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Medinas Musik ist immer tanzbar, aber auch ein bisschen traurig.
Medinas Musik ist immer tanzbar, aber auch ein bisschen traurig.(Foto: Universal Music/Marco Van Rijt)

Selbstbewusster Pop-Star Medina: "Steh' zu deinem Aussehen"

Medina macht Elektro-Pop und das schon seit einigen Jahren. Seit ihrem größten Hit "You & I" hat sie beeindruckende Bauchmuskeln und eine gesundes Selbstbewusstsein bekommen. Mit n-tv.de spricht die Dänin über ihr neues Album und sexy Frauenkörper.

n-tv.de: Ich bin total fasziniert davon, wie textsicher ich bei deinen alten Songs bin. Am besten in Erinnerung geblieben ist mir natürlich "You & I", deine Hit-Single von 2009. Nervt es, dass die Leute immer wieder darauf zurückkommen, obwohl sie seitdem sicher schon zu vielen anderen Medina-Songs getanzt haben?

Medina: Auf keinen Fall! Das heißt eigentlich nur, dass ich einen Klassiker zu verantworten habe. Das schaffen nicht alle Musiker. Ich fühle mich sehr geehrt. Gerade kürzlich habe ich noch darüber nachgedacht. Es gibt so viele Künstler da draußen, die mal einen Hit gehabt haben, aber nur ganz wenige dieser Hits werden Kult. Da habe ich mir dann selbst auf die Schulter geklopft. (Sie wirft sich in eine theatralische Pose)

Medinas neues Album "We Survive" ist soeben erschienen.
Medinas neues Album "We Survive" ist soeben erschienen.(Foto: Universal Music)

Den Song gibt es auf Englisch und auf Dänisch, da heißt er "Kun for mig". Magst du eine Version lieber?

Ich empfinde das nicht als einen Song auf zwei Sprachen. Für mich ist das eins. Aber vielleicht habe ich ihn einfach schon zu oft gesungen.

Wusstest du schon immer, dass deine Musik tanzbar sein soll?

(lacht) Neee, absolut nicht! In einem der ersten Songs, die ich geschrieben habe, geht es um mein Haustier. Ich musste es weggeben, weil ich darauf allergisch reagiert habe - ich konnte kaum noch atmen. Jedenfalls brach mir dabei das Herz. Also ging ich in das Musikzimmer meiner Eltern und schrieb unter Tränen einen Song. Das war traurig - dazu konnte man nicht tanzen.

Deine Songs heute sind ja aber auch nicht alle fröhlich, trotzdem kann man darauf gut tanzen!

Ja, ich verarbeite meine melancholischen Vibes jetzt anders. Mir gefallen einfach die Beats.

Und auf deinem neuen Album "We Survive" bleibst du diesem Stil auch treu?

Ich denke schon. Ich klinge eben, wie ich klinge. Da sind so großartige Tracks dabei, ich kann gar nicht erwarten, dass es endlich rauskommt.

Wäre die Platte ein guter Soundtrack für irgendetwas?

Dein Leben!

Meins?

Jedermanns! Es ist einfach ein Album voller Gefühle - Hochs und Tiefs, Liebe, Trauer, Wut, solche Sachen.

Während du deinem musikalischen Stil im Laufe deiner Karriere ziemlich treu geblieben bist, hast du dich modisch oft verändert. Ist Mode dein Hobby oder Teil des beruflichen Konzepts als Popstar?

Mode ist schon immer ein großer Teil von mir gewesen. In der Grundschule fehlte mir oft das Geld, um Klamotten zu kaufen, die mir gefielen. Also habe ich sie nachgenäht. Meine Mutter hat das auch gemacht. Deswegen hatten wir oft Stoffe zu Hause.

Hast du heute noch Zeit, selber zu nähen?

Absolut, viele Bühnenoutfits habe ich gemacht! Zum Beispiel für die Sommertour - mit viel Swarovski-Kristallen!

Woher nimmst du deine Inspiration?

Ich ziehe einfach an, was ich will. Meistens bin ich eher Rock'n'Roll, aber ich besitze auch glamouröse Teile.

Glaubst du, man muss sich als Künstler immer wieder neu erfinden, um interessant zu bleiben?

Gute Frage. Man wird natürlich älter. Jetzt bin ich zum Beispiel viel selbstbewusster als früher. Nicht, dass ich früher nicht selbstbewusst war. Und ich will immer noch viel ausprobieren. Aber alles passt ein bisschen besser zusammen.

Und die Leute merken das! Du hast auf deinen Social-Media-Kanälen mittlerweile massig Follower. Diese Art von Präsenz hat zu Beginn deiner Karriere noch keine so große Rolle gespielt. Macht's Spaß?

Ich habe vor nicht allzu langer Zeit mit Snapchat angefangen. Das muss ich jetzt erstmal verstehen.

Du präsentierst dich jedenfalls ziemlich offen. Viele Aufnahmen zeigen dich im Bikini oder in knappen Sportsachen. Überhaupt scheinen dir sexy Auftritte zu liegen. Hast du dich schon immer wohl dabei gefühlt, deine Weiblichkeit in Szene zu setzen?

Ich muss manchmal Grenzen übertreten. Frauen haben so viel Angst davor, sich zu zeigen - ganz unabhängig davon, welche Kleidergröße sie tragen. Geh' mal in Brasilien an den Strand. Da ist das völlig anders. Die Frauen tragen da alle winzige Bikinis - ein Paradies für mich. Diese Frauen sind stolz auf sich und sehen dadurch sofort noch besser aus. In Europa sind Frauen oft so langweilig. Ich hasse das!

Vielleicht sind sie einfach nur schüchtern …

Dabei ist es völlig okay, einen dicken Arsch zu haben und kleine Titten oder andersrum - egal. Steh' zu deinem Aussehen, zu dir! Frauen sind so super, wenn sie das können.

Du lebst nach dem Prinzip, doch die Reaktionen auf so viel Selbstbewusstsein sind gemischt, oder?

Ich habe einen Menge Bewunderer - und eine Menge Hater. Aber um die schere ich mich nicht. Die sind vermutlich ziemlich langweilig.

Mit Medina sprach Anna Meinecke

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Quelle: n-tv.de

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