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Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste: William und Kate.
Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste: William und Kate.(Foto: dpa)

"Intern und diskret": Gibt es einen Ehevertrag?

Wer will unmittelbar vor der Traumhochzeit von Kate und William schon an so etwas Unromantisches wie einen Ehevertrag denken? Dennoch sind sich die Experten einig: Das Prinzenpaar dürfte eine solche Abmachung getroffen haben.

Es klingt wie der Romantik-Killer schlechthin. Außerdem reden Engländer nicht gerne über Geld. Während in Ländern wie Frankreich oder den USA ein Ehevertrag längst üblich ist, hat sich das Schriftstück bei den Briten vielleicht auch deshalb bislang noch nicht durchgesetzt. Doch vor der Hochzeit des Jahrzehnts auf der Insel stellt sich die Frage: Haben Kate Middleton und Prinz William einen Vertrag in Planung und womöglich schon längst aufgesetzt?

Schließlich gibt es viel zu schützen. Sowohl die Middletons als auch Williams Familie haben einiges an Vermögen zu verteidigen. Und was würde passieren, wenn Kate bei einer Scheidung einfach mit dem Thronfolger-Baby abhauen würde? Wer bekommt das Sorgerecht? Experten sind sich einig: Irgendeine Art von Schriftstück wird es vermutlich geben. Genauso sicher scheint jedoch, dass die Öffentlichkeit davon niemals etwas zu sehen oder hören bekommen wird.

Trotzdem will die "Bild"-Zeitung einige Details des Vertrags erfahren haben. Demnach sieht dieser unter anderem vor, dass Kate im Falle einer Scheidung kein Teil des Vermögens von William zusteht, gleichwohl jedoch großzügige Unterhaltszahlungen. Diese sähen vermutlich eine einmalige Millionen-Abfindung und jährliche Zahlungen vor, die im Falle eines öffentlichen Fehlverhaltens von Kate reduziert oder gar gestrichen werden könnten. Was mögliche künftige Kinder angeht, müsste Middleton dem Blatt zufolge wohl auf das Sorgerecht verzichten, hätte aber ein uneingeschränktes Besuchsrecht.

Seit Jahrhunderten üblich

"Ich würde denken, dass sie einen Ehevertrag haben", sagt die Historikerin Karina Urbach. Beim Hochadel sei das seit Jahrhunderten üblich, vor allem, um die Töchter zu schützen. Allerdings seien diese Verträge nicht wie heute auf mögliche Scheidungen ausgerichtet gewesen, sondern zum Beispiel auf den Tod des Mannes oder auf Kinderlosigkeit. Die Familie der Braut habe außerdem versucht, die Mitgift ihrer Tochter so gut es ging zu schützen und zum Beispiel ihre eigenen Ländereien zusammenzuhalten.

"Adelsfamilien regeln das alles intern und diskret", meint Urbach, die ein Buch über Williams Vorfahrin Queen Victoria geschrieben hat. Jedenfalls sei nicht zu erwarten, dass Kate mögliche Kinder abgeben müsste, wie es früher oft der Fall war. So würden im Falle einer Scheidung vermutlich beide Elternteile ein Recht auf Zeit mit den Kindern bekommen. Das war auch bei der Scheidung von Williams Eltern Prinz Charles und Diana so. Diana durfte außerdem weiterhin in den vier Wänden der Royals wohnen. "Die Mutter des nächsten Königs zu sein, gibt der Frau einen besonderen Status", erläutert Urbach.

"Man muss realistisch sein"

Ob Charles und Diana einen Ehevertrag hatten, ist nicht bekannt. Die Verträge seien aber eigentlich unter anderem dafür gedacht, prominenten Menschen einen öffentlichen Rosenkrieg und Streitereien um Geld zu ersparen, sagt Josh Spero von "Spears", einem Magazin, das sich auf Themen für Wohlhabende spezialisiert hat und derzeit viel über Eheverträge schreibt. Spero ist sich sicher, dass es irgendeine Form von Vertrag für Kate und William geben wird. "Ich bin mir sicher, dass ihre Anwälte ihnen raten werden, etwas zusammenzustellen."

"Die Menschen finden Eheverträge unromantisch. Aber man muss realistisch sein, denn es steht so viel Geld auf dem Spiel." Vorsicht sei außerdem wegen der "Geschichte königlicher Scheidungen" geboten, meint Spero. Neben Charles haben auch seine Geschwister Anne und Andrew Trennungen hinter sich. Auch die Schwester der Queen, Prinzessin Margaret, ließ sich scheiden. "Es ist ein wichtiges Instrument, um das Familienerbe zu schützen", weiß Spero. Geregelt werden könnten zum Beispiel das Sorgerecht für die Kinder, Unterhaltszahlungen, Güterteilung und anderes.

Anders als etwa in den USA schreckten in Großbritannien derzeit aber noch viele davor zurück, schon vor dem Ja-Wort über das mögliche  Scheitern der Liebe zu sprechen. Bislang sei zudem die Rechtslage schwierig gewesen, da nicht alle Verträge im Nachhinein vor Gericht auch anerkannt wurden. Derzeit aber werde eine Gesetzesänderung vorbereitet. Nach Ansicht von Spero ist der Hauptgrund für die Zurückhaltung der Engländer ein anderer. Zum einen seien sie romantisch veranlagt. Und außerdem sei es eben nicht die feine englische Art über Geld zu sprechen.

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Quelle: n-tv.de