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"Love Kills" - zum Glück sagt man das nur so! Über's Rauchen reden wir nochmal ...
"Love Kills" - zum Glück sagt man das nur so! Über's Rauchen reden wir nochmal ...(Foto: Sony Music)
Samstag, 09. September 2017

Natalia Avelons "Love Kills": Und über allem schwebt Nancy Sinatra

Natalia Avelon kennen wir vor allem aus dem Kino. Sie singt aber auch, und zwar sehr gut, gerne im Duett mit coolen Herren. Singen ist ihre Art, sich wirklich auszudrücken, erzählt sie n-tv.de und macht uns neugierig auf mehr.

Wir reden zuerst über Fake-Nägel. Ein Thema, das alle Frauen interessiert - ihre Fingernägel. Das hört sich lächerlich an, ist es aber nicht. Es soll Männer geben, die bei Frauen zuerst auf die Nägel schauen. Aber lassen wir das, denn eines ist ganz offensichtlich: Bei Natalia Avelon schaut man(n) nicht zuerst auf die Nägel. Sie ist gewissermaßen ein Gesamtereignis. Und ihre Augen sind schon recht einnehmend - aber hier geht's um die Stimme. Und die hat was zu sagen. Und es geht um die Musik. Natalia Avelon hat ein Album herausgebracht, es heißt "Love Kills", und auf dem Cover - sehen wir sie. Sexy natürlich, in dem gewissen "Uschi Obermaier-Look", den wir von der 37-Jährigen kennen. In ihrem Video zu "Blind Belief" geht es heiß her. Blindes Vertrauen - etwas, das Natalia Avelon kennt? Mit n-tv.de sprach sie über Männer, Musik und Mut.

n-tv.de: Also was ist jetzt die richtige Länge?

Natalia Avelon: (lacht) Naja, auf der Bühne oder in einem Video sieht das schon toll aus, wenn die so Rihanna-mäßig lang sind, die Nägel, aber wenn ich privat zu Hause an meinem Herd stehe, dann kann ich sowas nicht gebrauchen.

Gut, dann zu deinem Namen - ist der echt?

(lacht) Nein, der Name entstand 1998, zusammen mit einem verstorbenen Freund von mir, dem Regisseur Peter Wunderlich, der mit mir einen Film drehen wollte über Faust. Der Film ist leider nie realisiert worden, weil der Peter gestorben ist. Deswegen trage ich dieses Faust-Thema auch noch immer mit mir herum. Aber ganz andere Geschichte, eigentlich wollte ich erzählen, wie es zu meinem Namen kam. Ich wurde als Natalia Siwek in Breslau geboren, und wir dachten uns, dass das keiner so richtig aussprechen kann, und dann kamen wir über den Film "Queenie Avelon" irgendwie darauf, dass das doch auch gut zu mir passen würde.

Queenie?

(lacht) Nein, Avelon. Nicht Avalon, und auch nicht englisch ausgesprochen, sondern ganz klar A v e l on. Wenigstens ist mein Vorname geblieben. Es reicht ja auch schon, dass man mich immer fragt, ob ich polnisch oder deutsch bin, ob ich Schauspielerin oder Musikerin bin. Ich will mich gar nicht so in eine Schublade stecken lassen. Muss man sich denn immer entscheiden?

Auf keinen Fall …

Und wenn man heiratet, dann heißt man wieder ganz anders …

Du heiratest?

(lacht) Nein! Nein! Für mich ist heiraten nicht wichtig. Wenn man eine Familie hat, ja, dann ist das was anderes, aber ich brauche das nicht.

Du bist ja noch jung …

Obwohl ich Traditionen eigentlich mag.

Hängt sich keine Bilder von sich an die Wand - das machen andere dafür ganz sicher.
Hängt sich keine Bilder von sich an die Wand - das machen andere dafür ganz sicher.(Foto: GABO)

Aber Namen sind Schall und Rauch. Egal, reden wir über deine Musik. Bist du aufgeregt vor Auftritten?

Ja, sehr, aber ich liebe es, live zu spielen. Dann kann ich mit den Leuten etwas teilen, etwas Energetisches, etwas Echtes. Was ich gar nicht mag, ist Voll-Playback. Ich mach' von ZDF-Fernsehgarten bis zum Coachella Festival alles mit (lacht). Von der kleinen Bar bis zum Wembley-Stadion. Ich lebe ja nur einmal. Ich schäme mich für nichts. (zögert) Doch, für einen Typen, mit dem ich was hatte. Das versteht keiner. Ich muss sehr einsam gewesen sein (lacht).

Da muss man sich doch aber nicht schämen, kann passieren, sowas …

Ja, aber ich stehe wirklich auf intelligente Männer, und das war bei dem Herren so gar nicht gegeben ….

Aber sexy war er?

Ja. Der Mann bestand quasi nur aus Körper (lacht laut). Ich habe einfach mal gedacht und gehandelt wie ein Mann.

Wo bist du zu Hause?

Seit ich klein bin, habe ich ein ziemliches Zigeunerleben hinter mir, beruflich und durchs Studium bedingt. Aber jetzt bin ich seit 10 Jahren in Berlin, und das ist meine Hassliebe (lacht). Berlin kann so extrem nerven und so extrem toll sein. Aber in meiner Wohnung fühle ich mich total zu Hause. Ich habe mir Zeit gelassen, das einzurichten, und jetzt passt alles.

Du hast ja zuerst Musik machen wollen, dann kam "der Film" dazwischen, aber in den Filmen hast du gesungen. Und erkannt, was du wirklich willst.

Genau! Aber ich werde natürlich auch wieder schauspielern. Das ist mein Beruf. Ich liebe beides. Beides ist Kunst.

Der Film "Das wilde Leben" hat dich aber sehr geprägt, oder?

Mit Matthias Schweighöfer und Milan Peschel in "Das wilde Leben".
Mit Matthias Schweighöfer und Milan Peschel in "Das wilde Leben".(Foto: picture-alliance/ dpa)

Es ist etwas erschreckend, dass man mit einer Rolle immer so sehr in Verbindung gebracht wird. Ich habe es geliebt, die Uschi Obermaier zu spielen, aber ich kann auch anders. Klar, ich werde keine Grace Kelly, aber vieles andere. Ich kann eine Mutter spielen, ich kann eine Frustrierte sein, ich war in meinen Rollen schon auf der Flucht oder in einem Krimi, doch die Uschi ist am präsentesten. Aber jetzt sollen mich die Leute endlich richtig kennen lernen.

Durch die Musik.

Ja. Da gibt man mehr von sich. Als Schauspielerin spiele ich ja eine Rolle. In der Musik bin ich ganz ich. Und mit Guy Chambers konnte ich jetzt meine rockige Seite rauslassen. Ich hatte so ein Glück, mit ihm zu arbeiten.

Guy Chambers hat viel mit Robbie Williams zusammengearbeitet ….

Ja, er ist großartig, so bodenständig und bescheiden. Er ist respektvoll und neugierig. Er schreibt super und ist ein toller Musiker. Ich liebe es, mit anderen zusammen zu arbeiten. "Dark Desires" zum Beispiel singe ich ja mit Bela B. Oder "Catch Me If You Can" mit den Jungs von BossHoss. Ich liebe aber "Whoever I Want" von Guy Chambers am meisten. Glaub' ich (lacht).

Alles tolle Männer …

Ja! Sympathisch, talentiert. Richtige Rockstars. Und das ist alles so beiläufig entstanden. Beim Grillen kennengelernt. Und die passen mit ihrer Energie so gut zu meinem Album. Ich wollte transportieren, dass das alles Spaß macht. Mit Medina war das genauso. Die ist cool, unzickig, supersexy. Eine tolle Frau.

Ist es schwer für dich mit Frauen?

Ja, zum Teil schon. Ich weiß nicht, was da in der Evolution schiefgelaufen ist. Wir unterstützen uns nicht so wie die Männer es gegenseitig tun. Frauen sind nachtragender, vergleichender, die Konkurrenz ist so groß. Anstatt sich zu unterstützen, haben wir Angst, dass wir uns gegenseitig den Mann wegschnappen. Das ist doch albern. Wir sollten uns mehr bestärken. In meinem Umfeld sind zum Glück aber sehr viele Powerfrauen.

Bist du zielstrebig?

Ja, ich verfolge mein Ziel so lange bis es wahr wird. Aber wenn es gar nicht klappt, dann kann ich das auch eingestehen. Immer schön realistisch bleiben. Ich habe aber auch noch viele andere Ideen.

Was wünschst du dir?

Viele Auftritte! Ich möchte, dass das Publikum mich live kennen lernen kann, ich will mich ausprobieren. Ich bin gespannt auf die Resonanz, die ich dann bekomme.

Und über allem schwebt ein bisschen Nancy Sinatra?

Ja, das stimmt (lacht). Aber mein Idol ist und bleibt David Bowie.

Mit Natalia Avelon sprach Sabine Oelmann

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Quelle: n-tv.de

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