking Dead" ist - auch wenn man es nicht vermuten mag - kein hirnloser Zombiemist. "The Walking Dead" ist bereits heute Fernsehkult. Und das hat gute Gründe: Die Serie basiert auf der gefeierten Comic-Reihe von Robert Kirkman, die Charaktere sind zudem extrem nah an den Comicfiguren ausgerichtet und ihnen fast aus dem Gesicht geschnitten. Gleichzeitig steckt hinter der Serie der Erfolgsregisseur Frank Darabont, der bereits für die fantastischen Verfilmungen der Stephen-King-Geschichten "Die Verurteilten" und "The Green Mile" verantwortlich zeichnet. Darabont führte auch Regie bei "The Majestic" mit Jim Carrey und der Neuverfilmung von "The Fog". Der Mann versteht also sein Handwerk, wenn es darum geht, klassischen Horror in anspruchsvollen Filmstoff zu verwandeln. Und das ist ihm auch wieder mit "The Walking Dead" gelungen.

Die DVDs und Blu-rays sind ab sofort im Handel.
Die DVDs und Blu-rays sind ab sofort im Handel.(Foto: WVG Medien/Entertainment One UK)

Die erste Staffel ist in Deutschland nun auf dem DVD- und Blue-ray-Markt, die zweite läuft in den USA gerade im Kabelfernsehen bei AMC. Bescherte die erste Staffel dem US-Sender bereits die höchste Einschaltquote seiner Geschichte, legt die zweite Staffel noch einen drauf: Die erste Episode macht die Serie mit ihrer Quote zur meistgesehenen in der US-Kabelfernseh-Historie. Aber auch die Kritiker sind voll des Lobes: Die "New York Times" findet sie "bemerkenswert gut". Und die "Los Angeles Times" vergleicht das "Zombie-Epos" gar bereits mit "Vom Winde verweht".

"The Walking Dead" hat aber auch eine Menge zu bieten: Die Serie beinhaltet klassische Western- und gruppenpsychologische Elemente. Sie ist Familiendrama, Lovestory, Endzeitmärchen und Horrorthriller in einem. Die Serie hat eine sehr gut durchdachte Handlung, unerwartet viele Überraschungsmomente und sensationell gute Charakterdarsteller (und damit meine ich nicht die Zombies). "The Walking Dead" muss man einfach gesehen haben, auch wenn - oder gerade weil - man Zombies hasst.

Quelle: n-tv.de

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