Marhaba
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Freitag, 09. Oktober 2015

Marhaba - Ankommen in Deutschland : Freiheit als Frau

In der dritten Folge von "Marhaba" erzählt eine junge Ägypterin, wie Männer und Frauen in Deutschland zusammenleben und was Freiheit für sie bedeutet.

Das gewaltige Feedback auf unsere arabische Sendung "Marhaba – Ankommen in Deutschland" reißt nicht ab. Hunderte Leser hatten uns inzwischen aufgefordert, eine Folge zum Thema Gleichberechtigung von Männern und Frauen zu machen. Das ist ein Thema, das bei vielen Deutschen ganz unterschiedliche Assoziationen hervorruft. Es gibt bis heute arabische Familien, in denen Männer mehrere Frauen heiraten oder Länder, in denen Frauen nur verschleiert das Haus verlassen dürfen. Die Angst ist groß, dass sich in Deutschland Stadtviertel etablieren, in denen dieses ganz andere Frauenbild zur Norm werden könnte.

Deshalb haben wir eine junge arabische Frau getroffen, die ein ganz anderes Frauenbild repräsentiert: Marianne Wagdy aus Ägypten. Sie kommt aus Alexandria, hat in Mainz studiert und ist – wie ihr Name schon erkennen lässt – Christin. Inzwischen hat sie es ins Auswärtige Amt geschafft. Eine selbstbewusste, eigenständige Frau, die zeigt: Ganz so einfach ist es nicht mit Klischee und Stereotypen.

Aber Marianne erzählt uns von den Unterschieden, die es eben gibt, beim Thema Männer und Frauen, hier und im Nahen Osten. Zum Beispiel, dass keine wirkliche Frauenbewegung existiert, die sich wie in Deutschland für die Gleichstellung einsetzt – in weiten Teilen der arabischen Welt diskutieren Männer über Frauenrechte und es sind Männer, die sich für mehr Rechte einsetzen – oder halt dagegen.

In ihrem Beruf in Deutschland fühlt sie sich auf Augenhöhe mit ihren männlichen Kollegen, verfolgt aber auch die politischen Debatten mit, zum Beispiel um die Einführung einer Frauenquote in Deutschland.

Und Marianne berichtet von einem Aspekt, der viele in Deutschland vielleicht zunächst überraschen dürfte: Frauen und Infrastruktur. Viele Frauen in arabischen Ländern haben Schwierigkeiten, ihren Arbeitsplatz überhaupt zu erreichen. Sei es, weil sie nicht Auto oder Fahrrad fahren dürfen oder die Straßenverhältnisse und öffentlichen Transportmittel in einem schlechten Zustand sind. Für Marianne bedeutet Freiheit als Frau genau das: Einfach mit dem Fahrrad zur Arbeit radeln zu können.

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Quelle: n-tv.de