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Opel und die Übermutter aus den USA: Aufstieg und Fall des "Blitzes"

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Mit Opel scheint es stetig bergab zu gehen. Auslöser der jüngsten Schieflage ist die weltweite Wirtschaftskrise im Jahr 2008. Da auch das Mutterunternehmen General Motors arg gebeutelt ist, versuchen sich die US-Amerikaner von allem Ballast freizumachen. Neben Saab steht auch Opel auf dem Prüfstand. (Foto: picture alliance / dpa)

Mit Opel scheint es stetig bergab zu gehen. Auslöser der jüngsten Schieflage ist die weltweite Wirtschaftskrise im Jahr 2008. Da auch das Mutterunternehmen General Motors arg gebeutelt ist, versuchen sich die US-Amerikaner von allem Ballast freizumachen. Neben Saab steht auch Opel auf dem Prüfstand.

Mit Opel scheint es stetig bergab zu gehen. Auslöser der jüngsten Schieflage ist die weltweite Wirtschaftskrise im Jahr 2008. Da auch das Mutterunternehmen General Motors arg gebeutelt ist, versuchen sich die US-Amerikaner von allem Ballast freizumachen. Neben Saab steht auch Opel auf dem Prüfstand.

Angefangen hatte alles im Jahr 1862 mit Nähmaschinen. Nach Wanderschaft und Lehre gründete Adam Opel am 23. August seine eigene Fabrik.

Nähmaschinen waren damals kleine Kunstwerke. Im Bild die Opel Nummer eins aus dem Jahr 1862.

Die Ehe mit der Fabrikantentochter Sophie Marie Schell im Jahr 1868 versetzte Adam Opel in die Lage, in Rüsselsheim eine eigene Fabrikhalle zu errichten und Anteile an einer Gießerei zu kaufen. Damit standen dem Jungunternehmer neue Möglichkeiten offen.

Und natürlich den fünf Söhnen namens Carl, Wilhelm, Heinrich, Fritz und Ludwig (von links nach rechts, Bild aus dem Jahr 1884). Die Zukunft der Opels lag aber nicht in der Produktion von Nähmaschinen. Ende des 19. Jahrhunderts war der Markt bereits übersättigt.

Die Jungen waren - im Gegensatz zu ihrem Vater, der nie Autos produzieren wollte - ohnehin mehr an beweglichen Gegenständen interessiert. Die Fahrradproduktion war eines der Steckenpferde, aber auch die Produktion von Autos reizte.

1898, drei Jahre nach dem Tod des Firmengründers, begannen die Söhne mit dem Bau von Autos. Der erste Patent Motorwagen mit dem System Lutzmann stammt aus dem Jahr 1899.

Bald folgte auch ein Nutzfahrzeug auf Basis des Patent Motorwagens, das allerdings noch einen sehr klobigen und unförmigen Eindruck machte. Der Volksmund nannte es auch "Koloss von Rüsselsheim".

Vorangetrieben wurde die Entwicklung durch die technische Begeisterung der Brüder. 1901 konnte sich Opel nach dem Triumph von Heinrich von Opel erstmals in den Siegerlisten von Autorennen verewigen.

Kurz darauf baute Opel mit dem Motorwagen die erste Eigenkonstruktion. Das Gefährt hat einen Zweizylindermotor, der bis zu 12 PS leistet.

Auch Motorräder konstruierten die umtriebigen Opel-Brüder. Das Zweizylinder-Luxus-Motorrad mit 3 1/2 PS stammt aus dem Jahr 1905.

Doch die Zukunft gehörte den Automobilen. In den frühen Jahren des 20. Jahrhunderts begann der Autobau zu boomen. Im Bild der Opelstand auf der Automesse in Berlin im Jahr 1906.

Die Autoproduktion beanspruchte immer mehr Kapazitäten der Firma. (Die Fertigung von großen Wagen im Jahr 1912)

Daher wurde die Produktion von Nähmaschinen 1911 eingestellt. Die einmillionste Opel-Nähmaschine war die letzte.

Interessanter war da schon die Produktion von Flugmotoren. Sie waren auch in Autos einsetzbar, die teure Forschung lohnte sich damit doppelt.

Richtig erfolgreich war Opel im Bau von Automobilen. Technisch waren die Autos aus Rüsselsheim auf der Höhe der Zeit und auch optisch hatten sie einiges zu bieten. Wie dieser Opel 5 mit 14 PS von 1914, auch "Püppchen" genannt.

Der Erste Weltkrieg brachte dem Unternehmen eine Zwangspause. Fritz von Opel gehörte nach den Wirren der Anfangsjahre der Weimarer Republik zu den ersten Rennpionieren. Er gewann das erste Autorennen auf der Berliner Avus in seiner Klasse.

Es sollte nicht sein letzter Sieg dort sein. 1928 siegte er im RAK2 ebenfalls auf der Avus. Das Auto wurde von Raketen angetrieben, weshalb der Volksmund Fritz von Opel auch "Raketenfritz" nannte.

Viele Ingenieure experimentierten in den 20er Jahren mit solchen Antrieben. 24 Feststoffraketen trieben den Wagen zu einer Spitzengeschwindigkeit von bis zu 238 km/h. Opel war 1928 mit einem Anteil von 44 Prozent der größte Kfz-Hersteller Deutschlands.

Berühmtheiten wie Luis Trenker fuhren und warben für Opel. Der Bergsteiger-Star mit seinem Opel 1,2 Liter vor dem Hauptportal des Werkes.

Die Weltwirtschaftskrise brachte dem Unternehmen ernste Schwierigkeiten. Doch 1929 verkaufen Wilhelm von Opel und sein Bruder Friedrich das Unternehmen an GM. Zunächst erhalten die US-Amerikaner nur 80 Prozent der Anteile, aber bereits 1931 gehen auch die restlichen 20 Prozent an General Motors.

Der Verkaufspreis betrug für damalige Verhältnisse gewaltige 33,352 Millionen Dollar bzw. 154 Millionen Reichsmark. Die Opel-Brüder konnten bei dem Deal durchsetzen, dass sie Mitglieder des Aufsichtsrates blieben und Fritz von Opel (M) den Vorstand leitete. Außerdem blieb der Name Opel und eine eigenständige Modellpolitik erhalten.

Im Jahr 1930 erwirtschaftete das Unternehmen einen Verlust von knapp 14 Millionen Reichsmark. Gewinnbringend war nur noch der Export mit einem Anteil von 77,6 Prozent des gesamten deutschen Automobilexportes im Jahre 1931.

Zu dieser Zeit wurde der Opel 1,2 Liter mit Vierzylindermotor und 22 PS die Hauptstütze.

Auch der 1935 vorgestellte Opel P4 verkauft sich mit über 65.000 Stück in nur zwei Jahren erstaunlich gut. Auf Veranlassung der Nationalsozialisten wird im selben Jahr ...

... für die Produktion der größeren Dreitonner "Blitz"-Lkw das hochmoderne Werk in Brandenburg an der Havel gebaut. Während des Zweiten Weltkrieges stellte das Unternehmen ...

... mit dem 3-Tonnen-Lkw Typ Blitz "S" (Standard) den wichtigsten Lastwagen der Wehrmacht her. Nimmt man es also genau, hat GM die Kampffahrzeuge gegen die eigenen Leute produziert. Und noch mehr: ...

... Im Werk Rüsselsheim werden auch Flugzeugkanzeln für für die Junkers Ju 88 und Messerschmitt Me 262 hergestellt. Hinzu kommen Teile für Raketen und Torpedos.

Ein Jahr vor Ausbruch des Zweiten Weltkrieges verleiht Adolf Hitler dem für Opel zuständigen Vizepräsidenten von General Motors James D. Mooney sogar das Verdienstkreuz des Ordens vom Deutschen Adler.

Die Auszeichnung gab es nicht ohne Grund. GM als auch das Dritte Reich verdienten mit Opel fantastisch. 1937 war Opel mit 130.267 gebauten Fahrzeugen der größte Autohersteller Europas und der siebtgrößte weltweit. 1938 wurden 140.580 Kraftfahrzeuge bei einem Nettoumsatz von 337,7 Millionen Reichsmark gebaut.

1940 wird auf Anordnung der Reichsregierung die Produktion ziviler Fahrzeuge komplett eingestellt. Bis zur Zerstörung der Werke in ...

... Rüsselsheim und Brandenburg durch Luftangriffe der Alliierten 1944 werden an den Standorten nur noch Militärfahrzeuge hergestellt.

Alfred P. Sloan, GM-Präsident von 1923 bis 1937 und danach bis 1956 Aufsichtsratsvorsitzender, rechtfertigte das Engagement von General Motors beim späteren Kriegsgegner Deutschland mit den hohen Profiten der Tochtergesellschaft. Diese konnten jedoch wegen der deutschen Devisenbewirtschaftung nur eingeschränkt über die Schweiz in die USA transferiert werden.

Nach der Kriegserklärung des Deutschen Reiches an die Vereinigten Staaten bot sich 1942 für General Motors die Möglichkeit, die Adam Opel AG betriebswirtschaftlich als "Vermögenswert in Feindeshand" abzuschreiben. Bis zum Kriegsende produzierte Opel 1,1 Millionen Fahrzeuge.

Ende 1945 wurden in Rüsselsheim statt Autos Kühlschränke produziert. Sie firmierten unter dem Namen "Fridgidair".

Der erste "Nachkriegs"-Opel war ein "Blitz"-Lkw mit 1,5 t Nutzlast, der am 15. Juli 1946 das Werk verließ.

Die Anlagen für die Kadett-Produktion gingen als Reparationsleistungen in die Sowjetunion. Dort wurde der Kadett als Moskwitsch 400 weitergebaut.

Dank des Engagements des ersten Betriebsratsvorsitzenden Friedrich Zängerle nahm Opel 1947 die Automobilproduktion in Rüsselsheim zunächst mit dem erfolgreichen kleinen Vorkriegsmodell Olympia und ...

... ab 1948 mit dem größeren Kapitän wieder auf. Ende 1947 beschäftigte das Unternehmen in Rüsselsheim bereits wieder 8147 Mitarbeiter. Ende 1951 waren es 19.585.

Im November 1948 übernahm GM mit Generaldirektor Edward W. Zdunek wieder das Ruder bei Opel.

In den 1950er Jahren stellte Opel in Deutschland mit seinen Mittelklasse-Modellen Olympia, ...

... Olympia Rekord und ...

... Rekord P1 das nach dem VW Käfer beliebteste Auto her.

Der Opel Kapitän schafft es in der Oberklasse zeitweise auf Platz drei.

Die 1960er und 1970er Jahre waren die große Blütezeit des Unternehmens Opel, das damals nach VW der zweitgrößte deutsche Automobilhersteller und in einigen Fahrzeugklassen sogar Marktführer war.

Am 9. Juli 1964 lieferte Opel den fünfmillionsten Wagen aus. Die Produktion in Bochum lief auf Hochtouren: 1965 sind eine halbe Million Kadett A produziert – nur 21 Monate später wurde mit dem Nachfolger Kadett B der millionste Wagen der Baureihe ausgeliefert.

Opel ging es sogar so gut, dass der als Image-Träger für General Motors gedachte GT tatsächlich umgesetzt wurde. Der Sportwagen entsprach so gar nicht dem bis dahin üblichen Markenimage und zeigte eine ganz andere Seite der Rüsselsheimer.

Anfang der 1980er Jahre sorgte die durch den Ersten Golfkrieg verursachte Ölkrise bei Opel für einen tiefen Rückschlag, der das Unternehmen fast schlimmer traf als die Weltwirtschaftskrise Ende der 1920er Jahre.

Das erste Mal seit 1950 schrieb Opel rote Zahlen: 411 Millionen DM im Jahr 1980. Über 7500 Beschäftigte wurden, teilweise mit Abfindungen, entlassen.

Doch neben der Ölkrise krankte es bei Opel am Management. Die rigiden Sparmaßnahmen des GM-Managers Ignacio López de Arriortúa verursachten bei den einst zuverlässigen Opel-Fahrzeugen massive Qualitätsprobleme. Das Image der Rüsselsheimer wird nachhaltig zerstört.

Die als "López-Effekt" bekannt gewordenen Mängel wurden in der Folge besonders bei den Nachfolgern der beiden Volumenmodelle Rekord und Kadett, dem Omega und Astra, deutlich.

Nach López’ Wechsel zu VW im Jahre 1993 wurde ihm vorgeworfen, interne Unterlagen von Opel/GM mitgenommen und bei VW verwendet zu haben. Diese Vorwürfe konnten nie bewiesen werden.

Vielfältige Fehler bei Marketing, Modellentwicklung, Produktion und ...

... Qualitätssicherung hatten Opel seit Beginn der 1990er Jahre in die schwerste Krise der Unternehmensgeschichte gestürzt und zu einem massiven Personalabbau geführt.

In dem Maße, in dem bei Opel die Umsätze schwanden, wurde das Unternehmen zusehends uninteressanter für GM und ...

... die ständig wechselnden Führungskräfte hatten weitere Versäumnisse in der Modellpolitik und bei der Qualität der Fahrzeuge zur Folge.

Bis heute sank der Anteil der Pkw-Zulassungen von Opel in Deutschland auf etwa 8,0 Prozent. Im Jahr 1981 waren es noch 16,25 Prozent. Eine anhaltend schlechte Konjunktur drückte zusätzlich auf die Absatzzahlen.

Überkapazitäten waren die Folge und ein daraus resultierender drastischer Stellenabbau. Im Werk Bochum, wo von ursprünglich bis zu 23.000 Arbeitsplätzen nur noch rund 6000 Arbeitsplätze erhalten blieben, ...

... kam es deswegen im Oktober 2004 zu einem mehrtägigen Streik der Belegschaft, der mit einem Teilerfolg endete. Im Jahr 2006 waren noch 27.661 Menschen bei der Adam Opel GmbH beschäftigt, gegenüber etwa 44.700 Mitarbeitern 1996.

Da Opel-Aktien nicht an der Börse notiert sind, wurde zum Bürokratieabbau und ...

... zur Kostensenkung die Adam Opel AG in eine GmbH umgewandelt und als solche am 7. Dezember 2005 ins Handelsregister eingetragen.

Um die Defizite zu puffern, darf Opel seit 2007 den Astra in geringen Stückzahlen in die USA verkaufen. Dort firmiert der Wagen aber unter der Marke Saturn. Allerdings sind die Stückzahlen begrenzt und ein freier Verkauf im Ausland ist Opel durch GM verwehrt.

Im Jahre 2008 verschlechterte sich die finanzielle Lage von General Motor durch die Finanzkrise. Die Schulden, die Opel bei GM anhäuft, sind nicht mehr zu bezahlen. Die Bitte um eine Bürgschaft zur Kreditabsicherung an die Bundesregierung wird immer wieder auf die lange Bank geschoben.

Ende November 2008 teilte GM-Europa-Chef Carl-Peter Forster mit, dass der Lohn bei Opel kurzfristig um mindestens 10 Prozent sinken soll. Opel ist krampfhaft bemüht, sich aus den Fängen der Konzernmutter GM zu lösen.

Doch alle Versuche, die Pläne für die Selbständigkeit der Rüsselheimer der Bundesregierung schmackhaft zu machen, scheitern. GM will keine privaten Investoren, die Bundesregierung ist nicht bereit, 3,3 Milliarden Euro als Kredit zur Verfügung zu stellen.

Am 31. März 2009 erklärte Bundeskanzlerin Angela Merkel in Rüsselsheim, dass ein Automobilwerk nicht "systemrelevant" im Sinne einer Funktionsfähigkeit der Volkswirtschaft sei, trotzdem will man sich bemühen, die Opelgruppe zu retten. Eine direkte staatliche Beteiligung komme aber nicht in Frage, wohl aber könne es Kreditbürgschaften geben, falls ein Investor Opel übernehmen möchte.

Bei Opel wartet man unterdessen auf den Sanierungsplan von GM, der bis Ende Mai 2009 der US-Regierung vorgelegt werden muss, da anderenfalls die keine weiteren Milliarden in den maroden GM-Konzern fließen.

Im Mai 2009 traten mit dem italienischen Automobilkonzern Fiat, dem Automobilzulieferer Magna International zusammen mit der russischen Bank Sberbank und dem US-amerikanischen Finanzinvestor Ripplewood Holdings drei ernsthafte Interessenten für eine Opel-Übernahme auf den Plan.

Auch die chinesische Beijing Automotive Industry Holding Company bekundete ihr Interesse an Opel und hatte ein formales Angebot zur Übernahme abgegeben. Am 30. Mai 2009 gab die Bundesregierung bekannt, dass Magna (20 Prozent) zusammen mit Sberbank (35 Prozent) den Zuschlag für Opel erhalten habe.

Am 13. August 2009 einigte sich Magna mit General Motors auf einen Vertrag zur Übernahme von Opel. Am 3. November wurde der Verkauf von Opel an Magna abgesagt. Der US-Autobauer General Motors behält seine deutsche Tochter Opel, hieß es lapidar.

Drei Wochen nach der Absage erklärte GM-Europachef Nick Reilly, dass die Standorte Rüsselsheim, Bochum, Eisenach und Kaiserslautern erhalten bleiben sollen. Er kündigte aber den Abbau von bis zu 5400 Arbeitsplätzen in Deutschland an. Europaweit sollen insgesamt circa 9000 Stellen eingespart und die Produktionskapazität um 20 Prozent reduziert werden.

Die 1,1 Milliarden Euro schwere Bürgschaft, die der Mutterkonzern General Motors beim Deutschlandfonds beantragt hatte, lehnte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle am 9. Juni 2010 ab, nachdem der Lenkungsausschuss des Gremiums zu keinem Ergebnis gekommen war.

Um Überkapazitäten abzubauen, wurde das Opel-Werk im belgischen Antwerpen geschlossen. Der letzte Opel verließ die Tore 2010. Doch auch diese Maßnahme konnte Opel nicht retten.

2011 übernahm Karl-Friedrich Stracke die Führung bei Opel. Genau wie sein Vorgänger Reilly kämpfte er mit immer weiter sinkenden Absatzzahlen auf den europäischen Märkten. Sein Sanierungsplan für Opel sah vor, in Russland (Opel-Absatz 2011: 67.500) und der Türkei (54.500) anzugreifen und den Absatz in China "in den nächsten Jahren" zu vervierfachen - wenn auch auf niedrigem Niveau: von 5000 auf 20.000.

Allerdings gehörte zu diesen Plänen auch die Verlagerung der Produktion des Erfolgsmodells Astra ins englische Ellesmere Port und nach Polen. Dies würde das Aus für das Werk in Bochum bedeuten, da die Produktion des Familienwagens Zafira von dort nach Rüsselsheim verlagert werden könnte. 3200 Arbeitsplätze sind gefährdet.

Immer neue Planspiele sollen den Standort Bochum sichern. Zum Beispiel wird gemunkelt, dass Chevrolet seine Fahrzeuge in Bochum fertigen lassen könnte. Doch bisher gilt: Wenn die Produktion des Zafiras 2016 eingestellt wird, ist auch in Bochum Schluss.

Kurz vor seinem plötzlichen Abgang im Juni 2012 sagt Opel-Chef Stracke: "Es gibt keine Entscheidung zu Bochum nach 2014." Das Unternehmen und sein Geschäft müssten innerhalb und außerhalb Europas wachsen. "Deswegen sind wir als Vorstand dabei, eine nachhaltige Strategie für das Wachstum der Marke zu erarbeiten." Wachsen könnte Opel mit Autoverkäufen in China und Australien.

Die Frage bleibt: Was lässt die Übermutter in den USA zu? Solange Opel sich auf dem europäischen Markt tummelt und man einen Teil der Gewinne nach Amerika verschiffen kann, ist alles im Lot. Auf den großen Märkten möchte GM aber keine Konkurrenz. Zumal mit Chevrolet eine weitere Tochter der US-Amerikaner in Europa mit Kampfpreisen auf Kundenfang geht.

Opel zu unterstellen, sie würden schlechte Autos bauen, ist Quatsch. Mit Astra, Insignia, Zafira und perspektivisch gesehen mit dem kleinen ...

... Opel Adam, haben die Rüsselsheimer durchaus konkurrenzfähige Fahrzeuge am Start. Doch mit Blick auf die Geschichte, war das schon immer so. Was dem Ruf der Marke mit dem Blitz wirklich schadet, sind ständige Führungswechsel und rufschädigende Diskussionen über Werksschließungen.

In seiner außerordentlichen Sitzung hat der Aufsichtsrat der Adam Opel AG Dr. Thomas Sedran (47) mit sofortiger Wirkung zum Stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Doch auch Sedran ist nur ein Übergang, bis ein Nachfolger ernannt wird. Das langsame und Qualvolle Sterben von Opel wird also auch er nicht beenden.

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