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Ellipahnt erfüllt durchaus die Erwartungen an einen stylishen Schweden-Export.
Ellipahnt erfüllt durchaus die Erwartungen an einen stylishen Schweden-Export.(Foto: Sony Music)

"Löffel mich!": Elliphant lässt das Leben glitzern

Von Anna Meinecke

Kein Süppchen, in dem die Produzenten Diplo und Skrillex derzeit nicht zu rühren scheinen. Über die Grenze der EDM-Szene hinaus verhalfen sie erst Justin Bieber zum Mega-Comeback, nun greifen sie der Schwedin Elliphant unter die Arme.

Es war eine schwere Geburt. Eigentlich hätte "Living Life Golden" schon vor einiger Zeit in den Plattenregalen der Welt zu finden sein sollen. Nach ein paar Single-Veröffentlichungen ist das zweite Album von Sängerin Elliphant, die eigentlich Ellinor Olovsdotter heißt, nun zu haben. Die Songs sind ganz wie die schwedische Künstlerin selbst: aufgedreht, bunt, nicht ganz stimmig und genau deswegen ein charmantes Gesamtpaket.

Seit ihrer ersten Single "Tekkno Szcene" von 2012 ging es für Elliphant steil bergauf. Eine gehörige Portion Aufmerksamkeit ist der 30-Jährigen nun schon allein aufgrund hochkarätiger Kollaborationen sicher. Für den Track "Everybody" hat sie gemeinsame Sache mit der kontroversen Rapperin Azealia Banks gemacht und Diplo hat ihr mit "Love Me Long" einen Song auf den Leib geschneidert, der mit seiner radiotauglichen Gefälligkeit zwar zu den schwächeren des Albums zählt, aber dennoch als kleine Auszeichnung verstanden werden darf.

Für den größten Wirbel sorgte wohl aber die Single "Spoon Me", die in Zusammenarbeit mit Skrillex entstand. Für Justin Biebers Comeback-Album "Purpose" hat er fünf Tracks produziert, auf dem einen mit Elliphant wird es - der Name lässt es ahnen - musikalisch intim. Wie man sich die Löffelei der beiden so vorstellen kann, wird schließlich in den Lyrics deutlich. "Spoon me, hands on my boobie yeah / Spoon me, dick on my booty now" - lange gefackelt wird bei Elliphant nicht.

Es sind die markanten Raggae-Elemente, die "Living Life Golden" aus dem süßen Girl-Pop-Strudel herausstechen lassen. Ellipahnt erfüllt durchaus die Erwartungen an einen stylishen Schweden-Export, aber nicht mehr als nötig. Wer nur in "One More" reinhören würde, hätte die Platte verpasst.

Ein wilder Mix aus Dancehall, Dubstep, Pop und Hiphop macht das "Living Life Golden vielleicht nicht zur ganz großen musikalischen Offenbarung. Die Songs aber brechen erfrischend regelmäßig mit durchschaubaren Popschemata. Dass nicht jeder Track gefallen will, ist genau die authentisch dezente Portion Glitzer, die ein Künstler braucht, um interessant zu bleiben.

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Quelle: n-tv.de

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