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Zara Larsson arbeitet seit Jahren an ihrer Karriere. Jetzt soll ihr das Album "So Good" den ganz großen Erfolg bescheren.
Zara Larsson arbeitet seit Jahren an ihrer Karriere. Jetzt soll ihr das Album "So Good" den ganz großen Erfolg bescheren.(Foto: Sony Music)
Donnerstag, 16. März 2017

Bühne frei für Zara Larsson: "Er mag zwar groß sein, aber …"

Zara Larsson will es wissen. Man sagt das ja über viele Künstler, aber bei ihr stimmt das wirklich. Zarte 19 Jahre ist die Schwedin alt und hat doch schon ein halbes Leben in der Musikbranche verbracht. Spätestens seit sie zur Fußball-Europameisterschaft 2016 vor dem Pariser Eiffel Turm gemeinsam mit David Guetta den offiziellen Song des Turniers "This One's For You" zum Besten gab, kennen sie nicht mehr nur Liebhaber tanzbarer Pop-Stücke. Mit "So Good" erscheint jetzt das Album, dass Zara Larsson als feste Größe ihres Genres etablieren soll. Mit n-tv.de spricht sie über ihren Zoff mit Chris Brown, ein Kondom-Skandälchen und darüber, wieso Loyalität unter Frauen wichtig ist.

Manch einem mag es vorkommen, als sei dein Erfolg quasi über Nacht gekommen. Dabei kennst du das Musikgeschäft, seit du zehn Jahre alt bist. Wie war es für dich, mit der Branche aufzuwachsen?

Ich führe schon immer ein sehr normales Leben. Ich bin weiter zur Schule gegangen. Ich wohne noch zu Hause! Die Erfahrungen, die ich nebenbei gemacht habe, waren großartig. Ich wollte, dass die Leute mich sehen. Deswegen habe ich auch bei "Talang" (die schwedische Version von "Das Supertalent") mitgemacht. Als Kind war ich immer der Klassenclown. Ich stand andauernd im Mittelpunkt.

So kann man das wohl nennen, wenn man eine riesige Castingshow gewinnt …

Danach ist aber erst einmal fünf Jahre lang nichts passiert.

Dafür ist jetzt alles auf Kurs. Es wirkt nicht so, als seist du von deinem Erfolg völlig überrumpelt.

Genau, es läuft alles nach Plan. Endlich geht es los!

Fünf Singles aus deinem Album "So Good" sind schon auf dem Markt. Mit Ausnahme der ersten Single-Auskopplung, "Lush Life", bist du bei allen als Co-Autorin aufgeführt. Wie wichtig ist es dir, deine eigenen Songs zu schreiben?

"So Good" heißt das Album von Zara Larsson.
"So Good" heißt das Album von Zara Larsson.(Foto: Sony Music)

Ehrlich gesagt, ist mir das gar nicht so wichtig. Ich war beim Album insgesamt an 60 Prozent der Songs beteiligt. Oft zeigt mir jemand einen Song, den ich super finde, und ich schreibe noch etwas um. Dafür gibt es dann eine Erwähnung als Autor. Aber wenn der Song schon perfekt ist, wieso sollte man dann etwas daran ändern? Je mehr ich allerdings am Schreibprozess beteiligt bin, desto wichtiger wird mir das auch. Hoffentlich bin ich beim nächsten Album zu 100 Prozent an den Songs beteiligt - oder wenigstens zu 80 Prozent.

Gibt es eine Textstelle in einem deiner Songs, auf die du besonders stolz bist?

Uuuh, das ist eine knifflige Frage.

Dann mache ich einen Vorschlag: "Ain't My Fault".

Stimmt! Die Originalversion war einfach zu gemein! (lacht)

Da sollte es heißen: "It ain't my fault your man is calling my phone." (Es ist nicht meine Schuld, dass dein Typ mich anruft). Wieso wolltest du das nicht singen?

Ursprünglich haben wir den Song einfach zum Spaß geschrieben. Es ist unterhaltsam, eine Rolle zu spielen. Deswegen hat es sich auch erstmal gut angefühlt, die Lyrics zu singen. Privat würde ich so etwas aber auf keinen Fall sagen. Ich würde überhaupt niemals jemandem den Freund ausspannen. Mit "So Good" verfolge ich keine bestimmte Vision. Es ist einfach ein Album voller guter Pop-Songs. Aber ich will mich trotzdem an eine Art Girl-Code halten. Das ist mir wichtig, also mussten wir den Song eben umschreiben.

Du hast gerade die guten Pop-Songs angesprochen. Du bist auch eine begnadete Tänzerin. Gehört die entsprechende Performance für dich zum perfekten Pop-Produkt dazu?

Ich denke schon. Als ich jünger war, habe ich die Royal Swedish Ballet School besucht. Eines Tages bin ich dann aber aufgewacht und habe gemerkt: Das ist nicht das, was ich mit meinem Leben anfangen will. Ich verbringe nicht 30 Stunden die Woche damit, fucking Pliés zu machen. Trotzdem vergisst der Körper so ein Training nie. Ich liebe es, zu tanzen! Ich will auf der Bühne eine ordentliche Show abliefern. Da verstehe ich mich nicht nur als Sängerin, sondern auch als Entertainerin.

In der Hinsicht hältst du es also ganz wie dein großes Vorbild: Beyoncé. Erinnerst du dich daran, wie du zum Fan geworden bist?

Ich habe mir "Dangerously in Love" gekauft, weil mir das Album-Cover so gut gefallen hat. Beyoncé habe ich also für mich entdeckt, noch bevor ich herausgefunden habe, dass sie zu "Destiny's Child" gehörte. Ich bin 1997 geboren, ich bin also ein bisschen zu jung, um den großen Erfolg der Band erlebt zu haben. Aber "B'Day", "I Am… Sasha Fierce" - das habe ich alles mitbekommen.

Orientierst du dich an Beyoncé und ihrer Karriere?

Beyoncé ist Zara Larssons großes Vorbild.
Beyoncé ist Zara Larssons großes Vorbild.(Foto: Sony Music)

Am meisten beeindruckt mich an ihr als Künstlerin, dass man sehen kann, wie hart sie arbeitet. Beyoncé liegt nicht auf der Couch und isst Cheetos (eine in den USA populäre Käse-Flips-Marke; Anm. d. Red.)! Ihre Stimme, ihre Bühnenpräsenz - und wie sie die Kontrolle über alles behält, was sie macht. Sie ist eine lebende Legende! Mir gefällt ihr Ehrgeiz. Sie weiß, was sie will, und sie macht es auch.

Das könnte man auch über dich sagen. Vor kurzem hast du Lady Gaga zitiert. "Manche Frauen folgen Männern, andere ihren Träumen. Falls du dich fragst, welche Richtung du einschlagen sollst, erinnere dich daran, dass deine Karriere nie eines Morgens aufwachen wird und dir sagt, dass sie dich nicht mehr liebt." Harte Worte!

So fühle ich mich im Moment. Ich möchte meine Zeit in etwas investieren, von dem ich weiß, dass es von Dauer sein wird. Musik ist meine Leidenschaft. Wenn ich also auf meine Karriere setze, ist das ein Investment in mich als Person. Ich habe zu viel Zeit auf diese verdammten Jungs verschwendet. Am Ende hat mir das nichts gegeben. Ich bin 19 Jahre alt. Die nächste Person, die ich kennenlerne, wird vermutlich nicht die Liebe meines Lebens sein.

Du hast eine sehr direkte und entschiedene Art, öffentlich Stellung zu beziehen. Ist das für dich selbstverständlich?

Legt sich auch schon mal mit einem Weltstar an: Zara Larsson.
Legt sich auch schon mal mit einem Weltstar an: Zara Larsson.(Foto: Sony Music)

Jeder hat eine Meinung. Aber nicht jeder bringt sie auch gern zum Ausdruck. Beyoncé macht ihren Standpunkt durch ihre Kunst deutlich. Ich mache Pop-Musik und auf Instagram oder Twitter werde ich schon mal deutlicher. Das erwartet man heute auch von Newcomern.

Mit Chris Brown hast du dich regelrecht angelegt und ihn als "Müll" bezeichnet. Wie fühlt sich das an, wenn ein weltberühmter Rapper einen dann umgekehrt …

"stinky butt" (stinkender Hintern) nennt? (lacht laut auf) Die Situation ist doch in Wahrheit sehr traurig. Er braucht Hilfe. Seine Ex konnte eine einstweilige Verfügung gegen ihn erwirken (die Rede ist von der Sängerin Rihanna. Brown wurde 2009 wegen Körperverletzung verurteilt; Anm. d. Red.) und die Leute verteidigen ihn trotzdem noch. Die Art und Weise, wie Chris Brown Frauen behandelt, ist furchtbar. Ich würde nicht wollen, dass meine Fans einfach übernehmen, was auch immer ich so von mir gebe - nur weil sie meine Fans sind. Man kann gute Musik machen, wenn man aber abseits davon etwas Schlimmes tut, muss man dafür geradestehen.

Und dann gibt es noch diese albernen Geschichten, die einen nicht mehr loslassen. Auf Instagram existiert dieses eine uralte Foto von dir, darauf steckt dein Bein in einem Kondom …

Ich kann echt nicht fassen, wieso da so viel Wirbel drum gemacht wurde. Was weiß ich, wieso ich mir ein Kondom übers Bein gezogen habe? Ich war jedenfalls sehr beeindruckt davon, wie elastisch es war - ich konnte mir das Ding bis zum Knie ziehen. Also mal ehrlich, liebe Männer: Er mag zwar groß sein, aber …

Mit Zara Larsson sprach Anna Meinecke.

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Quelle: n-tv.de

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