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Michi Beck und Max Herre sind dabei!
Michi Beck und Max Herre sind dabei!(Foto: dpa)

Tue Gutes und rede darüber: Peace by Peace, Alter!

Das Line-Up hat ein weiteres Upgrade erfahren: Herbert Grönemeyer wird ebenfalls in der Waldbühne auftreten. Neben Stars wie Michi Beck und den Fantastischen Vier, Max Herre und seinem Freundeskreis hat der Godfather der deutschen Superstars zugesagt.

Der Herbert - dieses Mal tief im Osten ...
Der Herbert - dieses Mal tief im Osten ...(Foto: ali kepenek)

Am Sonntag soll den ganzen Tag die Sonne scheinen in Berlin und 27 Grad erreicht werden - ideale Voraussetzungen für das "Peace x Peace"-Festival in der schönsten Konzertlocation Deutschlands - der Waldbühne. Bereits im letzten Jahr wurde das Festival zu einem ganz besonderen Tag, als deutsche und internationale Top-Acts wie Seeed, Beatsteaks oder auch US-Sänger Aloe Blacc dort auftraten, auf ihre Gage verzichteten und in der ausverkauften Open-Air-Bühne 413.517,29 Euro für Kinder im Krieg und auf der Flucht sammelten. Jetzt also die Fortsetzung. Mit dabei dieses Jahr: Unter anderem Die Fantastischen Vier und Freundeskreis. n-tv.de hat mit Michi Beck, Max Herre und dem Organisator Fetsum Sebhat gesprochen. Der deutsche Superstar Herbert Grönemeyer wird gemeinsam mit Balbina als Special Guest mit den Fantastischen Vier das Festival supporten.

Das Konzept bleibt auch in diesem Jahr bestehen: Musik live erleben, den Schwächsten eine Stimme geben und ein Zeichen für Solidarität setzen. Es wird erneut beweisen, wie stark Musik die Menschen verbinden kann. Initiatoren des Festivals sind Fetsum Sebhat und Tedros Tewelde vom PxP Embassy e.V. Als Kinder eritreischer Kriegsflüchtlinge wollen sie einen sichtbaren, fühlbaren und erlebbaren Moment der Menschlichkeit kreieren, was ihnen letztlich mit Hilfe von allen Partnern, Sponsoren, den über 20.000 Ticketkäufern sowie allen Musikern und Bands, die auf ihre Gage verzichtet hatten, im vergangenen Jahr auch gelang.  

"Armut, Hunger und Ungerechtigkeit gehen uns alle an. Nur wenn Kinder Hoffnung und Perspektiven haben, kann es eine friedliche Entwicklung geben. Als Künstler möchte ich den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft eine Stimme geben", erläutert Fetsum Sebhat die Motivation zur Weiterführung des Benefiz-Events.

Fetsum organisiert das Festival wieder.
Fetsum organisiert das Festival wieder.(Foto: Stefan-Botev)

Haben die Künstler eigentlich auch das Gefühl, dass trotz aller Bemühungen die Welle der Solidarität bereits ein wenig abgeebbt ist? "Weiß ich gar nicht", sagt Max Herre von Freundeskreis. "Ich kann keine Zahlen nennen, aber ich höre weiterhin von wahnsinnig vielen Leuten, die sich engagieren." Und fährt fort: "Wir müssen dafür Sorge tragen, diese Stimmung nicht wieder umkippen zu lassen. Wir müssen daran erinnern, dass da Menschen kommen und nicht eine diffuse Truppe, die sich 'Flüchtlinge' nennt. Da hat jeder ein einzelnes Schicksal, jeder hat seine Geschichte, seinen Grund, warum er die Heimat verlassen hat", mahnt er.

"Ich freu' mich übrigens, dass Fetsum das so auf die Beine gestellt hat, denn viele Menschen haben Angst vor einem Etikett - dem Etikett des sogenannten 'Gutmenschen', das sie daran hindert, menschlich zu sein. Aber man muss doch kritisch bleiben und Fragen stellen."

Juchuh, wir machen mit!

Bestehen eigentlich Pläne, das Festival über Berlin hinaus woanders stattfinden zu lassen? "Da wäre ich sofort dabei", lacht Max Herre, das wäre ein weiteres, tolles Signal. Denn die Probleme hören ja nicht an den Landesgrenzen auf.

Michi Beck ist zum ersten Mal dabei - auf der Bühne zumindest. n-tv.de will wissen, wie man sich das vorstellen darf - Fetsum ruft an und alle jubeln: "Juchhuh, wir machen mit!?" "Genau so war's", lacht Beck. "Auch wenn das nicht einfach ist, bei einer Band auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen. Wir sind viel unterwegs diesen Sommer, haben jeder eigene Projekte, also da muss man schon genau gucken. Aber es hat geklappt, nachdem es letztes Jahr ja nicht ging."

Fantastisch!
Fantastisch!(Foto: Robert-Grischek)

 Aber er war da: "Ja, ich war letztes Jahr als Gast da, und habe meinen Jungs sowieso schon davon erzählt, dass man was Schöneres eigentlich nicht machen kann, da stimmt einfach alles." Apropos, da stimmt alles, was bekommen wir denn für unser Geld? "Na alles", sagt Beck. "So ein Line-Up für 45 Euro, wo gibt's das denn schon? Plus: Das Geld kriegen weder Veranstalter noch Künstler, sondern es geht direkt an die Menschen, die es am dringendsten brauchen. Das ist eine Triple-Win-Situation."

Nachdem der Begriff Charity ein wenig überstrapaziert wirkt, ist Charity gar nicht mehr so einfach, oder? Michi Beck: "Jetzt mal ehrlich, es gibt echt Schlimmeres, als zum Beispiel eine Charity-Lady zu sein," lacht er. "Das Tolle bei der Veranstaltung ist, dass das ganze Ding von vorne bis hinten funktioniert. Es gibt ja oft einen guten Ansatz und dann geht das nach hinten los. Oder es geht nicht weiter, weil das Know-How fehlt oder die Man-Power oder das Netzwerk. Hier stimmt's einfach."

Fünf Stunden geile Mucke

Der Reinerlös der Veranstaltung kommt auch in diesem Jahr in Kooperation mit Unicef Hilfsprojekten für Kinder in Krisenländern und auf der Flucht zugute. "Your Voice For Children" ist wieder der Leitgedanke und die wichtigste Kernaussage an dem Abend: Die Top-Stars verzichten auf ihre Gage und appellieren in ihrem fünfstündigen Line-Up an mehr Solidarität, um Spenden für die Kleinsten und Schwächsten der Gesellschaft zu sammeln. Insbesondere vor dem G20-Gipfel der Staats- und Regierungschefs der größten Industrie- und Schwellenländer in Hamburg Anfang Juli setzt PxP ein Zeichen für Frieden, Mitmenschlichkeit und globale Verantwortung - und gegen einen Rückfall in Nationalismus und aggressive Rhetorik.

Max Herre schwärmt im Gespräch mit n-tv.de vom letzten Jahr: "Es war ein tolles Line-Up, eine tolle Sache und vor allem eine Sache, die wir alle unterstützen wollten. Deswegen sind wir dieses Jahr wieder dabei und freuen uns maßlos! Denn auch dieses Jahr treten tolle Kollegen auf, die zeigen wollen, dass wir Künstler bei denen sind, die uns wirklich brauchen. Bei denen, die auf unsere Empathie angewiesen sind und auf unsere Unterstützung." Vor allem geht es Herre um die Kinder: "Die sollen sich willkommen fühlen und teilhaben an unserem Leben." Was ist das Schönste für den Sänger, an einem solchen Abend? "Die Solidarität zu spüren, auf der Bühne und im Publikum. Das war letztes Jahr ein richtiges Movement, wir waren alle eins. Das ist so ein Erlebnis für die Seele, das kann man sich gar nicht vorstellen."

Wer sich live davon überzeugen will - es gibt noch ein paar wenige Karten.

Quelle: n-tv.de

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