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Ein Fest der Schlagermusik: Klubbb3 alias Florian Silbereisen, Jan Smit und Christoff De Bolle (v.l.n.r.).
Ein Fest der Schlagermusik: Klubbb3 alias Florian Silbereisen, Jan Smit und Christoff De Bolle (v.l.n.r.).(Foto: Christoph Heidrich / Electrola)

Helene x 3 x Jungs = Klubbb3: Florian Silbereisens unzensierter Männerstadl

Klubbb3 nennt sich das neue Schlagertrio, das Showmaster und Helene-Fischer-Liebe Florian Silbereisen mit den befreundeten Sängern Jan Smit aus Holland und Christoff De Bolle aus Belgien gegründet hat. Ihr Debütalbum heißt "Vorsicht unzensiert!" und klettert derzeit die Charts steil nach oben, während die Herren quer durch die Republik mit dem Nightliner auf Promotour unterwegs sind. Im Interview erzählen sie, was sie verbindet, warum sie auf ihrer Platte "Atemlos" von Helene Fischer zitieren und wieso Schlager geil ist.

n-tv.de: Meine Herren, wann ist der musikalische Funke übergesprungen?

"Die Sympathie war gleich da."
"Die Sympathie war gleich da."(Foto: Dominik Beckmann / Electrola)

Florian Silbereisen: Wir haben schon ganz lange davon gesprochen, dass wir ein Bandprojekt machen wollen, weil wir immer, wenn wir zusammen waren, sehr viel Spaß hatten. Aber nie hatten wir alle gleichzeitig Zeit, also haben wir das immer wieder verschoben. Irgendwann war es dann doch soweit, dass wir in den Terminkalender geguckt haben und Jan sagte: "Ich hab Zeit." Und Christoff sagte: "Ich hab auch Zeit." Und bei mir passte es auch prima. Und dann sind wir spontan, wirklich extrem spontan, ins Studio gegangen und haben Texter und Komponisten engagiert. Das war kurz nach dem letzten Sommer. Und jetzt ist schon das erste Album da. Das war eine Hauruck-Aktion. Aber umso schöner, dass alles so gut geklappt hat.

Haben Sie sich in Ihrer Sendung kennengelernt?

Silbereisen: Nein, schon viel früher.

Jan Smit: Wir haben uns 1998/99 kennengelernt.

Silbereisen: Genau. Du warst als Kinderstar in Deutschland unterwegs. Wir waren oft gemeinsam auf Tournee mit Marianne und Michael. Und wir sind uns bei Carolin Reiber und all diesen Shows immer mal wieder begegnet. Christoff habe ich erst im Sommer 2009 kennengelernt.

Christoff De Bolle: Die Sympathie war gleich da. Ich habe Florian nach Belgien eingeladen zu meinen zwei Jubiläums-Shows "Christoff & Freunde". Jan war auch dabei. Und da kam uns zum ersten Mal die Idee, ob wir nicht zu dritt was machen sollten. Wenn ich mich recht erinnere, war es Jans Idee.

Smit: Es ist ja so: Wir drei treten natürlich immer alleine auf. Ich kenne das nicht, wie das ist, wenn man in einer Band zusammen singt. Und jetzt haben wir den dreifachen Spaß - als echte Männertruppe!

Bei erwähntem Auftritt in Belgien haben Sie zum ersten Mal "Drei Stimmen für ein Halleluja" gesungen, das sich nun auch auf Ihrem Debütalbum findet.

Smit: Stimmt, und da haben wir gespürt: Oh ja, das ist richtig geil! Nach dem Auftritt war für uns klar, dass wir daraus mehr machen wollen. Florian hat uns dann eingeladen in seine Jubiläumsshow, um das Lied dort noch einmal zu singen.

Silbereisen: Ich hatte mir gewünscht, dass die beiden kommen, damit wir noch mal als Trio auftreten können. Das liegt wie gesagt Jahre zurück, aber nie gab es den Moment, dass alle wirklich mal Zeit hatten. Erst im letzten Sommer haben wir telefoniert und gemerkt, dass wir Ende August, Anfang September alle nichts vorhaben. Und dann haben wir uns in ein Studio eingebucht.

Smit: Ich musste trotzdem ein paar Auftritte stornieren, und wir alle mussten einiges umkrempeln in unserer Planung. Denn uns war klar: Wenn wir das machen, dann richtig!

Das Album haben Sie "Vorsicht unzensiert!" genannt. Das klingt wie ein Warnhinweis. Was sind denn die Nebenwirkungen, die man beim Hören davontragen kann?

Silbereisen: "Vorsicht unzensiert!" ist ein Warnhinweis, weil wir das machen, was sich heute niemand mehr traut: Wir machen 100 Prozent Schlager. Ohne Kompromisse, ohne musikalische oder textliche Eingeständnisse an irgendwelche Kritiker. Bei uns darf es noch die Sonne geben, die dann im Meer versinkt. Bei uns muss sich Schmerz auf Herz reimen. Heute wollen viele Schlagersänger eher Popmusik machen, mit intellektuellen Texten. Wir machen genau das Gegenteil. Wir gehen voll drauf und wollen mit den Leuten Spaß haben.

Sie sagen, Sie wollen den ehrlichen Schlager retten. Was ist denn der ehrliche Schlager?

Silbereisen: Wir machen schon Schlager 2016. Aber wir wollen, dass die Leute mitsingen. Wir wollen das Publikum schon beim ersten Hören mit auf die Reise nehmen. Und deswegen wiederholen wir manche Worte nicht nur vier oder fünf Mal, sondern auch gerne 13 oder 14 Mal, damit auch der Letzte hinten im Saal mitsingen, mitfeiern und mit uns Spaß haben kann. Wir wollen dann ja gemeinsam Schlager-Partys feiern. Und was gehört zu Schlager-Partys dazu?

De Bolle: Polonaise.

Silbereisen: Richtig. Ich liebe Polonaise!

Smit: Mitklatschen, Mitsingen, Aufstehen – so soll es sein.

De Bolle: Aber natürlich muss es modern sein - und wird von uns nicht mit schwarzen Lackschuhen und Krawatte dargeboten.

Die CD des Trios ist Anfang Januar erschienen.
Die CD des Trios ist Anfang Januar erschienen.(Foto: imago/Future Image)

Wenn Ihre Musik bei Après-Ski-Partys gespielt wird oder Betrunkene auf dem Oktoberfest Ihre Lieder mitgrölen, ist das dann eine schöne Vorstellung für Sie?

Smit: Absolut!

Silbereisen: Wenn das der Fall wäre, wären wir sehr happy. Auf dem Oktoberfest spielen zu dürfen, wäre der Ritterschlag.

Smit: Aber bitte am Anfang des Abends!

Silbereisen: Genau. Und dann singen wir "Du schaffst das schon". Da braucht man nicht viel Fantasie, um sich das vorstellen zu können.

Es gibt den Song "Romantische Männer". Sie sagen ja, Sie wären solche Männer.

Silbereisen: Ich mit einem Augenzwinkern. Aber im Grunde unseres Herzens sind wir alle Romantiker. Jan ist ein Romantiker durch und durch, da gibt es so viele Geschichten. Aber das müsste man eigentlich unsere Partner fragen.

Smit: Es gibt aber Geheimnisse, die man nicht teilen will.

Silbereisen: Und es ist ja auch amüsant gemeint, wenn wir singen: "Es gibt sie also doch, es gibt sie immer noch, romantische Männer." Wir sind die, die die Sterne vom Himmel holen. Wir lassen die Sonne im Meer versinken. Das ist doch schön. Da kann man sich als Frau doch mal zurücklehnen, dem Klubbb3 lauschen und sagen: "Toll, dass es diese Art von Männern noch gibt." Ob’s im wahren Leben dann immer so ist, ist ja dann egal.

Sie glauben also, Sie wissen, was Frauen wollen?

Silbereisen: Wir glauben das nicht, wir wissen es! (lacht)

Hoffen Sie, dass die weiblichen Fans kreischen?

Smit: Wenn nur für Florian.

Silbereisen: Von wegen! Da habe ich harte Konkurrenz mit den Burschen. Aber ob die Mädels kreischen oder nicht: Hauptsache sie haben gemeinsam Spaß mit uns.

In Ihrem Song "Schlager ist geil" gibt es Anspielungen auf andere berühmte Schlager wie "Ein Stern" von DJ Ötzi, aber auch "Atemlos" von Helene Fischer. Wer kam auf die Anspielung zu "Atemlos"?

Silbereisen: Wer genau dieses Wort eingefügt hat, weiß ich nicht - vermutlich unser Produzent Uwe Busse oder Texter Tobias Reitz. "Atemlos" ist eben ein Schlager, der durch die Decke ging, genau wie "Die rote Sonne von Barbados". Es gibt so ein paar Klassiker, und da gehört "Atemlos" mit dazu. Vielleicht schaffen es unsere Lieder ja auch zu solchen Schlager-Hits, die durch die Decke gehen.

Smit: Wir haben zumindest viel im Studio zusammengesessen, Tage und Wochen, und uns überlegt, wie das alles am besten zusammenpasst. Es muss ja auch gut klingen. Die meisten Stücke singen wir drei- oder zweistimmig.

Am liebsten würden sie zusammen zehn Alben machen.
Am liebsten würden sie zusammen zehn Alben machen.(Foto: Dominik Beckmann / Electrola)

Silbereisen: Dafür muss man viel üben. Wir sind ja sonst alle Solosänger. Und jetzt gibt es da noch eine zweite und eine dritte Stimme. Das wird noch harte Arbeit. Wir sind die nächsten Wochen mit dem Nightliner unterwegs. Ich habe eine Gitarre eingepackt. Normalerweise probt und übt man als Band im Vorfeld. Aber weil das bei uns alles so schnell passiert ist, machen wir das sozusagen jetzt auf der Promoreise. Wenn wir also wissen, wir haben abends einen Song zu singen, üben wir den vorher stundenlang im Bus.

Ist das für Sie eine ganz neue Erfahrung, Herr Silbereisen?

Silbereisen: Ich habe schon alles Mögliche gemacht. Aber noch nie ein Bandprojekt, und auch schon lange kein Album mehr. Dass ich jetzt mal wieder im Studio war und Musik aufgenommen habe, daran sind die beiden schuld. Zu dritt macht das wirklich Spaß, deshalb war mir klar: Das ist cool, da bin ich dabei.

Was erhoffen Sie sich?

Smit: Das wir in zehn Jahren das zehnte Album machen können! (lacht)

Silbereisen: Das wäre toll, aber der Spaß steht im Vordergrund. Jeder von uns hat ja seine eigene Karriere. Und wir haben uns bei diesem Projekt zu einem Klubbb3 zusammengeschlossen. Was dabei rauskommt, weiß man nicht, und das ist ja auch das Schöne daran.

De Bolle: Es wäre toll, wenn die Schlagermusik mal wieder richtig durch die Decke ginge. Wie das jetzt hier in Deutschland ist, haben wir das auch in Belgien erlebt. In Belgien und Holland gab es Zeiten, da wurde über den Schlager die Nase gerümpft. Aber Jan und ich haben ihn trotzdem gemacht. Wir sind unserem Stil treu geblieben. Wir haben daran immer geglaubt. Und jetzt ist Schlager in Belgien und Holland wieder total angesagt.

Silbereisen: In Deutschland ist der Schlager ja auch ganz vorne mit dabei. Immer mehr Bands kommen hoch. Es wird viel mehr Deutsch gesungen als noch vor ein paar Jahren. Aber wenn man mal in Belgien oder in Holland bei so einem Konzert mit dabei ist, dann ist das faszinierend. Denn solche Schlager-Partys, wie es sie dort regelmäßig gibt, haben wir in Deutschland nicht. Und das reizt uns natürlich, das mal hier zu erleben und Schlager-Partys nach Deutschland zu holen. Denn dort tanzen die Leute, machen eine Polonaise nach der anderen. Das ist total cool.

Klubbb3 - "drei Typen, die 100 Prozent Schlager singen".
Klubbb3 - "drei Typen, die 100 Prozent Schlager singen".(Foto: imago/Future Image)

Haben Sie nicht Angst, dass Sie sich auf die Nerven gehen, wenn Sie jetzt so viel aufeinander hocken?

Smit: Diesen Monat verbringen wir komplett zusammen. Den ganzen Monat!

Silbereisen: Herrje, müsst ihr mich daran erinnern? (lacht) Hoffentlich können wir uns danach noch leiden. Aber ich glaube, das wird eine spannende Sache für jeden von uns. Ich habe immer davon geträumt, mit einer Band unterwegs zu sein. Deswegen freue ich mich tierisch drauf. Wir haben das so ja alle noch nicht erlebt. Wir haben jetzt sogar eine "WhatsApp"-Gruppe gegründet, die heißt "romantische Männer". Da sind nur wir drei Mitglieder. Wir schicken uns viele Fotos. Es ist sehr lustig.

Im Lied "Drei Stimmen für ein Halleluja" singen Sie davon, Seelenverwandte zu sein. Ist das so?

Smit: Klar, wir sind wie die drei Musketiere! So fühlt es sich an.

Silbereisen: Wir sind Kumpels, haben schon viel miteinander erlebt.

De Bolle: Wir lieben die Musik, den Schlager, das Publikum. Wir machen alle drei das Gleiche, aber sind trotzdem verschieden.

Inwiefern sind Sie verschieden?

Silbereisen: Christoff ist mit Abstand der Disziplinierteste von uns. Und auch der Ordentlichste. Bei ihm ist immer alles picobello. Jan und ich sind da nicht ganz so genau. Bei mir liegt immer alles verstreut. Ich bin jetzt schon gespannt, wie das wird, wenn wir uns jetzt die Garderobe teilen und im Nightliner unterwegs sind. Zum Glück verstehen wir uns ansonsten blind. Wir sind alle drei Optimisten, denken immer positiv. Wäre es anders, hätten wir die Band gar nicht gegründet.

Smit: Da waren noch Zwei, die mitmachen wollten, aber denen haben wir abgesagt. (lacht)

Würden Sie denn mit Klubbb3 auch durch die Clubs tingeln?

Silbereisen: Na logisch! Da wird uns nichts anderes übrig bleiben. (lacht)

Smit: Wir fangen unten an.

Silbereisen: Wir lassen uns überraschen, wohin die Reise von Klubbb3 geht. Der Spaß steht im Vordergrund. Und wenn es dann noch jemand hören will, umso schöner.

Sie haben in den letzten Jahren auch Ihre Volksmusik-Tourneen modernisiert, Herr Silbereisen. Ist Klubbb3 auch ein Produkt davon, und räumen Sie damit auch mit dem eigenen Image auf?

Silbereisen: Das hat nichts mit aufräumen zu tun, man verändert sich einfach. Die ganze Branche verändert sich doch. Stillstand funktioniert nicht, in keiner Branche. Man muss einfach Schritt für Schritt nach vorne gehen. Und so haben wir in den letzten Jahren in den Shows immer wieder versucht, neue Stars aufzubauen und sie mit auf den Weg zu bringen. Die Tourneen haben wir die letzten zwei Jahre komplett anders gestaltet, als man es bisher im volkstümlichen oder Schlagerbereich kannte. Deshalb passt ja auch Klubbb3 da jetzt so gut rein und genau in diese Zeit. Der Schlager boomt. Und dazu gehören jetzt auch drei Typen, die ohne Kompromisse 100 Prozent Schlager singen, der zeitgemäß daher kommt. Und die selbstbewusst auf der Bühne stehen und das aus voller Überzeugung machen.

Würden Klubbb3 auch beim ESC mitmachen?

Silbereisen: Nein, das ist kein Thema für uns.

Mit Klubbb3 sprach Katja Schwemmers

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Klubbb3 sind von März bis Mai 2016 im Rahmen der Tournee "Das Beste der Feste" (u.a. auch mit Wolkenfrei, DJ Ötzi und Ross Antony) live zu erleben: Hof/Saale (18.03.), Regensburg (19.03.), Würzburg (20.03.), Rostock (29.03.), Schwerin (30.03.), Braunschweig (31.03.), Oldenburg (01.04.), Oberhausen (02.04.), Münster 803.04.), Köln (05.04.), Saarbrücken (06.04.), Ingolstadt (07.04.), Passau (08.04.), Berlin (18.04.), Nürnberg (19.04.), Cottbus (21.04.), Riesa (22.04.), Erfurt (23.04.), Gera (24.04.), Deggendorf (26.04.), München (29.04.), Chemnitz (01.05.), Neu-Ulm (02.05.), Kassel (03.05.), Magdeburg (04.05.), Kiel (05.05.), Hannover (06.05.), Hamburg (08.05.), Siegen (09.05.), Krefeld (10.05.), Bielefeld (11.05.), Frankfurt (12.05.), Stuttgart (13.05.)

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Quelle: n-tv.de

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