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Vier Läufer sind am letzten Tag des gefährlichen Spektakels von Bullen aufgespießt worden. Ein blutiges Ende der Tradition im spanischen Pamplona.
Alle acht Tage zusammengenommen landeten neun Läufer auf den Hörnern der bis zu 600 Kilogramm schweren Tiere.
Insgesamt wurden in diesem Jahr 376 Menschen verletzt, die meisten leicht.
Das waren 70 weniger als im vorigen Jahr. Für insgesamt 37 Wagemutige endete das jährliche Spektakel im Krankenhaus.
Die achte und letzte Hatz war zugleich die blutigste: Ein brauner Stier namens "Gavioto" löste sich von der Herde und ging gezielt auf einzelne Teilnehmer los.
Am schlimmsten traf es einen 23-Jährigen, der in der Brust und im rechten Oberschenkel aufgespießt wurde.
Er musste ebenso notoperiert werden wie ein 24 Jahre alter Brite, den ein Hornstoß im Schambereich traf.
Die Stiere der Züchterei "Jandilla", die am letzten Tag auf die Läufer losgelassen wurden, zählen wegen ihrer Aggressivität zu den gefährlichsten des Landes.
Einer von ihnen hatte im vergangenen Jahr den Spanier Daniel Jimeno am Hals aufgespießt. Der 27-Jährige starb. Er war das 15. Todesopfer seit Beginn der Aufzeichnungen 1924.
Bei dem riskanten Spektakel werden jeden Morgen sechs Kampfstiere und mehrere zahme Leitochsen durch die Gassen der Altstadt bis in die Arena gejagt, ...
... wo sie abends von Toreros getötet werden.
Hunderte Wagemutige, die "mozos", rennen auf der 825 Meter langen Strecke vor den Tieren her.
Als einzige "Waffe", um die Bullen von sich fernzuhalten, ist eine zusammengerollte Zeitung erlaubt.
Die Hatz ("encierro") war durch Ernest Hemingways Roman "Fiesta" (1926) weltbekannt geworden.
Der US-Autor wohnte den Feiern zu Ehren des Stadtpatrons San Fermín seinerzeit bei, lief aber selbst nie mit.
Tierschützer kritisieren das Treiben schon seit Jahren als Tortur für die Stiere.
Dieses geht auf einen alten Brauch zurück.
Im Mittelalter wurden die Rinder von den Weiden auf den Markt oder in den Schlachthof getrieben, später dann die Stiere in die Arena.
Das Spektakel lockt immer wieder zahlreiche Touristen an.
Es ist daher nicht anzunehmen, dass das blutige Treiben bald beendet wird.
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