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Die "Shanghai International Automobile Industry Exhibition" findet in diesem Jahr zum 14. Mal statt: Die Bedeutung der Messe wächst von Jahr zu Jahr.
Und das mit gutem Grund: China gilt als weltweit wichtigster Wachstumsmarkt. Millionenstädte im ganzen Land folgen wie hier Schanghai dem Vorbild westlicher Metropolen und bauen ihre Straßeninfrastruktur massiv aus.
Das Potenzial ist gewaltig: 1,3 Milliarden Menschen leben in dem autoritär regierten Riesenreich. Mehrere hundert Millionen träumen den Traum vom eigenen Auto.
Die Messe, die in der Branche kurz "Shanghai Auto" genannt wird, läuft in diesem Jahr vom 21. bis zum 28. April.
Die wichtigen Premieren und Präsentationen finden wie üblich am Tag vor der eigentlichen Eröffnung statt, das ist auch im "Shanghai New International Expo Center" nicht anders.
Neu in diesem Jahr: Der Andrang aus der Branche und zahlreiche Weltpremieren. in Hülle und Fülle gibt es in Schanghai von zarten Tüchern verhüllte Neuwagen zu bestaunen. Den Anfang macht Chery-Automobile-Chef Yin Tongyao (links).
Der chinesische Hersteller bleibt nicht alleine: Auch die deutschen Autobauer rechnen auf dem chinesischen Markt mit weiterem Wachstum.
Mit neuen Modellen und Milliardeninvestitionen liefern sich die großen Hersteller aus Europa, Japan, Korea und den USA ein Wettrennen um chinesische Kunden.
Ganz vorne mit dabei: Die Deutschen.
Daimler schickt zur Vorstellung eines Konzeptautos der neuen A-Serie Konzern-Chef Dieter Zetsche persönlich nach Schanghai.
Daimler (ISIN DE0007100000)
Bei VW ist China längst Chefsache: Der Absatz im Reich der Mitte ist bei Europas größtem Autobauer ein zentraler Baustein in Martin Winterkorns Weltmarktführer-Strategie (Archivbild).
Trotz voller Auslastung will der Volkswagen-Konzern in diesem Jahr in China wieder schneller wachsen als der Gesamtmarkt. Das Geschäft soll um 8 bis 12 Prozent zulegen.
VW Vorzüge (ISIN DE0007664039)
VW und die übrigen deutschen Autobauer haben auf dem chinesischen Markt tatsächlich gute Chancen auf weiteres Wachstum. (im Bild ein Audi A3 E-tron)
Audi (ISIN DE0006757008)
Für das laufende Jahr erwartet der Verband der Automobilindustrie (VDA) ein Marktwachstum von 11 Prozent auf 12,5 Mio. Fahrzeuge in China.
Die deutschen Hersteller dürften dabei von der China-Nachfrage nach Einschätzung des Verbandes stärker profitieren als die Konkurrenz. (im Bild das Autoterminal in Bremerhaven)
In den ersten drei Monaten steigen die Pkw-Verkäufe deutscher Hersteller in China um 30 Prozent auf gut 637.800 Neuwagen.
Insgesamt liegt das Marktwachstum im ersten Quartal bei 12 Prozent auf 3,1 Millionen Fahrzeugen. (im Bild ein Mercedes Benz SLS AMG)
In der Bugwelle des Erfolgs der Hersteller ergeben sich auch Wachstumschancen für die deutschen Zulieferer, heißt es beim Autoverband VDA. (im Chart: Der Kurs der Continental-Aktie, ISIN DE0005439004)
Rheinmetall (ISIN DE0007030009)
Leoni (ISIN DE0005408884)
Bislang gelten in China Kleinwagen als Schlüssel zum Erfolg.
Doch nicht nur die chinesische Mittelschicht wächst: In der Volksrepublik verlangen immer mehr statusbewusste Bürger nach Luxus, Eleganz und Fahrspaß.
Das rasante Wirtschaftswachstum und der neue Wohlstand öffnen den Premiumherstellern aus Deutschland eine lukrative Nische.
Der Münchner Autobauer BMW setzt auf sportliche Größe: BMW-Entwicklungsvorstand Klaus Dräger und Vertriebschef Ian Robertson treten in Schanghai mit Chinas Basketball-Star Yao Ming vor die Presse.
Der hochgewachsene Sportler darf in Schanghai ein Konzept der fünften M5 Generation enthüllen.
BMW (ISIN DE0005190003)
Die VW-Marke Audi zeigt in Schanghai nicht nur Sportwagen wie den R8 Spyder, sondern mit dem Kompakt-SUV Q3 auch eine echte Weltpremiere.
Eines der viel besprochenen Highlights der "Auto Shanghai" stellt jedoch der Mutterkonzern Volkswagen mit der Neuauflage des legendären VW Käfers: ...
... Der neue Beetle feiert in Fernost seine Weltpremiere.
Die Slogans der Konkurrenz aus den USA wirken dagegen bemüht, matt und farblos: Der neue Ford Focus zielt mit "Feel the difference" ("Fühle den Unterschied") eher auf weniger gut betuchte Kunden.
Ford (ISIN US3453708600)
US-Autobauer und Ford-Rivale General Motors versucht, mit einem vollverchromten Buick Excelle XT zu punkten.
General Motors (ISIN US37045V1008)
Mitsubishi Motors zeigt wuchtige Frontpartien.
Akio Toyoda, Chef des derzeit weltgrößten Autobauers Toyota, bringt japanische Sportlichkeit nach Schanghai: Er entsteigt einem Toyota G's Reiz. Örtlichen Wirtschaftsvertretern schmeichelt er mit der Ankündigung, abgasarme Fahrzeuge künftig zum Teil in China fertigen zu lassen.
Toyota Motor (ISIN JP3633400001)
Kräftiger und kantiger wirkt Seiji Kuraishi, China-Manager von Honda Motor. Der Markt kennt den Honda Acura ZDX bereits seit der New Yorker Automesse von 2009.
Honda Motor (ISIN JP3854600008)
Der südkoreanische Hersteller Kia rollt den K2 auf die Schanghaier Drehbühne. Das Modell steht unmittelbar vor der Markteinführung in China.
Volvo-Chef Stefen Jacoby legt dagegen selbst Hand an, um diese metallisch schimmernde Studie zu enthüllen.
Für die Angestellten von MG Motor's ist die Messe beinahe ein Heimspiel: Der einstige britische Hersteller gehört mittlerweile zu SAIC, der Shanghai Automotive Industry Corporation. (im Bild das Konzept MG 5)
Wo SAIC um Kunden buhlt, verrät die Auswahl der geladenen Präsentatoren: Schauspielerin Gui Lunmei, links, und ihr Kollege Zhao Youting stammen aus Taiwan. In Schanghai begleiten sie die Präsentation des neuen MG3.
Die Neuvorstellungen, Studien und Konzepte halten die Fachbesucher der "Auto Shanghai" bei Laune. Daneben kreisen die Gespräche um die bekannten großen Trends des Autobaus.
Smog, Luftverschmutzung und steigende Benzinpreise schieben alternative Antriebsformen zunehmend in den Vordergrund: Der chinesische Hersteller BYD gewährt mit diesem Schnittmodell ungewohnte Einblicke.
Der chinesische Hersteller Geely überrascht die Experten mit einem "innovativen Mobilitätskonzept": Die tatsächlich "McCar" genannte Studie bietet eine Art Elektro-Roller, mit der sich fußfaule Fahrzeugführer aus der Heckpartie des eigenen Wagens abkoppeln können, um die letzte Meile zwischen Büro und Parkplatz ruhigen Atems und mit einem entspannten Lächeln zu überwinden.
Wer da noch an der Bedeutung der "Shanghai Auto" zweifelt, für den hält der ehemalige BMW-Manager Torsten Müller-Ötvös am Stand von Rolls-Royce noch einen Wink mit dem Zaunpfahl bereit.
Der Chef von Rolls-Royce Motor Cars enthüllt in Schanghai den Ghost Extended Wheelbase - ein Fahrzeug, mit dem sich künftig nicht nur kaufkräftige Genossen bequem und komfortabel quer durch die Volksrepublik kutschieren lassen können.
(Text: Martin Morcinek / Quellen: dpa, rts, Herstellerangaben / Stand: 19. April 2011)
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