Unterhaltung
Khalid spielt im Vorprogramm von Lorde.
Khalid spielt im Vorprogramm von Lorde.(Foto: imago/Martin Müller)
Montag, 16. Oktober 2017

Kommen Sie zur Vorband: Palim Palim mit Khalid

Von Anna Meinecke

8 Monate später, 19-mal so viele Menschen. Khalid steht wieder auf einer Berliner Bühne. Mit seiner Karriere geht es kontinuierlich bergauf. Doch so leicht wie am Anfang macht es ihm sein Publikum nicht.

Er steht in Flammen. Also natürlich nicht wirklich. Aber er hat welche auf seiner Hose aufgedruckt. Es kann als kleines Versprechen gesehen werden. Die nächste halbe Stunde wird Khalid über die Bühne fegen, als sei die zu heiß, um länger als einen Augenblick an einer Stelle zu verweilen. Vermutlich sind die Flammen aber einfach ein modisches Statement. Auch das würde passen. Der Junge hat Style.

Als Khalid das letzte Mal eine Berliner Bühne bespielte, war die zum Vorturnen zu klein. In die Berghain Kantine passen gerade mal 200 Leute. Das Konzert im Februar war ausverkauft. Die Besucher waren textsicher, in den vorderen Reihen Gekreische. Nach dem Auftritt gab's Umarmungen von dem Teenie aus Texas, der es zwar schon in die Snapchat-Story von Kylie Jenner geschafft hatte, aber noch weit entfernt davon war, ein Star zu sein.

Ob er sich heute anders fühlt? Kylie Jenner hat Khalid mittlerweile getroffen, im Berliner Tempodrom steht er am Sonntagabend vor 3800 Leuten. Ein Aufstieg, eigentlich. Denn an diesem Abend muss Khalid kämpfen, um die Masse zu bewegen. Er ist die Vorband.

Hingehorcht

Es scheppert ganz schön, als Khalid loslegt. Dem Publikum werden die Nationalfarben der USA entgegengeschleudert und erstmal bewegt sich nicht viel. Hinter seinem Track "American Teen" kann Khalid ein europäisches Publikum - zumal jenseits der Volljährigkeit - vielleicht einfach nicht versammeln. Doch wo die Konzertbesucher noch müde mit dem Kopf wippen, hopst Khalid einfach doppelt so hoch. Er kann tanzen und das ist in Sachen Show auch nicht ganz unwichtig, denn der Sound der Band übertönt leider immer wieder das samtige Vibrieren von Khalids Stimme.

Nein, er singt nicht "Palim Palim". Obwohl Khalid einen nicht ganz unwichtigen Teil seiner Kindheit auf einem Armystützpunkt bei Heidelberg verbracht hat, spricht er kaum Deutsch und erst recht nicht Didi Hallervorden. Er singt "burning" und "turning" - zugegeben, hier ist nicht unbedingt die Band schuld, man kann "Another Sad Lovesong" auch auf dem Album missverstehen.

Zwei tapfere Mädchen springen

"Coaster" ist der Song, der an dem Abend vielleicht am besten funktioniert. Mit der Ballade klingt Khalid groß. "Location" kennen die Leute. Vor der Bühne gehen Arme hoch. Zwei tapfere Mädchen hinten auf dem Rang springen auf und ab. Khalid gewinnt das Publikum für sich.

"Young Dumb & Broke" ist Khalids Lieblingssong. Er bringt ihn zum Schluss. Und weil die Konzertbesucher mittlerweile genauso begeistert von dem 19-Jährigen sind wie der ganz offenbar von der Tatsache, hier genau jetzt auf der Bühne zu stehen, grölen sie mit. Die meisten von ihnen sind wegen Lorde gekommen. Aber Khalid kennen sie jetzt auch. Und sie mögen ihn.

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Quelle: n-tv.de

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