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Gerade mal 18 und schon Weltstar: Shawn Mendes.
Gerade mal 18 und schon Weltstar: Shawn Mendes.(Foto: AP)

Shawn Mendes in Berlin: Mama, hier: dein Schwiegersohn

Von Anna Meinecke

Liebe Eltern, sollten Sie es nicht mitbekommen haben: Witze über Justin Bieber können zwar noch funktionieren, ihre Teenie-Töchter bringen sie damit aber nicht mehr auf die Palme - Justin Who? Die haben jetzt einen anderen. Und der könnte Ihnen gefallen.

Es ist schon etwas Besonderes, wenn man nach einem Vierteljahrhundert Leben das Bier im Plastikbecher nur gegen Vorlage des Personalausweises über die Theke geschoben bekommt. Wer will es der freundlichen Dame dahinter verübeln: Was am Mittwochabend so durch die Berliner Mercedes Benz Arena stakst, ist vornehmlich minderjährig, gerne U16.

Anlass ist er, Shawn Mendes. Der Kanadier ist selbst erst süße 18 Jahre alt, wenn er sich aber die Akustikgitarre an den durchtrainierten Oberkörper schnallt, dann füllt er die ganz großen Stadien der Welt. Sie kennen vielleicht seinen Song "Treat You Better". Zu dem hat auch schon Taylor Swift mal prominent die Lippen bewegt - und die kennen Sie ja wohl mit Sicherheit.

Mendes' "Illuminate World Tour" ist etwas für Mädchen und ihre Mütter - oder ihre Väter, wie etwa der Herr beweist, der bei schmusigeren Songs gleich mit zwei Feuerzeugen den kalten Handylichtern seiner jungen Protegés entgegenblinkt. Irgendwann wäre Mendes sicherlich gern einfach Musiker. Noch aber lebt er mit dem Erbe seines ersten Hypes, den er als #shirtlessshawn beim mittlerweile eingeschlafenen Video-Netzwerk Vine auslöste.

Die Mädchen kreischen

Im Mai 2014 hat Mendes seinen ersten Plattenvertrag bei Island Records unterschrieben. Bereits einen Monat später machte ihn seine erste Single "Life of the Party" zum bis heute jüngsten Künstler, der sein musikalisches Debüt in den Top 25 der Billboard-Charts platzieren konnte. Seitdem geht es immer so weiter. Die Mädchen kreischen.

Shawn Mendes beginnt pünktlich, grüßt freundlich, singt die richtigen Noten. Es gibt auch ein paar aufbauende Worte. Sie sollen den Schmerz rausschreien, die Kinder - und dann bitte mitsingen bei "A Little Too Much". Eine Zugabe gibt es nicht. So sind Lisa, Laura und Larissa auch um zehn im Bett. Am nächsten Morgen ist Schule.

Überhaupt geht es bei Shawn Mendes sehr artig zu. Gejohlt wird nur zwischen den Songs, niemand hat wen auf den Schultern und gedrängelt wird schon mal gar nicht. Wo sind die Fan-Plakate? Ein Mädchen hält ein leuchtendes Herz hoch mit "S" in der Mitte, sie fällt auf.

Kein Ärger mit Shawn

Jeder bekommt das Publikum, das er verdient. Sagt man doch so, oder? Und so passt zu einem braven Bub wie Mendes eben auch ein braves Publikum. Eins, das es total süß findet, wenn dem Star bei "Stitches", einem seiner größten Hits, mal kurz der Text entfällt. Eins, das jauchzt, wenn er am Klavier ganz demütig ein paar Takte eines Songs von Ed Sheeran anspielt, seinem Vorbild.

Nur als er seinen Hit "Mercy" performt, steigt Mendes eine Stufe herab von seiner Riesenbühne und lehnt sich für wenige Sekunde den Mädchen in der ersten Reihe entgegen. Die streifen seine Hand, lassen - huch? - los. Liebe Eltern, sie brauchen sich wirklich keine Sorgen machen. Wenn ihre Kinder einen Mann wie diesen heimbringen, gibt's statt Ärger einen Strauß Blumen. Vielleicht noch einen Hundewelpen.

"Illuminate World Tour" im deutschsprachigen Raum:

04.05.2017 Wien, Stadthalle
14.05.2017 Zürich, Hallenstadion
15.05.2017 München, Olympiahalle
22.05.2017 Hamburg, Barclaycard Arena

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Quelle: n-tv.de

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