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Sonntag, 08. Februar 2015

Die Bundesliga in Wort und Witz: "Das ist schlimmer als ein Eigentor"

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FCA-Manager Stefan Reuter ärgerte sich aber schon über den verpassten Sprung auf Rang 3, schließlich hatten die Augsburger bereits 2:0 geführt: "Schade, da war mehr drin." Dabei ging es ihm aber nicht um die Qualifikation für die Champions League, sondern den Klassenerhalt. Das  Ziel seien weiterhin 40 Punkte, "da bleiben wir dabei". Fehlen also noch sechs. (Foto: dpa)

FCA-Manager Stefan Reuter ärgerte sich aber schon über den verpassten Sprung auf Rang 3, schließlich hatten die Augsburger bereits 2:0 geführt: "Schade, da war mehr drin." Dabei ging es ihm aber nicht um die Qualifikation für die Champions League, sondern den Klassenerhalt. Das Ziel seien weiterhin 40 Punkte, "da bleiben wir dabei". Fehlen also noch sechs.

SC Freiburg - Borussia Dortmund 0:3 (0:1)

Nicht erst nach dem Sieg in Freiburg gab BVB-Trainer Jürgen Klopp den Feierbefehl, er gab ihn schon davor. "Ich habe der Mannschaft schon vor dem Spiel gesagt, dass sie sich verdammt noch mal richtig freuen soll, wenn wir gewinnen - und nicht nur erleichtert sein soll."

Ein Sieg kommt beim BVB in dieser Saison nicht so häufig vor, zuletzt hatten die Borussen am 5. Dezember 2014 gewonnen. Auswärts waren die Dortmunder sogar seit August ohne Dreier geblieben.

Das hatte beim BVB zum Absturz auf Rang 18 und zu einem "Kopfproblem" geführt, wie der gegen Freiburg mit zwei Toren und einer Vorlage überragende Pierre-Emerick Aubameyang einräumte. Klopp bilanzierte gar: "Wir waren zuletzt die einzige Fußball-Mannschaft der Welt, die sich nicht mehr richtig freuen konnte." Das ist vorerst vorbei, ...

... weil die Freiburger die demoralisierten Dortmunder mit haarsträubenden Fehlern aufbauten. "Dieses Tor war natürlich wahnsinnig bitter, das ist schlimmer als ein Eigentor", klagte Trainer Christian Streich etwa über das 0:1 in der 9. Minute, das SC-Profi Mike Frantz mit einem katastrophalen Fehlpass ermöglicht hatte.

Insgesamt fand Streich völlig zutreffend: "Wir haben heute einfach ein furchtbares Spiel gemacht."

VfB Stuttgart - FC Bayern 0:2 (0:1)

Es holpert immer noch im Spiel des FC Bayern, aber die Münchner holpern wieder zu Siegen - weil sie Kunstschützen in ihren Reihen haben. "Die Qualitäten von Robben und Alaba waren der große Unterschied", erklärte Coach Josep Guardiola den Erfolg gegen den neuen Tabellenletzten VfB Stuttgart trocken.

Das Bayern-Duo nutzte die ersten beiden Münchner Torschüsse virtuos, um eine 2:0-Führung herauszuschießen. Das reichte letztlich zum Sieg.

Für Stuttgart setzte sich damit die miserable Heimserie fort, zudem übernahm der VfB die Rote Laterne von Borussia Dortmund. Das aber sei unerheblich, sagte Stuttgarts Trainer Huub Stevens trotzig: "Es ist nicht wichtig, wo wir jetzt stehen."

Das allerdings war auch Zweckoptimismus, bekannte Stevens: "Ich kann nicht jammern, ich muss Vertrauen ausstrahlen." Klingt nicht zwingend nach einem überzeugenden Plan.

Hamburger SV - Hannover 96 2:1 (1:0)

In allen Belangen war Hannover 96 im kleinen Nordderby gegen den Hamburger SV besser, nur in der entscheidenden Statistik nicht: bei den Toren.

"Fußball ist nicht immer gerecht - das hat man heute gesehen", sagte H96-Trainer Tayfun Korkut danach geknickt.

Immerhin herrscht bei Hannover nun in einer Sache Klarheit, stellte Vereinsboss Martin Kind fest: "Das Thema Europacup ist damit beendet."

Hamburgs Coach Josef Zinnbauer freute sich über den Sieg, sah sich aber zu einer Entschuldigung wegen der Spielweise genötigt. "Das ist nicht meine Vorstellung von Fußball, Hannover war uns spielerisch in allen Bereichen überlegen", sagte der HSV-Coach.

Wegen der langen Verletztenliste habe er dem Team - wie schon beim 3:0 in Paderborn - auf den Weg gegeben, auf Fehler des Gegners zu warten. "Mit Lasogga und Holtby", beteuerte er, "würde ich auch anders spielen lassen."

Hertha BSC - FSV Mainz 0:2 (0:2)

Mann des Spiels aus Berliner Sicht war am 20. Spieltag ein Mainzer: Keeper Loris Karius, der nach einem unnötigen Ballverlust in der 32. Minute Rot sah und zudem einen Elfmeter verschuldete.

Den nutzte Jens Hegeler zur 1:0-Führung, ...

... womit er den Weg für ein perfektes Debüt von Neu-Trainer Pal Dardai ebnete. Der kündigte anschließend an, seinen Berlinern trotz der Abstiegsgefahr Freiräume zu lassen - weil ihm das schließlich auch nicht geschadet habe.

"Ich werde nicht bestimmen, ob einer Rührei isst oder ungarische Salami - ich habe immer Gulasch 'gefressen' und konnte ohne Ende laufen. Vielleicht war das auch nicht gesund", sagte der Ungar.

"Aus Mainz drei Punkte mitzunehmen, ist das größte Kompliment an meine Mannschaft", fand Dardai außerdem und analysierte zufrieden die "große Lauf- und Kampfbereitschaft" seiner Spieler. Der erste Sieg seit dem 13. Dezember 2014 sei aber auch "ein Teil der Arbeit von Jos Luhukay", sagte Herthas Aushilfstrainer.

Der Mainzer Trainer Kasper Hjulmand war "natürlich nicht zufrieden". Er bemängelte, sein Team spiele "ohne Druck und Tempo". Zudem ärgerten ihn die Gegentreffer: "Zwei Geschenke führen zu zwei Toren." Das könnte im Abstiegskampf teuer werden.

VfL Wolfsburg - 1899 Hoffenheim 3:0 (2:0)

Am 20. Spieltag wurde die Autostadt Wolfsburg zur Andre-Schürrle-Stadt.

Unter den Augen von Papa Joachim, Mama Luise und Freundin Montana Yorke debütierte der 32-Millionen-Einkauf ...

... und überzeugte beim 3:0 mit zwei Vorlagen.

"Ein besseres Debüt kann man sich nicht vorstellen. Es war mehr als man erwarten konnte in seinem ersten Spiel", lobte Wolfsburgs Coach Dieter Hecking den bislang teuersten Einkauf der VfL-Geschichte.

Und weil es so gut lief, musste Wolfsburgs Weltmeister auch prompt durchspielen. "Der Trainer wollte ihn eigentlich auch rausnehmen, hat sich dann aber anders entschieden. Er wollte ihn noch etwas quälen", scherzte VfL-Manager Klaus Allofs nach dem Schlusspfiff.

Für die Gäste war es die dritte Pleite in Serie, die Europapokalplätze rücken in weite Ferne. "So läuft es momentan bei uns. Aber wir haben nicht schlecht gespielt", befand Hoffenheims Coach Markus Gisdol dennoch.

1. FC Köln - SC Paderborn 0:0

Tore boten die beiden Aufsteiger am 20. Spieltag nicht. Weil sie auf die auch schon im Hinspiel verzichtet hatten, sorgten Köln und Paderborn zumindest für ein statistisches Kuriosum

Von 863 unterschiedlichen Paarungen in der Bundesliga-Geschichte fielen nur bei drei davon keine Tore: Stuttgart gegen den VfB Leipzig (je zweimal 0:0), Stuttgart gegen Paderborn (einmal 0:0 - Rückspiel steht noch aus) - und eben Köln gegen Paderborn.

Für Köln setzte sich damit der Heimfluch fort, erst vier Tore und einen Sieg gab es im eigenen Stadion. Gegen Paderborn verbuchte der FC bereits das fünfte 0:0 im zehnten Heimspiel. "Vielleicht wäre das gut investiertes Geld", meinte Kölns Trainer Peter Stöger zum Vorschlag, künftig Geld auf ein 0:0 im Kölner Stadion zu setzen.

Stöger freute sich stellvertretend für die Presse: "Jetzt habt Ihr wieder für zwei Wochen Geschichten. Eine Woche lang könnt Ihr nun schreiben: Endlich wieder ein Auswärtsspiel. Und dann wieder eine Woche: Oje, jetzt wieder zu Hause."

Eines verbat sich Stöger aber explizit: Kritik an den spielerisch dürftigen Darbietungen: "Wir sind nicht in der Bundesliga angetreten, um einen Schönheitspreis zu gewinnen. Und wir sind auch nicht die Mannschaft, von der man Spektakel erwarten kann."

Da stimmte Paderborns Coach Andre Breitenreiter sofort zu: "Spielerisch interessiert mich überhaupt gar nicht. Jetzt geht es darum zu kämpfen und als Mannschaft zu funktionieren und das haben die Jungs heute klasse gemacht."

"Dass nicht alles Gold ist, was glänzt, ist klar und war in unserer Situation nicht zu erwarten", fügte Breitenreiter an. Nach zuvor 0 Punkten und 0:8-Toren zum Rückrundenstart war das Remis ein Achtungserfolg. Und, stellte Breitenreiter klar: "Der Klassenerhalt ist möglich."

FC Schalke - Borussia Mönchengladbach 1:0 (1:0)

Frust pur empfang Gladbachs Granit Xhaka nach der Niederlage auf Schalke - weil die Borussen Fußball gespielt, die "Königsblauen" aber gewonnen hatten. Also klagte Xhaka: "Schalke hat mit acht Mann verteidigt, fast einen Bus vor das Tor gestellt. Es war schwer, da vorbeizukommen."

Schalkes Tranquillo Barnetta, der Siegtorschütze gegen Gladbach, war hingegen begeistert von seinem Team: "Unsere Spielweise ist unglaublich kompakt. Wenn einer ausgespielt ist, kommt der nächste - und dann der nächste", lobte er die Fünfer-Abwehrkette, vor die Trainer Roberto Di Matteo zur Sicherheit eine weitere Dreierkette platziert hatte.

3:1 Tore haben di Matteos Schalker in der Rückrunde erzielt, das reichte für stolze sieben Punkte.

Herzstück des Schalker Abwehrriegels sind die drei "Innenverteidiger" Benedikt Höwedes, Joel Matip und Matija Nastasic. "Gegen die möchte ich auch nicht spielen", grinste Manager Horst Heldt, und lobte dann seinen Coach: "Roberto hat von Anfang an gesagt, dass wir weniger Tore bekommen müssen. Das hat geklappt."

Werder Bremen - Bayer Leverkusen 2:1 (2:1)

Die Werder-Fans waren selig am 20. Spieltag, sie sangen: "Der SVW ist wieder da." Grund war der vierte Ligasieg in Folge für die Bremer von Viktory Skripnik.

"Das ganze Stadion steht - das war echt klasse", schwärmte der Werder-Coach nach seinem siebten Sieg im elften Spiel als Chefcoach.

Zustande kam er, weil Werder erst spielte und dann kämpfte. "Genau diese Mischung brauchen wir", schwärmte Skripnik anschließend: "Wir können noch nicht 90 Minuten durchmarschieren. Da mussten wir kämpfen."

Bayer-Coach Roger Schmidt haderte nicht nur mit seinem Platzverweis, sondern auch mit seinem Team. "Wir hatten Chancen, das Spiel noch zu gewinnen", kommentierte Schmidt: "Es ist nicht das erste Mal, dass wir uns nicht belohnt haben. Das verfolgt uns ein bisschen."

Auch Bayer-Sportdirektor Rudi Völler schimpfte: "Wir waren zu kompliziert vor dem Tor." Die Folge: Mit 32 Punkten liegt Bayer nur noch sechs Punkte vor Werder, das als 16. in die Rückrunde gestartet war.

FC Augsburg - Eintracht Frankfurt 2:2 (2:1)

Beim Remis in Augsburg gab es zumindest einen Sieger: Frankfurts Alexander Meier baute mit seinem Tor zum 2:2-Endstand mit nun 14 Treffern seine Führung in der Torjägerliste aus.

Augsburgs Jan-Inger Callsen-Bracker hatte ihn nicht am Tor hindern können, freute sich angesichts von sieben Punkten aus drei Spielen trotzdem über einen "fast perfekten Start in die Rückrunde".

FCA-Manager Stefan Reuter ärgerte sich aber schon über den verpassten Sprung auf Rang 3, schließlich hatten die Augsburger bereits 2:0 geführt: "Schade, da war mehr drin." Dabei ging es ihm aber nicht um die Qualifikation für die Champions League, sondern den Klassenerhalt. Das Ziel seien weiterhin 40 Punkte, "da bleiben wir dabei". Fehlen also noch sechs.

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