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Brighton ist Bowie - mehr ist nicht dazu zu sagen.
Brighton ist Bowie - mehr ist nicht dazu zu sagen.(Foto: david brighton/ facebook)
Freitag, 04. November 2016

"Bowie war der perfekte Gentleman": David Brighton, weltbester Bowie-Imitator

Von Sabine Oelmann

David - empfohlen von David. Und wenn David Bowie das so sah, dann stimmt es auch. Tatsächlich ist David Brighton ein begnadeter Bowie-Darsteller, der ihm nicht nur irre ähnlich sieht, sondern auch so singt. Jetzt ist er auf Tour. Hingehen!

Sie haben auch zu Bowies Lebzeiten zusammen gearbeitet.
Sie haben auch zu Bowies Lebzeiten zusammen gearbeitet.

Mit David Brighton ist einer der weltbesten David-Bowie-Imitatoren auf Tournee - für Bowie-Fans eine gute Gelegenheit, die Songs des alten Meisters nochmal zu hören. Und er ist so gut, dass David Bowie selbst ihn auf seiner Facebook-Seite empfahl: "Bravo! David Brighton erschafft viele Persönlichkeiten von Davie Bowie wieder in stilvoller Art und Weise. Wenn ihr die Chance habt, Space Oddity zu sehen, dann macht es bitte!" Wie immer hatte David Bowie recht. Auch sein Produzent Harry Maslin lobte Brighton über den grünen Klee für seine Stimme, seine Art, sich zu bewegen und sein Aussehen.

Jetzt werden Sie sagen, so ein Imitator, der kann doch gar nicht an das Original rankommen. Und richtig, das ist normalerweise ein Ding der Unmöglichkeit, aber David Brighton gelingt dieses  - eben nur fast - Unmögliche. Seit über 20 Jahren steht Brighton als Bowie-Impersonator auf der Bühne und Hunderttausende Fans auf nahezu allen Kontinenten hat er begeistert. Da sollte einem doch der Verdacht aufkommen, dass dieser Mann sein Handwerk versteht. Optisch und stimmlich ist er auf der Bühne in der Tat kaum vom Original zu unterscheiden. "Wenn ich privat unterwegs bin, dann bin ich natürlich nicht als David Bowie verkleidet," erzählt der sympathische Künstler n-tv.de, kurz bevor er im Rahmen seiner Tournee nach Amsterdam fliegt. "Es dauert außerdem zwei Stunden, ehe ich so aussehe."

Und doch muss man ihn die ganze Zeit anstarren, denn ein bisschen unheimlich ist es schon, wenn einem jemand gegenübersitzt, den es leider gar nicht mehr gibt auf dieser Welt. "Der Tag, an dem David Bowie starb, gehört für mich natürlich zu den schlimmsten Tagen meines Lebens. Ich meine, ich wusste, dass es ihm nicht gut ging, aber dass es so schlimm um ihn stand, war auch mir nicht klar." Brighton selbst arbeitete Seite an Seite zusammen mit David Bowie an dessen Album "Reality" und trat gemeinsam mit ihm im "Vittel Mineral Water"- Werbespot auf. "Für einige am Set war es tatsächlich sehr schwer, uns auseinanderzuhalten", erinnert Brighton sich lächelnd. "Seine Frau hatte da am wenigstens Probleme", gibt er dann aber zu. "Er war er selbst, und ich bin der Typ in all den Kostümen."

"Bowie war der perfekte englische Gentleman", schwärmt Brighton. "Vor allem aber war er ein echter Komödiant, ständig hat er versucht, alle zum Lachen zu bringen. Er war außergewöhnlich. Und das hat man vor allem auf der Bühne gemerkt, dort war er vollkommen in seinem Element. Er war ein Superstar." Es ist ein Drama, dass er schon gestorben ist, darüber sind sich alle einig. "Ja, denn er hatte noch so viel Potenzial," erinnert sich Brighton wehmütig.

Bevor sich David Brighton der Imitation von berühmten Künstlern verschrieben hat, war er bereits als Musiker unterwegs. Er kann auf zahlreiche Auftritte mit Weltstars zurückblicken, unter anderem mit Elton John, Stevie Wonder, Chicago. "Bevor ich David Bowie 'wurde', war ich übrigens George Harrison. Wir tourten gerade mit einem Spin-Off der 'Beatlemania-Show', das war so Ende der Neunziger, als ich entdeckte, dass ich auch wie David Bowie singen kann. Meine Band sagte damals 'Hör' auf damit, das ist zu ähnlich'", erzählt er lachend. Und ja, auch den Harrison kann man sich gut vorstellen. Brighton hat aber immer wieder eigene Pläne verfolgt und macht das auch noch heute: "Sobald ich Zeit habe, gehe ich wieder ins Studio. Das kann allerdings noch ein bisschen dauern."

Zum Verwechseln ähnlich

Man muss übrigens wirklich gut aufpassen, dass man die richtigen Fotos benutzt, denn, wie Brighton uns erzählt: "Es ist schon oft passiert, dass ich in Artikeln über David Bowie Fotos von mir gefunden habe, wir sind manchmal wirklich nicht zu unterscheiden." Und welche "Phase" von David Bowie ist Brighton die Liebste? "Der Mann war so kreativ, das ist wirklich schwer zu sagen, aber ich glaube, ich mag die Siebziger am meisten," erzählt Brighton. "Und das Rockige. Thin White Duke, Ziggy Stardust, das sind die Momente, die sich mir schon damals, als ich ein Teenager war, besonders eingeprägt haben. Ich habe mir trotzdem alle seine Platten gekauft."

David Brighton lässt in seiner Konzert-Show "Space Oddity" genau diese Bilder und Emotionen, die wir alle von David Bowie im Kopf haben, noch einmal aufleben, wenn er in die verschiedenen Figuren und aufwändigen Bühnen-Outfits schlüpft, die Bowies musikalisches Werk charakterisieren, ihre Posen annimmt und Bowies größte Hits singt. Hits wie "Space Oddity", Let's Dance", "China Girl", "Modern Love", "Fame" und "Heroes" gehören fest ins Programm des Künstlers, von dessen Können man innerhalb kürzester Zeit überzeugt ist. Hinzu kommt, dass Brighton mit einer fantastischen Band unterwegs ist. "Die Musiker haben zum Teil auch schon mit Bowie zusammengearbeitet. Oder sie standen mit Künstlern und Bands wie Foreigner, America und Nancy Sinatra gemeinsam auf der Bühne oder im Studio", verrät Brighton stolz. Und glücklich.

Brighton beherrscht die typischen Bewegungen, die Bühnen-Attitüden Bowies mit ihren exzentrischen Feinheiten, perfekt. Er agiert auf der Bühne mit solcher Leidenschaft und Charme, dabei gleichzeitig mit so großem Respekt gegenüber seinem Vorbild, dass sich das Publikum nur allzu bereitwillig der Illusion hingibt, gerade den echten Bowie live zu erleben.

Am 5. November 2016 tritt David Brighton im Admiralspalast in Berlin auf

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Quelle: n-tv.de

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