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Hildegard Knef 1951
Hildegard Knef 1951

La Knef wäre entzückt: Zu "Hildchens" 90. regnet's rote Rosen

Hildegard Knef gehörte zu den wenigen deutschen Nachkriegsstars, die auch im europäischen Ausland und den USA verehrt wurden. Zu ihrem 90. Geburtstag wird der Diva nun aber vor allem von einheimischen Künstlern gehuldigt.

"Hallo ihr Lieben, wie gerne wär' ich jetzt bei euch, sei es auf der Bühne oder mittenmang" sagt sie am Anfang des neues Albums "Für Hilde" mit ihrer typischen, leicht zerknautschten Stimme. Doch dazu später mehr.

Marlene und Hilde - Freundinnen. (Bild von 1955)
Marlene und Hilde - Freundinnen. (Bild von 1955)(Foto: ASSOCIATED PRESS)

Hildegard Knef hätte die Aufmerksamkeit, die ihr noch immer entgegenkommt, sehr genossen. Da war sich Paul von Schell, der Witwer von Hildegard Knef, schon zu ihrem 80. Geburtstag, den sie leider nicht mehr erlebte, sicher. Es gab Musicals, eine große Ausstellung im Filmmuseum Berlin und ein Denkmal. Er sagte damals: "Ich glaube auch, die Hilde kriegt das mit und ist sehr happy darüber." Respekt und große Liebe klingt da durch:"Sie hat unglaublich hart gearbeitet und eigentlich nie gemeckert", so von Schell über seine am 1. Februar 2002 im Alter von 76 Jahren gestorbene Ehefrau. "Ich bin dankbar für die Jahre." Und auch nun, zu ihrem 90. Geburtstag, gedenkt man der Frau, die zu den wenigen deutschen Nachkriegsstars gehörte, die auch im europäischen Ausland und den USA verehrt wurden.

Dabei lagen Erfolg und Niederlage in ihrem Leben stets nah beieinander. Sie war erfolgreiche Schauspielerin und Chansonsängerin, gefeierter Broadway-Star und Bestseller-Autorin ("Der geschenkte Gaul"). Immer wieder aber gab es auch Phasen, in denen die richtigen Angebote und Engagements fehlten. Auch privat gab es Tiefschläge: Scheidungen, Krebs und Drogen. Ihre Gesundheit war stark angegriffen - 50 Mal wurde sie bis zu ihrem Tod operiert.

Zwischen Berlin und Hollywood, Babelsberg und dem Broadway führte die Künstlerin ein Leben wie auf der Achterbahn. "Diva Courage", "Die Überlebenskünstlerin", "Der elektronische Gaul" und "Die Frau, die sich verkaufte" waren die Kapitel einer großen Ausstellung im Filmmuseum am Potsdamer Platz.

Von Babelsberg an den Broadway

Für Hilde ...
Für Hilde ...

Als "Sünderin" im gleichnamigen Film von Willi Forst wurde Knef zu Beginn der prüden 50er-Jahre schlagartig berühmt. Ihre Freundin Marlene Dietrich hatte ihr zugeredet: "Wenn du das spielst, bist du wieder drin im Geschäft." Dabei hatte Knef mindestens drei Karrieren: als Schauspielerin ("Die Mörder sind unter uns"), Chansonsängerin ("Für mich soll's rote Rosen regnen", "Eins und eins") und Bestseller-Autorin: Ihre Autobiografie "Der geschenkte Gaul" verkaufte sich millionenfach in aller Welt.

Die am 28. Dezember 1925 in Ulm geborene Knef ließ sich bei der Ufa zur Trickfilmzeichnerin ausbilden, bevor sie die Filmschule in Babelsberg besuchte. Noch während des Krieges drehte sie die UFA-Filme "Fahrt ins Glück" und "Unter den Brücken". 1946 stand sie für den ersten deutschen Nachkriegsfilm "Die Mörder sind unter uns" von Wolfgang Staudte vor der Kamera. Victor de Kowa und Boleslaw Barlog holten sie auf die Bühne der Berliner Tribüne und ans Berliner Schlosspark-Theater.

Cole Porter sah das Talent der Schauspielerin und holte sie an den Broadway, wo sie in dem Ninotschka-Musical "Seidenstrümpfe" einen der größten Triumphe ihres Lebens feierte - 675 ausverkaufte Vorstellungen von 1954 bis 1956.

Die Frau, die sich immer wieder neu erfunden hat, wird noch heute verehrt. So sehr, dass sich junge deutsche Musiker ihrer Klassiker angenommen haben und das Album "Für Hilde" mit 19 Liedern der Knef herausgebracht haben. Da versammeln sich Größen wie die Fantastischen Vier bis zu jungen Künstlern wie Aline. Die darf die "Roten Rosen" besingen und macht fast ein neues Lied daraus. Nisse, Samy Deluxe, Clueso, Johannes Oerding, Miss Platnum, Cosma Shiva Hagen, Mieze, Bela B, Dendemann und Mark Forster geben sich den "Koffer aus Berlin" quasi wie die Klinke in die Hand. Man kann sich sehr gut vorstellen, dass das dem "Hildchen" gefallen könnte.

"Für Hilde", erschienen bei Four Music, bei Amazon bestellen.

Quelle: n-tv.de

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