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Mittwoch, 18. November 2015

Microsoft schreibt PC-Geschichte: Windows wird 30

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Am 20. November 1985, vier Monate nach dem legendären Wimbledon-Sieg von Boris Becker, präsentierte Microsoft die erste Version seines Betriebssystems Windows. (Foto: picture alliance / dpa)

Am 20. November 1985, vier Monate nach dem legendären Wimbledon-Sieg von Boris Becker, präsentierte Microsoft die erste Version seines Betriebssystems Windows.

Am 20. November 1985, vier Monate nach dem legendären Wimbledon-Sieg von Boris Becker, präsentierte Microsoft die erste Version seines Betriebssystems Windows.

Microsoft war zu diesem Zeitpunkt schon zehn Jahre alt, Bill Gates (rechts) gründete das Unternehmen 1975 zusammen mit Paul Allen.

Grundstein des Erfolgs war MS-DOS, das Gates 1981 an IBM verkaufte. Ursprünglich wurde das Betriebssystem von Tim Paterson als 86-DOS entwickelt.

Im Herbst 1981 kam der erste IBM-PC mit MS-DOS auf den Markt.

Windows 1.0 basierte auf dem alten Betriebssystem. Es diente als grafischer Aufsatz, um die Computerbedienung zu vereinfachen. Daher sollte es ursprünglich auch "Interface Manager" heißen.

Die Software kostete 99 Dollar, war aber kein kommerzieller Erfolg. Die Hardware-Anforderungen waren hoch, teure Komponenten wie Maus, Festplatte oder Farb-Grafikkarte waren nötig.

Windows 1.0 legte mit Dateiverwaltung, Textverarbeitung, Karteikasten, Kalender und Uhr aber den Grundstein für den späteren Erfolg von Microsofts Betriebssystem.

Version 2 sah rund zwei Jahre später schon etwas anspruchsvoller aus. Sie bot unter anderem überlappende Fenster und Tastenkombinationen. Mit Windows 2.0 führte Microsoft außerdem die Systemsteuerung ein.

Die angebliche Ähnlichkeit mit der grafischen Oberfläche des Macintosh-Betriebssystem veranlasste Apple dazu, 1988 gegen Microsoft zu klagen - letztendlich erfolglos.

1990, im Jahr der Wiedervereinigung Deutschlands, präsentierte Bill Gates Windows 3.0.

Das neue Betriebssystem bot eine wesentlich ausgefeiltere und hübschere Oberfläche als die Vorgänger.

Unter anderem bekamen Symbole einen schicken 3D-Look und für Grafiken standen jetzt 16 Farben zur Verfügung.

Auch die Verpackung von Windows 3.0 machte was her.

Windows 3.1 folgte knapp zwei Jahre später und brachte dem Betriebssystem auch kommerziellen Erfolg.

Zum ersten Mal war das Update einer früheren Windows-Version möglich, Drag and Drop und die Registrierungsdatenbank (Registry) wurden eingeführt ...

... und ab jetzt konnten Windows-Nutzer Solitaire spielen.

In den ersten zwei Monaten ging die Software rund drei Millionen Mal über den Ladentisch. Insgesamt verkaufte Microsoft die beiden 3er-Versionen knapp zehn Millionen Mal.

Am 24. August 1995 veröffentlichte Microsoft Windows 95 und läutete damit in gewisser Hinsicht ein neues Computer-Zeitalter ein.

Win 95 war ein 16/32-Bit System, das lange Dateinamen verwenden und verwalten konnte. DOS ist seit dieser Windows-Version nur noch per Eingabe sichtbar.

Nach vier Tagen hatte Microsoft bereits eine Million Exemplare verkauft.

Windows 95 bot erstmals die Funktion "Plug and Play" ("Einstecken und loslegen") und unterstützte nach einem Update die Schnittstelle USB.

Eine weitere Aktualisierung stattete das Betriebssystem mit dem Internet Explorer aus und gab dem "World Wide Web" einen großen Schub.

1996 bringt Microsoft zum ersten Mal den "Flight Simulator" für Windows heraus.

Den Support für Windows 95 stellte Microsoft erst 2002 ein.

Parallel zu Windows 95 etablierte sich das 1993 erschienene Microsoft Windows NT 3.5 in Unternehmen, Behörden und Banken.

Im Sommer 1998 brachte Microsoft die Weiterentwicklung Windows 98 mit Internet Explorer 4.0 und Multimedia-Erweiterungen in die Läden.

Mitte 1999 lieferte die zweite Ausgabe (Second Edition) unter anderem das Service Pack 1 und den Internet Explorer 5.

Windows 98 war die letzte auf MS-DOS basierende Version.

Die "Millenium Edition" wurde vermutlich nur wegen des Jubiläums im Jahr 2000 veröffentlicht.

Außer ein paar kosmetischen Veränderungen bot sie wenig Fortschritt und ist nur eine Fußnote in der Windows-Geschichte.

Im selben Jahr erschien Windows 2000 als NT-Version 5.0.

Am 25. Oktober 2001 kam Microsofts Dauerbrenner Windows XP auf den Markt.

Obwohl der Support im April 2014 endgültig eingestellt wurde, ist es weltweit noch auf vielen Rechnern installiert.

Laut "Netmarketshare" läuft das betagte Betriebssystem aktuell auf fast 12 Prozent aller PCs.

Windows XP schlug bei den Verkaufszahlen alle Vorgänger. Erstmals brachte Microsoft unterschiedliche Versionen für private Anwender ("Home") ...

und Unternehmen ("Professional") heraus.

Microsoft setzte in XP verstärkt auf Multimedia und Internet. Erstmals sollte eine Produktaktivierung Raubkopien verhindern.

2003 erschien eine spezielle Server-Variante von XP: Windows Server 2003.

Windows Vista steht für einen der größten Misserfolge der Microsoft-Geschichte.

Steve Ballmer, der Bill Gates 2000 an der Spitze des Konzerns ablöste, wollte die Niederlage lange nicht eingestehen.

Nach einer Alphaversion im Jahr 2002 musste Microsoft den Veröffentlichungstermin immer wieder verschieben.

Erst Ende 2006 erschien Windows Vista für Unternehmen, Anfang 2007 für Heimanwender.

Das Betriebssystem bot zwar die schicke Oberfläche Aero, brachte aber viele geplante Funktionen nicht mit.

Außerdem nervte das System viele Nutzer durch Abstürze, "Denkpausen" und einen enormen Ressourcenverbrauch.

Positiv waren das verbesserte Sicherheitssystem und der neu gestaltete runde Start-Knopf.

Erst Windows 7 konnte die Scharte im Oktober 2009 wieder auswetzen.

Bis Jahresende hatte Microsoft das Betriebssystem bereits 60 Millionen Mal verkauft.

Windows 7 ist wesentlich stabiler als Vista, genügsamer und benutzerfreundlicher.

Es bietet im Explorer "Bibliotheken", in denen Dateien nach Themen zusammengefasst werden, die in unterschiedlichen Ordnern und Speicherplätzen liegen können.

Außerdem bot Windows 7 erstmals Funktionen für Touchscreens.

Mit Windows 8 wollte Microsoft 2012 dann das perfekte Betriebssystem für Tablets und andere Computer mit Touch-Bildschirmen anbieten.

Im Prinzip ist das mit der neuen Kachel-Oberfläche auch gelungen.

Aber obwohl Windows 8 auch sonst ein durchaus gelungenes Betriebssystem ist, konnten viele Nutzer von Rechnern ohne Touchscreen sich nicht dafür begeistern.

Für sie war die neue Oberfläche nur ein Hindernis vor dem Desktop ...

... und sie wollten den Startknopf zurück.

Microsoft reagierte zwar und lieferte eine ähnliche Funktion zusammen mit weiteren Verbesserungen im Update auf Windows 8.1 mit.

Doch bis heute erreicht dieses Betriebssystem nur einen weltweiten Marktanteil von rund 13 Prozent - kaum mehr als Windows XP immer noch hat.

Um zu zeigen, dass es ein Neuanfang ist, nennt Microsoft die jüngste Generation seines Betriebssystems nicht Windows 9, sondern Windows 10.

Es bietet eine einheitliche Software-Plattform für alle Gerätetypen, universelle Apps und die Benutzeroberfläche passen sich dabei den unterschiedlichen Anforderungen automatisch an.

Mit Windows 10 kommt auch die digitale Assistentin Cortana auf Tablets und PCs ...

... und der Edge-Browser löst den Internet Explorer ab.

Im Sommer wurde das Betriebssystems zunächst begeistert empfangen und von vielen Nutzern das kostenlose Upgrade von Windows 7 oder 8 aus installiert.

Doch dann gab es Aufregung wegen der vielen Berechtigungen, die das System für Cortana und andere Cloud-Funktionen einfordert.

Obwohl Nutzer die Zugriffe auf ihre Daten in den Einstellungen weitgehend unterbinden können, hat das die Windows-10-Begeisterung etwas gedämpft.

So ist auch der Erfolg von Windows 10 für Microsoft noch nicht in trockenen Tüchern.

Der Marktanteil liegt aktuell bei knapp 8 Prozent und die Zuwachsraten haben sich seit Sommer deutlich verlangsamt.

Doch Microsoft geht seinen Weg konsequent weiter, Windows 10 wird kontinuierlich verbessert, ein Windows 11 soll es nicht mehr geben.

Am 12. November wurde das erste große Update für das Betriebssystem ausgeliefert, das unter anderem ein weiter verbessertes Startmenü bringt, ...

... Cortana noch hilfreicher macht ...

... und Edge verbessert hat.

Und seit dem 12. November gehört auch die Xbox One zur Windows-10-Familie, ...

... was Nutzer vor allem an einer völlig neuen Oberfläche erkennen.

Alles Gute für die Zukunft, Happy Birthday, Windows!

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