Ralf will kein "Weichei" seinHarter Schumi-Bruderkampf
Ralf Schumacher will nicht länger die Nummer zwei im Familienduell mit Bruder Michael sein. Knapp drei Wochen vor dem Start in die Formel-1-Saison 2004 sagt der BMW-Williams-Pilot dem sechsmaligen Weltmeister so deutlich wie nie den Kampf an.
Ralf Schumacher will nicht länger die Nummer zwei im Familienduell mit Bruder Michael sein. Knapp drei Wochen vor dem Startschuss in die Formel-1-Saison 2004 in Melbourne (7. März) sagt der BMW-Williams-Pilot dem sechsmaligen Weltmeister so deutlich wie nie den Kampf an. "Schluss mit lustig, ich bremse nicht mehr für Michael", wird der 28-Jährige in der "Bild"-Zeitung zitiert.
Zu oft schon war "Schumi II" wegen seiner Zurückhaltung im Bruderkampf in der Vergangenheit als "Weichei" verspottet worden. Das ging dem Kerpener offenbar gehörig auf die Nerven, und jetzt lässt er Dampf ab: "Ich gehe für meinen Bruder nicht mehr vom Gas. Ich bin es ein für alle mal leid und werde das genauso zurückgeben, wie Michael es mir vorexerziert hat."
Ralf Schumacher stand bislang immer im Schatten seines sieben Jahre älteren Bruders, der sich mit dem sechsten WM-Titel nicht nur im Ferrari-Land ein Denkmal gesetzt hat. Für Ralf schlägt in dieser Saison die Stunde der Wahrheit, denn die Ansprüche seines Arbeitgebers BMW-Williams sind hoch: "Bei uns reden nun alle vom WM-Titel."
Doch er steht vor einer ungewissen Zukunft. Seit Wochen pokert er mit Teamchef Frank Williams um eine Verlängerung seines in diesem Jahr auslaufenden Vertrages. "Wir haben uns darauf geeinigt, das Geldproblem erstmal beiseite zu schieben und das Thema ab Mitte der Saison wieder aufzunehmen", sagte Williams.
Wichtig ist für den Briten nach eigener Aussage Kontinuität im Team, allerdings wechselt Schumachers Teamkollege Juan Pablo Montoya (Kolumbien) am Jahresende zum Erzrivalen McLaren-Mercedes. Als Nachfolger ist der Engländer Jenson Button im Gespräch.