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Sonntag, 12. März 2017

Unbekanntes auf dem Genfer Salon: Autobauer, die kein Schwein kennt

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Bereits 2015 zeigte die Marke auf der IAA den elektrischen Artega Scalo. In Genf kann dieses Jahr der Scalo Superelletra bestaunt werden: ... (Foto: Holger Preiss)

Bereits 2015 zeigte die Marke auf der IAA den elektrischen Artega Scalo. In Genf kann dieses Jahr der Scalo Superelletra bestaunt werden: ...

Es gibt auf dem Genfer Salon immer wieder Automarken, die die Fans der Mobilität ins Grübeln bringen. Deshalb seien sie an dieser Stelle einmal ausführlich vorgestellt. Den Anfang macht Artega mit ihren Ups and Downs.

Bereits 2015 zeigte die Marke auf der IAA den elektrischen Artega Scalo. In Genf kann dieses Jahr der Scalo Superelletra bestaunt werden: ...

... ein dreisitziger Elektro-Sportwagen mit vier E-Motoren und zusammen 1020 PS sowie 1620 Newtonmeter Drehmoment. In Sachen Fahrleistungen stellt der Scalo den GT locker in den Schatten, ...

... von 0 auf 100 geht's in nur 2,7 Sekunden! Ab 2019 sollen 50 Exemplare gebaut werde, zu einem Preis zwischen 500.000 und einer Million Euro.

Was klingt wie eine Modemarke oder ein Star-DJ, ist in Wirklichkeit ein britischer Autobauer: David Brown. Auf der Autoschau am Lac Léman hat die britische Marke die rundum überarbeitete Version des Speedback vorgestellt.

Insgesamt soll das Coupé in 237 Punkten verbessert worden sein, optisch sieht es aber unverändert aus.

Neben neuen Aluminium-Karosserieteilen zählen zu den "Optimierungen" auch eine Accessoire-Kollektion und neue Personalisierungs-Optionen.

Aufgrund des schwächelnden Pfunds ist der Retro-Brite inzwischen schon fast ein Schnäppchen: Gut 580.000 Euro werden fällig, vor ein paar Jahren mussten Nicht-Engländer noch gut 200.000 Euro mehr hinlegen.

Die Wartezeiten dürften allerdings etwas länger sein, seit 2014 hat David Brown erst fünf der geplanten 100 Fahrzeuge fertiggestellt.

Ebenfalls aus England kommt der Neuzugang Eadon Green. Dass mit dem Black Cuilin allerdings ein 1930er-Jahre-Coupé mit Morgan-Anleihen auf dem Eadon-Green-Stand debütiert, hatten wohl nur die wenigsten erwartet.

Der nach einem schottischen Gebirge benannte Zweitürer setzt auf eine lange Motorhaube, ein schier endloses Heck und die für die Zeit nach dem Ersten Weltkrieg typischen Kotflügel, ...

... die nahtlos in den Seitenschweller übergehen. Angetrieben wird der Black Cuilin von einem V12, ...

... der ihn "über 270 km/h schnell" machen soll. Mehr Infos wollte der Neu-Autobauer allerdings noch nicht preisgeben.

Seit 2013 sorgt die in Liechtenstein beheimatete Firma NanoFlowcell mit ihrem Elektroauto Quant für Aufsehen, propagiert sie doch Werte in Sachen Fahrleistung und Reichweite, die selbst erfahrenste Physiker ins Grübeln bringen.

Auf dem Genfer Messestand sind zwei Quants zu bestaunen, beide arbeiten mit 48-Volt-Technik, die günstiger ist als die sonst in Elektro-Autos üblichen Hochvolt-Anlagen. Für die nötige Power sorgen sogenannte Super Caps, also Kondensatoren, die zwischen E-Motor und der Flusszellen-Batterie verbaut sind und sehr schnell sehr hohe Ströme liefern können.

Glaubwürdiger als der Quant ist da schon der M600 von Noble, einer ebenfalls aus England stammenden Marke. Hier wurde die Karosserie komplett aus Karbon gefertigt.

Knapp 1200 Kilogramm stehen im Fahrzeugschein, mit denen der von Yamaha gebaute 670-PS-V8-Twinturbo, der auch schon dem Volvo S80 Beine machte, sprichwörtlich leichtes Spiel hat.

362 km/h schafft der M600 problemlos und auf Tempo 100 geht's in nur 3,0 Sekunden.

Eigentlich heißt das 1967 in der Schweiz gegründete Unternehmen Sbarro gar nicht mehr Sbarro, sondern A.C.A. Atelier d'Etude de constructions automobiles. Da sich das aber keiner merken kann, nennt die Branche die Design-Schmiede weiterhin nach ihrem Gründer und Firmenchef Franco Sbarro.

In Genf setzt Sbarro auf einen spartanischen Hot Rod im Retro Stil mit einer winzigen Fahrgastzelle und riesigen, freistehenden 20-Zöllern mit 285er Gummis vorne und 315er Pneus hinten.

Beschleunigt wird der Mojave von einem Vierliter-V8 mit 294 PS, den Jaguar liefert, das Fünfgang-Getriebe kommt von BMW.

Wie schnell der Mojave wird, ist nicht bekannt. Bei nur 1060 Kilogramm Gewicht kann man aber mutmaßen: verdammt schnell.

James Glickenhaus ist eigentlich ein New Yorker Regisseur, Drehbuchautor und Produzent, der sich aber schon in den 90er-Jahren aus dem Filmgeschäft zurückgezogen hat und seither im Investmentbusiness sein Geld vermehrt. Geld, das er für seine Leidenschaft Sportwagen ausgibt.

In Genf zeigt Glickenhaus jetzt mit dem SCG003S die Variante eines Straßensportwagens mit über 800 PS und einem Top-Speed von 350 km/h.

Dank Kohlefaser-Monocoque soll auch die Zivilversion gerade mal 700 Kilogramm wiegen, den Standardsprint soll der SCG in unter drei Sekunden absolvieren. Verantwortlich für die Leistung ist ein 4,4-Liter-V8, ...

... der seine 850 Newtonmeter Drehmoment komplett an die Hinterachse schickt.

Den Namen Spyker wird der eine oder andere dann doch kennen. Mit dem E-Auto nicht so recht durchgestartet, präsentieren die Niederländer in Genf jetzt den C8 Preliator Spyder mit einem 525 PS starker V8 aus dem Audi-Regal.

Der Roadster ist wie das Coupé wahlweise mit Sechsgang-Handschaltung oder Automatik zu haben und wiegt rund 1,4 Tonnen.

Die Höchstgeschwindigkeit gibt Spyker mit mehr als 320 km/h an, der Preis liegt bei rund 400.000 Euro.

Mit Vanda Electric schlägt in Genf ein neuer Hersteller aus Singapur in Genf auf und in die Stromkerbe rein. Auf dem Autosalon präsentiert das junge Unternehmen den Dendrobium, der ziemlich zerklüftet daherkommt.

Oder wie der Hersteller sagt: Er sieht aus wie eine Orchideenblüte – zumindest dann, wenn die Flügeltüren und das nach oben aufklappbare Dach geöffnet sind.

Später einmal soll der Zweisitzer von vier E-Motoren angetrieben werden, der in der Schweiz ausgestellte Prototyp aber setzt noch auf Heckantrieb.

Die Werte lesen sich jetzt schon beeindruckend: Knapp 2,8 Sekunden auf Tempo 100, maximal 320 km/h – und das mit gut 1,7 Tonnen Leergewicht.

Auf den Markt kommen soll der Dendrobium im Jahr 2020 in einer Kleinserie. Die "weniger als 100 Stück" sollen in England beim Rennwagenspezialisten Williams von Hand gefertigt werden.

Ja, auch in Dänemark gibt es einen Autobauer. Zenvo fertigt Supersportwagen in Kleinserie, die für über 800.000 Euro den Besitzer wechseln.

In Genf ist von Zenvo der TS1GT 10th Anniversary zu bestaunen. Den Vortrieb besorgt ein 5,8-Liter-V8 mit 1180 PS und 1100 Newtonmeter, ...

... der den 1,6 Tonnen schweren TS1 in 2,8 Sekunden auf 100 km/h schubst. Tempo 375 gibt Zenvo als Topspeed an.

Der 4,70 Meter lange, aber nur 1,20 Meter hohe Jubiläums-Zweisitzer zeichnet sich allerdings vor allem durch seine Farbe aus: leuchtendes Hellblau.

Nicht zu vergessen sei an dieser Stelle ein Hersteller aus Peking: Techrules. Die Chinesen sind nicht ganz unbekannt, denn ihre Antriebstechnik präsentierten sie bereits im vergangenen Jahr am Lac Léman.

Bei dem Konzept sorgen gleich mehrere E-Motoren an beiden Achsen für insgesamt 1044 PS. Die Beschleunigung aus dem Stand auf 100 km/h soll 2,5 Sekunden dauern, die Höchstgeschwindigkeit bei 350 km/h liegen.

Der Clou: Als Range-Extender ist eine Mikro-Turbine an Bord, die mit Kerosin gefüttert wird und mit bis zu 96.000 Umdrehungen Strom zum Vortrieb generiert.

Für das futuristische wie sportliche Design sind Fabrizio und Giorgetto Giugiaro verantwortlich. Sie haben sich für eine von Jets inspirierte Flunder mit futuristischer Außenhaut entschieden.

So sollen die Insassen wie bei einem Düsenjäger ein- und aussteigen. Das ebenfalls vom Flugzeugbau inspirierte Cockpit soll seinen Insassen neben hochwertigen Materialien außerdem eine besonders gute Rundumsicht bieten.

Zu den weiteren technischen Besonderheiten gehören Laser-Scheinwerfer und Starburst-LED-Rückleuchten.

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